Rosmarin

Rosmarin (Rosmarinus officinalis L.)
syn. Weihrauchkraut

Gattung: Rosmarin (Rosmarinus)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00181

Siehe auch: Gewürzpflanzen Arzneipflanzen Gartenpflanzen

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Rosmarin gehört zu den Lippenblütlern, welche sich fast alle, neben den lippenförmigen Blüten, durch einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen auszeichnen und intensiv riechen. Bekannte andere Vertreter der Lippenblütler sind z.B. Salbei, Minze, Lavendel oder die Melisse.

Rosmarin ist in den warmen Mittelmeergebieten heimisch. In Deutschland wird Rosmarin als Gewürzpflanze kultiviert. Nur in den Wärmegebieten Deutschlands verwildert der Rosmarin, da er nicht völlig winterhart ist. Er ist empfindlich gegen strengen Frost. Rosmarin findet sich an sonnigen, geschützten Standorten. Bevorzugt besiedelt er warme, leichte, kalkhaltige Böden mit vielen Humusanteilen. Typischerweise sieht man ihn auf Trockenrasen oder in Felsenrasenbereichen.

Rosmarin Busch

Rosmarin ist eine stark duftende, ausdauernde, dichte Strauchpflanze und erreicht eine Wuchshöhe von 0,8 – 2 Meter. Die oft verzweigten, wollig behaarten Stängel verholzen schnell. Die festen, immergrünen Blätter sind schmal lanzettlich, ganzrandig. Sie sind stiellos, direkt am vierkantigen Stängel sitzend. Der Blattrand ist nach unten eingerollt (s. Foto). Die Stängel und Blattunterseite sind mit weißen Haaren dicht besetzt.

Die Blätter sind ca. 3 cm lang und 4 mm breit. Sie sind runzelig und weisen eine starke Mittelfurche auf.

Rosmarin Blütenstand

Die hellblauen, gestielten Blüten stehen in 5 – 10 Blüten umfassenden rispenartigen Blütenständen. Sie erscheinen in den Blattachseln der immergrünen Blätter im mittleren und oberen Pflanzenbereich. Der zweilippige Kelch ist glockenförmig. Die Oberlippe ist ganzrandig mit 3 kurzen Zähnen. Zwei lange Staubblätter ragen aus der Blüte hervor. Die zweilippige Blütenkrone ist 10 – 12 mm lang. Die glatten Teilfrüchte sind eiförmig gebaut.

Die Blütezeit des Rosmarins in Deutschland liegt zwischen März und Mai.

Rosmarin ist eine bekannte Gewürz- und Arzneipflanze. Eingesetzt werden die Blätter (Rosmarini folium) und das gewonnene Öl (Rosmarini aetheroleum). Rosmarin ist reich an ätherischen Ölen. Im ätherischen Öl des Rosmarin findet sich Cineol, Campher, Borneol, sowie Rosmarinsäure und diverse Bitterstoffe. Das Öl wird aus den Blättern und Stängeln gewonnen.

Die Blätter riechen streng aromatisch bis campherartig. Sie schmecken stark würzig bis scharf.

Das Öl wird äußerlich (zur Durchblutungsförderung) angewandt für Einreibungen und Bäder bei rheumatischen Beschwerden und Nervenschmerzen. Die innerliche Anwendung ist besonders bei Verdauungsstörungen (krampflösend), Blähungen, Erschöpfungszuständen und Kreislaufbeschwerden angezeigt. Während der Schwangerschaft sollten keine Zubereitungen aus Rosmarin eingenommen werden.

In der Volksmedizin wird Rosmarin bei Ekzemen und schlecht heilenden Wunden in Form von Umschlägen eingesetzt. Grundlage dazu sind die antiseptischen Eigenschaften der ätherischen Öle des Rosmarins.

Für Teeaufgüsse sollte eine Tagesdosis  von 6 – 8g Rosmarinblätter nicht überschritten werden, entsprechendes gilt für 20 Tropfen ätherisches Öl und 50g Blätter für Bäder.

Als Gewürz wird Rosmarin sehr weit verbreitet in Form der frischen Blätter (Nadeln) oder Blattspitzen genutzt. Besonders zu Fleisch und Geflügel passt Rosmarin sehr gut. Die typischen küchenüblichen Mengen sind weitgehend wirkungslos und können unbedenklich verwendet werden. Die Blätter schmecken getrocknet deutlich stärker aromatisch, als im frischen Zustand und müssen daher niedriger dosiert werden. Die Trocknung darf aber nicht in der Sonne stattfinden, da dann die ätherische verloren gehen.

Bekannte Anbaugebiete für Rosmarin liegen in Spanien, Jugoslawien, Tunesien und Marokko.

Bei der Nutzung von Rosmarin im eigenen Garten, sollte man ihn am besten in einen Topf pflanzen und diesen im Winter frostgeschützt stellen (z.B. Gewächshaus etc.). Die Ernte der Blätter oder der Blattspitzen kann das ganze Jahr über erfolgen; idealerweise jedoch während der Blütezeit.



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