Queller

Queller (Salicornia europaea agg.)

Familie: Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00170

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Der Queller ist eine typische Pionierpflanze unserer Meeresküsten und einiger Salzstellen im Binnenland. Er ist weltweit verbreitet. Die Gattung Queller umfasst in Europa einige wenige Arten, welche jedoch sehr schwer zu unterscheiden sind, so dass hier die Gattung insgesamt beschrieben wird. Der Queller tritt häufig und oft in Massenbeständen auf.

Die Lebensumgebung des Quellers ist sehr hart. Er lebt auf den Salzwiesen im Überschwemmungsgebiet von Ebbe und Flut. D.h. er steht für einige Stunden unter Wasser, um dann wieder für Stunden in der evtl. prallen Sonne zu verbringen. Dabei muss er eine erhebliche Toleranz für Salzwasser aufweisen. Der Queller erträgt von allen Blütenpflanzen den höchsten Salzgehalt. Der Salzgehalt steigt in der Pflanze bis zum Herbst kontinuierlich an, so dass sich der Queller in den Herbstmonaten rötlich verfärbt. Der Queller lebt sukkulent, d.h. er speichert Wasser in seinem Inneren um das Salz zu verdünnen. Dabei quillt er im Laufe der Monate immer weiter auf, daher stammt die Bezeichnung Queller. Seine Oberfläche ist sehr gering, um möglichst wenig Wasser zu verdunsten. Dies ist wichtig, damit der Salzgehalt in der Pflanze nicht zu weit ansteigt. Um eine Salzaufnahme mit dem Wasser kommt der Queller ja nicht herum. Die Salzausscheidung ist dagegen kaum möglich. Der Queller leidet also an innerer Trockenheit, weil nicht genug salzfreies bzw. salzarmes Wasser vorhanden ist. Daher entwickelt er ähnliche Anpassungen, wie sie von Pflanzen aus Trockengebieten bekannt sind. Pflanzen die auf salzigem Boden gedeihen können, nennt man auch Halophyten. Der Queller ist soweit an seine salzige Umgebung angepasst, dass er in salzarmer Umgebung nur kümmerlich wächst.

Der Queller ist eine sehr kurzlebige Pflanze. Nach dem Winterende im April keimen die Samen des Quellers. Er lebt dann bis in Herbst und stirbt ab. Äußerlich ähnelt er mehr den Algen, als den Blütenpflanzen.

Die im April keimende Pflanze bildet schnell dicke Keimblätter und setzt sich im Boden fest. Zum Keimen benötigt der Queller Frischwasser, weshalb das Keimwachstum meist nach starken Regenfällen im Frühjahr einsetzt. Er erreicht schnell eine Wuchshöhe von 10 – 30 cm. Der Queller wächst aufrecht und ist stark verzweigt. Der Sproß ist grünlich, später gelblich bis rötlich gefärbt. Die Photosynthese findet fast ausschließlich im Sproß statt.

Durch starke Einschnürungen ist der Queller schachtelhalmartig gegliedert. Die Zweige sind kreuzgegenständig angeordnet. Die kleinen, schuppigen, randhäutigen Blätter sind stark verwachsen und kaum als solche zu erkennen. Diese kaum sichtbaren Blätter sind auch notwendig, um dem Einfluß von Starkwind und Strömung standzuhalten.

Die kleinen Blüten finden sich zu dritt in den Sproßachseln. Die Blütenhülle ist verwachsen und nur nach oben einen kleinen Spalt weit geöffnet. Die Griffel und Staubblätter ragen zur Blütezeit etwas aus der Blüte heraus. Die Blüten sind also stark vereinfacht und auf das Nötigste reduziert. Die Frucht ist einsamig. Der Samen ist leicht eiförmig und behaart. Die Samen werden mit der Gezeitenströmung verbreitet. Die freiliegenden Samen dienen vielen Vögeln als Futter.

Die Blütezeit des Quellers liegt zwischen Juli und Oktober.

Bei der Landgewinnung spielt der Queller als bodenhaltende Pflanze eine große Rolle. Als Verlandungsförderer wird er in großem Maßstab angepflanzt. In einigen Gegenden wird der Queller in Essig eingelegt und als Salat gegessen.

In der Glasverarbeitung kann Quellerasche zur Schmelzpunkterniedrigung genutzt werden. Daher nennt man den Queller auch Glasschmelz.



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