Scharfer mauerpfeffer

Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre)
syn. Scharfe Fetthenne, Vogelbrot, Warzenkraut

Gattung: Fetthennen (Sedum)
Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00174

Siehe auch: Giftpflanzen

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Der Scharfe Mauerpfeffer ist eine ausdauernde, mehrjährige, kriechende Pflanze unserer Stein- und Trockengebiete. Bis auf die nördlichen Bereiche ist er in ganz Europa heimisch. Mit seinen gelben Blüten dient er oftmals auch als Blickfang in Bauerngärten. Im ersten Jahr bildet er nur einen grünen Rasen und blüht im zweiten Jahr gelb auf. Er gehört zu der Gattung Sedum (Mauerpfeffer, Fetthenne), welche weltweit ca. 500 Arten hervorgebracht hat.

Der Scharfe Mauerpfeffer besiedelt bevorzugt steinige, trockene und humusarme, kalkhaltige Böden in sonniger, warmer Lage. Man findet ihn oft auf Mauern, an Felsen oder auf Kiesdächern. Auch auf dem Schotter stillgelegter Gleise, in breiten Pflasterfugen oder an Industriebrachen sieht man ihn öfter. Er gehört zu der typischen Sand-, Fels- und Trockenrasengesellschaft. In Höhenlagen ist er bis 2.200 Meter vertreten. Er ist dort kissenartig locker verbreitet. Die Art ist weit und reichlich verbreitet, so dass keine Bedrohung gegeben ist.

Scharfe Fetthenne

Die goldgelben, zwittrigen Blüten haben ca. 1,5 cm Durchmesser. Es stehen bis zu 7 kleine Blüten in einem traubigen Blütenstand (Trugdolde). Jeweils 5 gelbe, 5 – 9 mm lange Blütenblätter, welche zugespitzt eiförmig, lanzettlich gebaut sind und fast wagerecht abstehen. 10 Staubblätter in zwei Kreisen aufgeteilt. Die 5 Kelchblätter sind stumpf und nur wenige mm lang. Die Blütezeit des Scharfen Mauerpfeffers liegt zwischen Juni und August. Die Frucht ist eine fünfteilige Balgkapsel. Die Teilfrüchte öffnen sich bei Wasserkontakt, so dass die reifen Samen heraus gespült werden. Die Blüten werden im wesentlichen von Fliegen und z.T. von Hautflüglern bestäubt.

Der Hauptstängel verzweigt kriechend (z.T. unter dem Boden) und endet in viele, senkrecht aufsteigende, blühende Kurztriebe, so dass sich kleine Kissen bilden. Nichtblühende Triebe steigen leicht auf und sind dicht beblättert. Die ungestielten Blätter besitzen keinen Sporn. Die wechselständigen, fleischigen Blätter sind halb-eiförmig und nach oben abgeflacht; sie sind knapp 3 mm breit und 4 mm lang. Meist sind die kahlen Blätter rötlich-braun überlaufen. Sie schmecken bitter-scharf (Namensgebung!), sollten aber nicht gegessen werden.

Die Wuchshöhe des Scharfen Mauerpfeffers liegt bei 5 – 15 cm.

Die vegetative Vermehrung erfolgt sogar über abgebrochene Triebe, welche wieder eigene Wurzeln bilden können. Die eigentlichen Wurzeln verlaufen flach im Boden. Zudem erfolgt die Verbreitung über Samen.

Der Scharfe Mauerpfeffer enthält geringe Mengen Alkaloide (z.B. Sedamin, Sedinin), welche jedoch nicht zu ernsten Vergiftungen führen. Längeres Kauen der Blätter kann allerdings Erbrechen auslösen. Volkstümlich wurde er zur Heilung von Wunden und Verbrennungen, sowie zur Blutdrucksenkung eingesetzt.

Die Dickblattgewächse können als Xerophyten sehr gut mit extrem wenig Wasser auskommen. Neben den dicken kleinen Blättern mit wenigen Spaltöffnungen und viel Wasserspeichervermögen, haben sie ihren Stoffwechsel auch angepasst. In der Nacht werden mit Sauerstoff und Feuchtigkeit organische Säuren gebildet, welche am heißen und trocknen Tag wieder zu Kohlendioxid und Wasser aufgespalten und für die Photosynthese genutzt werden können.

Eng verwandt mit dem Mauerpfeffer ist die Gattung Hauswurz (Sempervivum), wovon besonders die Dachhauswurz (oft auf Dächern und Mauern zu finden) bekannt ist.

Der Scharfe Mauerpfeffer kann mit dem Milden Mauerpfeffer verwechselt werden, welcher nicht so scharf schmeckt und dessen Blätter deutlich länger sind.



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Scharfer Mauerpfeffer

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