Raps

Raps (Brassica napus L.)

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00178

Siehe auch: Nutzpflanzen


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Der Raps ist eine beliebte Nutzpflanze in Deutschland und zählt seit vielen Jahrhunderten zu den wichtigsten Ölpflanzen Europas. Sicher ist der Raps eine der auffälligsten Nutzungspflanzen in Deutschland. Jeder kennt die großen gelben Rapsfelder, wenn sie im Frühjahr leuchten und intensiv riechen. Raps ist als Bastard vermutlich aus der Kreuzung zwischen Rübsen (B.rapa) und Wildkohl (B. oleracea) entstanden. Verwildert sieht man den Raps nur selten; in letzter Zeit jedoch öfter entlang von Verkehrswegen.

Der Raps gehört zu der Familie der Kreuzblütler, aus welcher sehr viele unserer heutigen Nutzpflanzen stammen. Alle Kreuzblüter (auch Kohlgewächse genannt) besitzen einen intensiven Geschmack, aufgrund von Senfölen, welchen in allen Pflanzen dieser Familie vorkommen. Daher haben sich auch viele geschmacklich anspruchsvolle Nahrungspflanzen aus dieser Familie entwickelt. Bekannte Bespiele sind die Radieschen, der Senf, der Rettich, Kresse und diverse Kohlsorten.

In Deutschland wird überwiegend Winterraps angebaut. Die Aussaat beginnt im August. Bis zum Winterbildet der Raps eine kräftige Bodenrossette, welche den Winter übersteht. Die üppige Blüte erfolgt dann in den Monaten April und Mai.

Raps Blüten

Der Raps ist eine ein- oder zweijährige Pflanze mit auffallend leuchtenden gelben Blütentrauben. Er wächst gut auf feuchten, schweren nährstoffreichen Böden, ohne Staunässe und Spätfrost. Er erreicht eine Wuchshöhe von 40 – 120 cm. Der Stängel verzweigt sich regelmäßig in Seitentriebe und bleibt fast kahl. Die Wurzel ist rübenförmig ausgebildet. Die Laubblätter sind fiederlappig,  blau-grün und kahl.

An allen Sproßachsen bilden sich endständig in traubiger Anordnung Blüten.

Die erscheinenden Blüten werden noch von den Knospen überragt. Dies ist auch ein gutes Unterscheidungsmerkmal zum Rübsen (Brassica rapa), bei dem die Blüten deutlich über den Knospen stehen. Wie bei allen Kreuzblütlern, sind die Blütenteile kreuzweise und unverwachsen angeordnet. Jede Blüte hat 4 lange und 2 kurze Staubbeutel.

Die Blüten besitzen einen Durchmesser von mehr als 1 cm. Die Kelchblätter sind 6- 8 mm lang; die 12 – 18 mm langen, verkehrt-eiförmigen Kronblätter sind ausgerandet. Die Fruchtstiele sind ca. 2 – 3 cm lang. Die zweiklappigen Schoten mit bis zu 20 Samen werden fast 10 cm lang und sind dabei etwa 4 mm breit. Die Blühdauer liegt zwischen 3 und 5 Wochen. Ca. 50% der Blüten bilden Schoten aus.

Die für uns rein gelb erscheinenden Blüten besitzen im UV-Spektrum breite „Leucht“-Streifen, welche als „Saftmale“ für die Bestäuberinsekten dienen. Diese Streifen auf den Blüten können von z.B. Bienen gut erkannt werden und führen die Insekten direkt zu Pollen und Nektar. Raps ist auch eine gute Bienfutterpflanze (Rapshonig).

Vom Raps werden heute verschiedene Sorten und Züchtungen in großem Maßstab angebaut. Die bekanntesten sind der Sommerraps (var. annua), Winterraps (var. biennis), Kohlrüben / Steckrüben (var. napobrassica) und der Schnittkohl (var. pabularia)

Der Raps ist hierzulande eine sehr bedeutende Feldfrucht. Jährlich werden viele Millionen Hektar Raps in Europa, China, Indien und Nordamerika angebaut. Insbesondere der „Doppelnullraps – 00-Raps“ wird sehr häufig angebaut. Bei dem Nullraps wurde durch Züchtung erreicht, dass anstatt von Erucasäure Ölsäure in der Pflanze produziert wird, was ihr einen besseren Geschmack verleiht. Bei dem Doppelnullraps wurden noch weitere Inhaltstoffe „optimiert“, so dass es dem Olivenöl z.B. in Bezug auf die ungesättigten Fette fast überlegen ist. Von der deutschen Gesellschaft für Ernährung wird die Nutzung von Rapsöl in der Küche sogar angeraten.

Raps kann nicht mehrfach hintereinander auf einem Feld angebaut werden. Es muss immer eine Fruchtfolge eingehalten werden, die nach einem Rapsjahr 3 – 4 Jahre Rapspause auf einem Feld vorsieht. Raps verbessert für die Folgepflanzen die Bodenqualität und lockert zudem den Boden auf.

Die vitamin- und mineralreichen Steckrüben (Wurzelstock) des Raps werden als Wurzelgemüse gegessen.

Aus den mechanisch geernteten Rapssamen wird ein hochwertiges Rapsöl gewonnen. Je Hektar lassen sich in etwa 1.500 Liter Rapsöl gewinnen. Rapsöl wird in kleinen Teilen als Salat- und Bratöl verwendet. Größere Anteile des Rapsöl fließen in die Produktion von Margarine, Mayonaise sowie Schmierstoffe und Kosmetika. Zudem wird Rapsöl in großem Umfang verestert (Rapsölmethylester RME) und als Biodiesel eingesetzt. Als sogenannter „nachwachsender Rohstoff“ wird der Raps-Biodiesel staatlich gefördert.
Rapsöl hat einen Brennwert von ca. 900kcal/100g und enthält ca. 48% Ölsäure, 22% Linolensäure und Sterole. Die Reste der Rapssamen („Rapskuchen“) nach der Pressung werden als eiweißreiches Tierfutter genutzt.

Problematisch wird der umfassende Rapsanbau durch die entstehenden Monokulturen und entsprechende Artenarmut. Über den Einsatz und die Risiken von „Genraps“ wird derzeit noch intensiv diskutiert.



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