Thymian

Echter Thymian (Thymus vulgaris)
syn. Gartenthymian, Quendel

Gattung: Thymian (Thymian)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00194

Siehe auch: Gewürzpflanzen Arzneipflanzen

Arzneipflanze des Jahres 2006

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Der Echte Thymian ist eine ausdauernde, niedrig wachsende Strauchpflanze. Er zählt zu den bekannten Gewürz-, Aroma- und Heilpflanzen. Thymian gehört zu der Familie der Lippenblüter, welche sich alle durch einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen auszeichnen. Weitere bekannte, stark aromatische Vertreter dieser Familie sind z.B. Salbei, Lavendel und Rosmarin. Wie die meisten Lippenblüter sind sie typische Bewohner der warmen-sonnigen Standorte. Die Gattung Thymus ist in Europa mit etwa 66 Arten vertreten.

In Deutschland kommt der Echte Thymian wild wachsend kaum vor, dazu ist er zu frostempfindlich. Nur in einigen Wärmeinseln Deutschlands kann er sich halten. Trockene, nährstoffarme, kalkhaltige, warme, sonnige Böden in Hanglage werden von dem Echten Thymian bevorzugt besiedelt.

Thymian Blüten

Der Echte Thymian ist ein 15-40cm hoher, stark verholzter Halbstrauch mit einem buschigen, stark verzweigten Wuchs. Der vierkantige Stängel ist in der unteren Hälfte stark verzweigt. Die Äste sind kurz behaart und braun gefärbt. Er duftet zerrieben stark aromatisch.

Die kleinen, gegenständigen, kurz gestielten Blätter sind schmal-lanzettlich 3 – 8mm lang und ca. 0,8 – 2mm breit. Sie sind am Rand nach unten eingerollt und unterseits filzig behaart. Der Mittelnerv tritt deutlich hervor.

Die hellvioletten Blüten des Thymians stehen in Scheinquirlen als unterbrochene, ährige Blütenstände am Ende der Zweige. Der zweilippige Blütenkelch ist ca. 4mm lang. Die 4-6mm große Blütenkrone ist weiß bis blasslila gefärbt. 4 Staubblätter mit herausragendem Griffel sind vorhanden.

Die Blütezeit des Echten Thymian liegt zwischen Mai und Oktober. Thymian wird von Insekten bestäubt, vor allem bei den Schmetterlingen ist er als Futterpflanze sehr beliebt.

Der Echte Thymian zählt zu den wertvollsten Arzneipflanzen bei dem Einsatz gegen Erkältungs- und Atemwegskrankheiten. Er wirkt dabei schleimlösend (zum besseren Abhusten), auswurffördernd und krampflindernd (z.B. bei Keuchhusten oder Asthma). In der Volksheilkunde wird Thymian auch bei Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt. Hier wirken die Bitterstoffe und ätherischen Öle verdauungsfördernd und regen die Produktion von Verdauungssäften an. Daher erleichtert Thymain als Gewürz auch die Verdauung schwerer, fettreicher Speisen.

Aufgrund des hohen Gehaltes an ätherischen Ölen wirkt Thymianöl desinfizierend und wird auch in Mundwässern und Gurgellösungen eingesetzt. Auch in Kräuterkissen wird der Echte Thymian gern verwendet. Als Badezusatz wirkt Thymian durchblutungsfördernd.

Die Nutzung von Thymian als Arzneipflanze reicht bis weit in die Antike zurück, wo bereits die Griechen Thymian als auswurfförderndes Mittel genutzt haben. Auch die Ägypter nutzen Thymianextrakte zu der Mumifizierung.

Genutzt werden üblicherweise die abgerebelten Laubblätter und Blüten (Thymi herba) von Thymus vulgaris oder auch Thymus zygis (Spanischer Thymian). Unter der Lupe sind beiderseits der Blätter Labiatendrüsenschuppen zu erkennen. Das geerntete Kraut sollte luftig, im Schatten getrocknet und erst kurz vor der Verwendung gerebelt werden. Hauptinhaltststoffe sind ätherische Öle, vor allem Thymol, Cineol und Carvacrol, sowie Bitterstoffe, Gerbstoffe und Flavonoide. Das ätherische Öl wird z.T. über die Lunge ausgeschieden und erreicht so seinen Wirkort für die antibakterielle Wirkung optimal.

Thymol wird heute vor allem synthetisch als kristalline Reinsubstanz hergestellt und wirkt stark pilz- und keimabtötend. Im Verhältnis 1:1000 dient es zur Reinigung übel riechender Wunden. Zudem dient es als Ausgangstoff für die synthetische Mentholgewinnung. Thymol wirkt schwach giftig und zeigt bei Erwachsenen ab einer Dosis von 4g unerwünschte Wirkungen in Form von Schwindel, Kopfweh und Erbrechen. Bei langfristiger Intoxikation kann zu Störungen der Schilddrüsenfunktionen kommen.

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch als Teezubereitung sind keine Nebenwirkungen zu erwarten, nur Schwangere sollten keine zu großen Mengen Thymian aufnehmen. Dabei sollten bis zu 2g Thymiankraut je Tasse genutzt werden. Hierzu wird ca. ein Teelöffel Thymiankraut mit ¼ Liter Wasser übergossen und 10min ziehen gelassen. Der Tee kann gut mit Honig gesüßt werden.

Zudem wird Thymian in zahlreichen Fertigarzneimitteln (z.B. Hustentees und Hustentropfen) eingesetzt, oftmals in Kombination mit Primelwurzel- oder Efeublätterextrakte.

Thymianöl wird aus den oberirdischen Teilen des zur Blütezeit geernteten Thymian  durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Es enthält bis zu 70% Thymol oder Carvacrol. Thymianöl wirkt stark antseptisch.

Zudem wird der Echte Thymian auch als Küchengewürz gern genutzt. Es ist ein typisches Gewürz für die Küche der Provence.

Es sind sehr viele Zuchtformen des Echten Thymians im Handel erhältlich u.a. sogar mit Zitronen- oder Orangenaroma, vor allem jedoch als winterharte Sorten. Oftmals wird der Thymian als Topfpflanze angeboten. Anbauflächen in Kulturen für die arzneiliche Nutzung finden sich vor allem in Osteuropa in größerem Maßstab. In der Kultur kann er leicht aus Samen (Aussaat im Frühjahr) oder Stecklingen gezogen werden.



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