Schachbrettblume

Schachbrettblume (Fritillaria meleagris)
syn. Schachblume, Kiebitzei

Familie: Liliengewächse (Liliaceae)
Ordnung:
Lilienartige (Liliales)
Klasse: Einkeimblättrige (Monocotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00172

Giftpflanze

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Die Schachbrettblume ist eine mehrjährige, kleine Staudenpflanze. Sie gehört zu der Gattung Fritillaria, welche mit etwa 100 Arten auf der Nordhalbkugel vertreten ist. Eine weitere bekannt Art der Gattung Fritillaria ist die Kaiserkrone (Fritillaria imperialis). Die Schachbrettblume wird in Deutschland auch als Zierpflanze angepflanzt. Die Heimat der Schachbrettblume liegt in den grundwasserfeuchten Nasswiesen und Flußauen Süd- Osteuropas. Höhere Lagen werden von ihr nicht besiedelt. Ihren Namen erhielt sie aufgrund des Schachbrettmusters auf den Blüten.

Schachblume 01

Feuchtwiesen, Sümpfe und halbschattige Bachläufe bilden ihre natürlichen Biotope. Sie ist daher eine Zeigerpflanze für Nässe. Die Böden sollten nicht zu nährstoffreich und neutral bis leicht sauer sein. In Deutschland ist sie sehr selten geworden und von dem Aussterben bedroht. Sie ist streng geschützt und darf in ihren letzten Beständen nicht gepflückt werden.

Schachbrettblume 02

An ihren Standorten bildet sie oft größere Bestände aus, was bei Betrachtern leicht zu dem Trugschluss führen kann, die Schachbrettblume wäre eine häufige Pflanze. Durch menschliche Eingriffe in die letzten Feuchtbiotope (Trockenlegung) gehen immer mehr Standorte für die Schachbrettblume verloren. Zudem ist das Mähen der Wiesen vor der Samenreife Ende Juni extrem schädlich für den Bestandserhalt. Eine Düngung der Feuchtwiesen führt schnell zu einer Überwucherung der Schachbrettblume und damit zu ihrer Verdrängung.

Schachbrettblume 03

Früher hat sie sich bei Überschwemmungen immer weiter verbreiten können. Diese Form der Verbreitung ist ihr durch den modernen Deichbau und Gewässerschutz weitgehend genommen worden. Zu Zeiten des 1. Weltkrieges gab es auf den Hamburger Elbwiesen noch riesige Vorkommen der Schachbrettblume, welche dann auf den Wochenmärkten verkauft wurden.

Schachbrettblume 04

Die Schachbrettblume erreicht eine Wuchshöhe von 20 - 40 cm. Die geraden, unverzweigten Stängel sind an ihrem Ende zu der Blüte gebogen.

Die fast geruchlose Schachbrettblume fällt vor allem durch ihre wunderschönen, glockenförmigen Blüten auf, welche leicht nickend am Stängelende die Blicke auf sich ziehen.

Schachbrettblume 05

Die fast 4 cm langen (gut 8 cm im Durchmesser), rot-braunen Blüten hängen vornüber und sind schachbrettartig gefleckt. Ganz selten sind weiß-grünliche Blüten. Zwei Blüten an einem Stängel sind sehr selten, meist befindet sich an einem Stängel nur eine Blüte. Die 6 großen Blütenblätter sind am unteren Rand teilweise umgebogen; ihre Adern sind dunkelrot gefärbt. Die Staubblätter sind deutlich kürzer als die Blütenblätter. Der Fruchtknoten ist oberständig und besteht aus drei Fruchtblättern. Die Blüten werden vornehmlich von Hautflüglern wie Bienen oder Hummeln besucht.

Schachbrettblume 07

Die Schachbrettblume blüht in den Monaten April und Mai. Die Blüte dauert nur wenige Tage.

Die 4 – 6 schmal-lanzettlichen Laubblätter sind rinnig geformt und grau-grün gefärbt; dabei sie stehen wechselständig am fast runden Stängel. Sie sind knapp einen Zentimeter breit und etwas fleischig in der Struktur.

Schachbrettblume 08

Ihre Zwiebel ist rund und mit 1 – 2 cm Durchmesser ungefähr haselnussgroß. Die Früchte sind dreiteilige Kapseln mit vielen Samen in jedem Fach. Ende Juni sind die Samen reif und die oberirdischen Teile der Pflanze verwelken. Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder die Zwiebeln.

Schachbrettblume 09

Die Schachbrettblume ist eine Giftpflanze, sie enthält das als Herzgift bekannte Alkaloid Imperialin. Sie ist in allen Pflanzenteilen giftig, vor allem jedoch die Zwiebel.

Schachbrettblume 10



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