Wasserdost

Echter Wasserdost (Eupatorium cannabinum)
syn. Kunigundenkraut, Wasserhanf

Gattung: Wasserdost (Eupatorium)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00190

Siehe auch: Arzneipflanzen

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Der Wasserdost ist eine häufig anzutreffende, mehrjährige Pflanze in Deutschland. Sie kommt in ganz Europa vor; in Nord- und Mitteleuropa häufiger als in Südeuropa. Der Wasserdost ist der einzige Vertreter seiner Gattung in Deutschland; die meisten Arten der Gattung Eupatorium finden sich in Südamerika. Auf den ersten Blick würde man ihn eher den Doldenblütlern zuordnen, er gehört jedoch zu den Korbblütlern, auch wenn nur wenige Blütenköpfchen zu einem Körbchen zusammengefasst sind.

Der Wasserdost besiedelt vorzugsweise Bruchwälder und Auen, Feuchtgebiete und Teich- und Bachränder. In höheren Lagen findet man ihn bis 1000 m Höhe. Wasserdost ist eine Zeigerpflanze für feuchte und nährstoffreiche Böden. Auch auf Lehmböden findet man den ihn häufig. Wasserdost ist im Bestand nicht gefährdet.

Wasserdost wächst ca. 50 – 150 cm hoch. Die einfachen, reich beblätterten Stängel sind meist rötlich überlaufen und oft im oberen Bereich verzweigt. Sie sind bis zum Blütenstand beblättert.

Die großen, 8 – 15 cm langen Blätter sind am Rand gezahnt. Die Blattspitze ist oftmals rot eingefärbt. Die handähnlich geformten Blätter ähneln dem Hanf, daher wird der Wasserdost oft auch Wasserhanf genannt. Im unteren Pflanzenteil sind die Blätter gegenständig, was sich in oberen Abschnitt etwas verliert. Die Blätter sind 3- oder 5-teilig, kurz gestielt und nur wenig behaart. Die mittelständigen Teilblätter sind etwas größer als die seitlichen Blätter.

Wasserdost Blätter

Die Blüten sind ca. 1 cm lang und leuchten rosa (nur selten weiß). Am Ende des Stängels bilden die vielen kleinen Blütenköpfe einen doldenartigen Abschluß. Jeder Blütenkopf besteht aus 4- 6 Einzelblüten und ist von Hüllblättern umgeben. Die weißen Griffel sind zweilappig und ragen weit aus den Blüten hervor. Der Blütenstand ist eine Doldenrispe nur aus Röhrenblüten bestehend; die Zungenblüten fehlen.

Wasserdost blüht den ganzen Sommer über von Anfang Juli bis in den September hinein. Die Blüten sind von Insekten viel besucht. Insbesondere Schwebfliegen und Schmetterlinge sind häufig auf dem Wasserdost zu sehen. Aufgrund der vielen Insekten findet man auch viele Spinnen auf dem Wasserdost, welche auf Beute lauern. Insbesondere Krabbenspinnen und Wolfspinnen sind mir dabei häufiger aufgefallen. Die kleinen Früchte tragen einen Flugschirm aus feinen Haaren, so dass sich die Samen weit verbreiten können.

Das Rhizom ist knotig gebaut.

Tagpfauenauge auf Wasserdost

In der Volksmedizin ist der Wasserdost eine beliebte Heilpflanze zur Steigerung der Abwehrkräfte und der Leberfunktionen. Es wird die ganze, oberirdische Pflanze als Kraut bzw. Tinktur oder Tee verwendet. Da er auch die Funktionen von Galle und Milz anregt, ist sein Einsatz auch in Blutreinigungstees möglich. Die Sammlung der Pflanze erfolgt zu Beginn der Blütezeit. Der Anwendungsschwerpunkt liegt aber in der Stärkung des Immunsystems bei Infektionen; sein Einsatz entspricht dabei in etwa dem des Sonnenhutes. Hauptinhaltsstoffe sind Gerbstoffe, Saponine und etherische Öle.

Wasserdost ist leicht schnittempfindlich.



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Echter Wasserdost

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