Goldregen

Gemeiner Goldregen (Laburnum anagyroides)

Familie: Schmetterlingsblütler (Fabaceae)
syn.
Hülsenfrüchtler
Ordnung: Hülsenfrüchte (Leguminosae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00182

Giftpflanzen / Gartenpflanzen

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Der Goldregen ist ein kleiner, dornloser Baum oder Strauch, welcher in Mitteleuropa vor allem als Zierpflanze wächst. Sein natürlicher Verbreitungsschwerpunkt liegt in Mittel- und Südeuropa. Aufgrund seiner geringen Ansprüche an den Boden und seiner Winterhärte, zählt der Goldregen zu den beliebtesten Ziergehölzen in Europa. Als Zierpflanze werden oft verschiedene Zuchtformen angepflanzt. Als Wildpflanze kann man ihn - wenn auch nur sehr selten - in deutschen Wärmegebieten antreffen.

Der Goldregen benötigt kalkreichen bis basischen, warmen Boden, welche nicht tiefgründig zu sein braucht. Er gedeiht gut in Trockenwäldern, in felsigen Bereichen oder an Trockenrasengebieten. Er braucht viel Sonne; im Schatten kann er zwar auch wachsen, bildet aber deutlich weniger Blüten aus.

Der Goldregen kann eine Wuchshöhe von bis zu 7 Metern erreichen. Die hellgraue Rinde der Äste ist glatt. Die Zweige hängen stark über. Die lang-gestielten, wechselständigen Blätter sind 3-teilig gefingert und büschelig angeordnet. Die spitzelliptischen, ganzrandigen Teilblätter sind 5 – 10 cm lang und 2-4 cm breit. Am Blattende befindet sich eine kleine Stachelspitze. Oberseits sind sie dunkelgrün, unterseits hellgrün und seidig behaart.

Besonders giftig sind die Samen vom Goldregen

Zahlreiche gelb leuchtende Blüten hängen zu 10 bis 20 in lockeren, bogig überhängenden Trauben. Diese Trauben erreichen eine Länge von 20 – 30 cm. Die Blüten sind ca. 2 – 2,5 cm breit. Die Oberlippe ist etwas kürzer als die Unterlippe. Der Blütenkelch ist zweilippig. Die Blüte wächst glockig, am Blütengrund mit rötlich-brauner Zeichnung (Foto). Die Blütezeit liegt zwischen April und Juni.

Goldregen Blütenstand

Die seidig behaarte Hülsenfrucht ist 6- 8 Zentimeter lang und knapp einen Zentimeter breit. Sie enthalten kleine, dunkelbraune, bohnenförmige Samen von ca. 3 -4 mm Länge. Die Frucht bleibt dunkel gefärbt bis zum nächsten Frühjahr am Baum hängen. Die Verbreitung erfolgt die Samen.

Im Goldregen finden sich viele giftige Alkaloide vor allem Cytisin und Pyrrolizidin-Alkaloide (z.B. Larburnin). Die Inhaltsstoffe wirken zunächst erregend auf das  zentrale Nervensystem, später lähmen sie dies aber, was zum Atemstillstand und Tod führen kann.

Alle Teile (vor allem die Samen) des Goldregens sind stark giftig. Schwere Vergiftungen sind jedoch selten, da der Verzehr von Goldregen zu starkem Erbrechen und Durchfall führt und die Giftaufnahme dadurch gering bleibt. Trotzdem sollte die Pflanzung in der Nähe von Kinderspielplätzen unterbleiben. Vergiftungen mit Goldregen nehmen bei den Giftberatungsstellen einen vorderen Platz in der Anfragenhäufigkeit ein. Bei Vergiftungen mit Goldregen steht neben der Giftentfernung (Erbrechen auslösen) die Magenspülung mit Aktivkohle / Medizinische Kohle an erster Stelle. In jedem Fall sollte umgehend ein Arzt oder Krankenhaus aufgesucht werden.

Goldregen ist auch für Tiere giftig.

Vergiftungssymptome:
Nach etwa einer halben bis einer Stunde schweres, lang anhaltendes Erbrechen (4 – 24 Stunden). Brennen im Mund- und Rachenraum, Schwindel, Kopfschmerzen und schwere Krämpfe. Bei hoher Dosierung ohne Erbrechen kann es zu einer Atemlähmung kommen.

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Alpen-Goldregen (Laburnum alpinum)



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