Echter Salbei

Echter Salbei (Salvia officinalis)
syn. Gartensalbei, Edelsalbei

Gattung: Salbei (Salvia)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00187

Gewürzpflanze / Arzneipflanzen

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Der Echte Salbei gehört zu der Gattung Salbei, welche mit gut 700 Arten die artenreichste Gattung der Familie der Lippenblütler bildet. Verbreitungsschwerpunkt dieser Gattung sind die wärmeren Bereiche der Erde. In Deutschland sind 4 Arten eingebürgert; neben dem Echten Salbei oder auch Gartensalbei genannt, sind dies der Muskateller-Salbei und der ungarische Salbei. Der Name Salbei leitet sich aus dem lateinischen „salvere = retten, heilen, bewahren“ her, was auf seinen frühzeitigen Einsatz als Heilmittel schließen lässt.

Salbei Blütenstand

Der Echte Salbei ist bei uns als ausdauernde, immergrüne, aromatische Zier-, Gewürz- und Heilpflanze kultiviert und verwildert in Deutschland nur selten in einzelnen Wärmeinseln. Seine eigentliche Heimat ist das Mittelmeergebiet bis zum Balkan. Er bevorzugt trockene, steinige, oft kalkhaltige Böden, Felsflure oder Trockenwiesen, mit viel Sonneneinstrahlung und milden Wintern.

Der Echte Salbei kommt in verschiedenen Unterarten vor, welche in diversen Kulturformen Verbreitung gefunden haben. Bedeutung als Arzneipflanzen haben die beiden Unterarten subsp. minor (Gmelin) und subsp. major (Garsault). Der Anbau von Salbei findet vor allem in Süd-Ost-Europa statt.

Echter Salbei Habitus

Es handelt sich bei dem Echten Salbei um einen Halbstrauch von bis zu 70cm Wuchshöhe. Die verzweigten, aufsteigenden Stängel sind im unteren Bereich verholzt und von einer Borke bedeckt. Sie sind vierkantig bis fast rund und insbesondere im oberen Bereich filzig behaart. In Bodennähe finden sich kleine, dicht beblätterte Triebe ohne Blüten.

Die gegenständigen, gut 7 cm langen Stängelblätter sind ca. 1,5cm lang gestielt. Sie sind schmal lanzettlich geformt, mit einer runzeligen Oberfläche und weißfilziger Unterseite. Am Ende sind die Blätter meist zugespitzt. Im Frühjahr sind die Blätter grau-grün und später im Sommer und Herbst eher silbrig. In den Achseln der Blätter entstehen kleine Kurztriebe mit den Blütenständen.

Die Blüten stehen als Scheinquirle an endständigen, ährigen Blütenständen. Dabei sind in jedem der 4-8 Teilblütenstände ca. 5 bis 8 Blüten mit jeweils ca. 2 - 3 cm langer, zweilippiger, blauvioletter Krone aus 5 Kronblättern zu finden. Die Tragblätter sind kürzer, als der bis ca. 15mm lange, röhrenartige, behaarte Kelch. Die Oberlippe ist zweilappig, die Unterlippe dreilappig. Der mittlere Lappen ist am größten und etwas ausgefranst. Zwei Staubblätter sind vorhanden. Der Fruchtknoten ist oberständig, aus zwei verwachsenen Fruchtblättern. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, meist größeren Hautflüglern wie Hummeln oder Bienen. Der Echte Salbei blüht zwischen April und Juli.

Die Spaltfrüchte zerfallen in vier 3mm lange Teilfrüchte (Nüsschen). Die Verbreitung erfolgt durch die Samen, welche durch Licht keimen.

Blatt Echter Salbei

Für arzneiliche Zwecke werden die getrockneten Laubblätter (Salviae folium) verwendet. Die Blätter werden in den Monaten Mai bis Juni gesammelt. Sie sind als Schnittdroge aus kleinen Blattstücken erhältlich. Durch die dichte Behaarung sind die Blattstücke miteinander verklebt. Die Blätter riechen leicht nach Campher.

Es finden sich (wie bei fast allen Lippenblütlern) insbesondere diverse ätherische Öle (z.B. Thujon, Borneol und Cineol), Bitterstoffe, Gerbstoffe (z.B. Rosmarinsäure) und Flavonoide in den Blättern. Die Salbeiblätter enthalten ca. 1 – 2 % ätherisches Öl.

Für arzneiliche Zwecke werden die getrockneten Laubblätter (Salviae folium) verwendet. Die Blätter werden in den Monaten Mai bis Juni gesammelt. Sie sind als Schnittdroge aus kleinen Blattstücken erhältlich. Durch die dichte Behaarung sind die Blattstücke miteinander verklebt. Die Blätter riechen leicht nach Campher.

Es finden sich (wie bei fast allen Lippenblütlern) insbesondere diverse ätherische Öle (z.B. Thujon, Borneol und Cineol), Bitterstoffe, Gerbstoffe (z.B. Rosmarinsäure) und Flavonoide in den Blättern. Die Salbeiblätter enthalten ca. 1 – 2 % ätherisches Öl.

Lokal angewendet wirkt Salbei entzündungshemmend. Innerlich hemmt Salbei die Schweißdrüsen und z.T. die Milchsekretion (Einsatz als Hilfe zum Abstillen). Salbei wird daher arzneilich zur Reduktion der Schweißsekretion, als Gurgelmittel oder Pinselung bei Schleimhautentzündungen (z.B. auch Prothesendruckstellen) des Mund- und Rachenraumes, äußerlich bei Entzündungen und leichten Verletzungen der Haut und als Tee bei Entzündungen der Verdauungswege angewendet. Salbeiöl hat bakterizide  und Eigenschaften. In Gurgelmitteln sind zudem die zusammenziehenden Eigenschaften der Gerbstoffe im Salbei von Bedeutung. Salbeibonbons sind bei Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sehr beliebt.

Zur Teezubereitung werden etwa 2g Droge mit 150 – 200ml kochendem Wasser übergossen und ca. 10min stehen gelassen. Auch in vielen Fertigarzneimitteln ist Salbei enthalten. Salbeitee sollte nicht über einen längeren Zeitraum getrunken werden.

Ein großer Teil der Salbeiernte wird durch Destillisation zu Salbeiöl (z.B. für Gurgelöl oder Aromastoffe) überführt.

Bei massiver Überdosierung von Salbeizubereitungen kann es zu leichten Vergiftungen durch den Inhaltstoff Thujon kommen. Dies führt dann zu Herzrasen, Übelkeit, Krämpfen und Hitzegefühl.

Daher sollte Salbei nicht in zu großer Menge (maximale Tagesdosis sind ca. 6g Blätter für die innerliche Anwendung) oder über eine zu lange Zeit zu sich genommen werden.

Eine größere Bedeutung hat Salbei natürlich als Gewürz und Aromastoff. In der Küche wird Salbei gern als Gewürz bei fetten Speisen genutzt, da er die Verdauung fördert. Ähnlich wie Thymian, Minze oder Rosmarin kann Salbei auch als getrocknetes Gewürz genutzt werden, ohne zu stark an Aroma zu verlieren.



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