Sumpfdotterblume

Sumpfdotterblume (Caltha palustris L.)
syn. Dotterblume, Kuhblume, Eiblume

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Ordnung : Hahnenfußartige (Ranunculales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00175

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Die typische Pflanze der Bachränder und Auenwälder ist die Sumpfdotterblume. Sie besiedelt aber auch Quellflure, Bauchauen und Sumpfgebiete.

Die Sumpfdotterblume kommt, bis auf einige Gebiete in Südeuropa, in ganz Europa vor. Zudem ist sie im nördlichen Asien und Nordamerika heimisch. Sie wächst bis in Höhen von 2.400 Metern. Wechselnde Wasserstände schaden ihr dabei nicht. Sie bevorzugt nährstoffreiche oder grundwasserfeuchte, humose Lehm- und Tonböden. Sie tritt meist in größeren Beständen auf. Durch zunehmenden Wegfall von geeigneten Lebensräumen ist die Sumpfdotterblume seltener geworden und steht in einigen Bundesländern bereits unter Naturschutz. Insbesondere die Trockenlegung von Feuchtgebieten und die Begradigung von Bächen und ihren Rändern, setzen den Beständen der Sumpfdotterblume stark zu. Wie der Schlangenknöterich, gilt auch die Sumpfdotterblume als Zeigerpflanze für Feuchtigkeit bzw. Nässe.

Die Sumpfdotterblume ist eine ausdauernde, mehrjährige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 15 – 50 cm, je nach Standortbedingungen. Die langen, bogigen bis aufrechten Stängel sind saftig und innen hohl. Am Grund sind sie oftmals rötlich überlaufen. Sie verzweigen mehrfach und tragen im unteren Bereich große herz- bis nierenförmige, stumpfe und langgestielte, dunkelgrüne Blätter mit einer Breite von bis zu 20 cm wechselständig angeordnet. Zum Stängelende hin werden die Blätter deutlich kleiner und sind kaum noch gestielt. Die Blätter sind ungeteilt und am Rand gekerbt.

Die auffälligen, gelben Blüten ragen einzeln langgestielt aus der Pflanze hervor. Die 5-zipfeligen Blüten der Sumpfdotterblume werden nicht von Blütenblättern, sondern nur durch die Kelchblätter gebildet, so dass der eigentliche Blütenkelch fehlt. Die 5 dottergelben Hüllblätter sind an der Unterseite leicht gekerbt und etwas grünlich gefärbt. Im Gegensatz zu dem Hahnenfuß glänzen die Kelchblätter der Sumpfdotterblume erheblich weniger. Die Staubblätter stehen eng an den 3 – 8 Fruchtknoten. Die Blüten sind mit einem Durchmesser von fast 4 cm recht groß.

Die Bestäubung der sehr nektarhaltigen Blüten erfolgt im Wesentlichen durch Insekten, vor allem Fliegen, Hautflügler und Schwebfliegen. Eine Befruchtung ist auch durch Regenwasser möglich. Die Blüte öffnet sich bei Regen und füllt sich mit Wasser, so dass es zur Selbstbefruchtung kommen kann.

Aus den Fruchtblättern entwickeln sich bis 2,5 cm breite Balgfrüchte. Die dunklen Samen sind in den Früchten zweireihig mit kleinen Stielen angeordnet. Sie sind knapp 3 mm lang. Sind die Samen reif, lösen sich die Stiele und doe Frucht reißt etwas ein. Die reifen Früchte stehen sternartig nach oben offen und schwemmen die Samen bei Wasserkontakt (z.B. bei Regen - Regenschwemmling) heraus. Aufgrund kleiner Luftkammern sind die Samen schwimmfähig und können sich so entlang des Wasserlaufs an den Gewässerrändern ausbreiten. Sie sammeln sich dann später in den strömungsarmen Bereichen. Ein Teil der Samen wird auch durch Wasservögel verbreitet.

Die Sumpfdotterblume blüht zwischen Ende März bis Juni. In warmen Jahren kann es im Spätsommer zu einer kleinen zweiten Blüte kommen.

Die Vermehrung erfolgt ausschließlich über Samen.

Der vielköpfige Wurzelstock ist kräftig, da er die Pflanze auch bei Überflutungen am Boden festhalten muss.

In Gärten mit Teichen oder kleinen Bächen wird die Sumpfdotterblume auch gern als Zier- bzw. Gartenpflanze angesiedelt. Sie sollte aber nicht der Natur entnommen, sondern besser in einer Gärtnerei erworben werden. In Gärten kann sie auch durch Teilung vermehrt werden. Am besten gedeiht sie in halbschattigen Bereichen.

Früher wurden die Knospen der Sumpfdotterblume als Kapernersatz verwendet.

Die Sumpfdotterblume ist schwach giftig und wird vom Weidevieh nicht gefressen.

In der Volksmedizin wurde sie bei Hauterkrankungen angewendet. Zum Einsatz kam dabei das ganze Kraut. Neben Saponinen und Alkaloiden (vor allem in den Wurzeln) finden sich noch Flavonoide als wirksame Bestandteile. Heute findet sie nur noch Einsatz in der Homöopathie bei Hautbeschwerden oder Menstruationsstörungen. Der Verzehr des Krautes löst schnell Erbrechen, Durchfall und Magenbeschwerden aus. Bei Hautkontakt mit der Sumpfdotterblume kann es zu Ausschlägen und Hautreizungen kommen.



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