Trollblume

Trollblume (Trollius europaeus L.)
syn. Kugelranunkel, Butterblume, Goldköpfchen, Butterkugel

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Ordnung : Hahnenfußartige (Ranunculales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00179

Blume des Jahres 1995

Siehe auch: Giftpflanzen Gartenpflanzen

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Die Trollblume gehört zu den schönsten und auffälligsten Vertretern der Hahnenfußgewächse in Mittel- und Nord-Osteuropa. Die Gattung Trollis umfasst 29 Arten mit dem Verbreitungsschwerpunkt Ostasien und Nordamerika. In Europa ist als einzige Art die Trollblume vertreten. Sie besiedelt als ausdauernde Pflanze bevorzugt kühle, feuchte bzw. grundwassernasse Wiesen, Wälder oder Bachränder. Ursprünglich war die Trollblume eine Waldpflanze. Die Böden sollten humusreich und lehmig sein. Sie ist eine Zeigerpflanze für Lehmböden. Trockene Standorte mit warmen Böden werden von der Trollblume nicht besiedelt. Feuchte Bergwiesen sind ihr idealer Lebensraum, im Flachland trifft man sie kaum an. Die Höhenlagen besiedelt sie bis 3.000 Meter. Sie kommt meist in größeren Beständen vor

Die Trollblume gehört in Deutschland zu den gefährdeten Arten. Insbesondere die Entwässerung von Wiesen und moorigen Biotopen lässt die Bestände schwinden. Während in Süddeutschland noch größere Bestände zu finden sind, ist sie in Norddeutschland fast ausgestorben. Als Zier- und Gartenpflanze wird die Trollblume oft angebaut. Viele Kleinbestände im Flachland sind eher bewussten Auspflanzungen oder Auswilderungen geschuldet, als neuen Verbreitungsgebieten. Zudem sind im Gartenhandel zumeist Kreuzungen oder Züchtungen mit anderen (z.B. amerikanischen) Trollblumenarten zu erhalten. Die Trollblume steht unter Naturschutz.

Wiesen mit Trollblumen sollten erst spät (ab Mitte August), nach der Samenreife, gemäht werden.

Die Trollblume erreicht eine Wuchshöhe von 20 -.60 cm. Die gerillten, kahlen Stängel sind aufrecht, kaum verzweigt und leicht gebogen. Am Ende der Stängel oder in den Achseln der Blätter befinden sich meist eine bis selten drei Blüten.

Links Grundblätter 5-Teilig ; Rechts Stängelblätter 3-Teilig

Die Stängelblätter sind wechselständig sitzend, 5-teilig, handförmig mehrfach unterteilt, im oberen Bereich 3-teilig. Die Grundblätter sind lang gestielt und 5-teilig gefiedert. Alle Blätter sind dunkelgrün gefärbt.

Die Blüte der Trollblume wird aus 8 -15 Hüllblättern gebildet, die eine kleine gelbe 3 – 4 cm große Kugelblüte bilden. Die Kugelform der Blüte schützt den Pollen und die Narbe vor Regen. Die einfache Blütenhülle lässt dabei keine Aufgliederung in Kelch und Krone zu. In der Blüte befinden sich 5-10 abgerundete Honigblätter, viele Staubblätter und zahlreiche Fruchtknoten. Die Trollblumenblüten dienen auch bestimmten Fliegen als Brutstätte für ihre Eier.

Die Bestäubung erfolgt durch kleine Insekten, wie Käfer, Bienen und Fliegen, welche durch die schmale Blütenöffnung passen.

Die Blütezeit liegt zwischen in den Monaten Mai und Juni; im Gebirge vereinzelt auch bis Juli. Zwischen August und Anfang Oktober kann sich bei entsprechendem Klima eine zweite Blütezeit ausbilden. Sie wächst in dichten Beständen, so dass die gelben Blüten dicht beieinander stehen. Die mehrsamigen Balgfrüchte sind 12 – 15 mm lang. Die kleinen Samen sind schwarz glänzend gefärbt.

Die Vermehrung erfolgt ausschließlich über Samen.

Die Trollblume wirkt schwach giftig. Sie wird von Weidenvieh gemieden.



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