Blutweiderich

Blutweiderich (Lythrum salicaria)
syn. Gemeiner Weiderich

Gattung: Weiderich (Lythrum)
Familie: Weiderichgewächse (Lythraceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00166

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Zu den leuchtenden Blickfängen an sommerlichen Feuchtbiotopen gehört der heimische Blutweiderich mit seinen kräftig purpurnen Blütenständen. Es handelt sich um eine kräftig gebaute, ausdauernde Staudenpflanze. Sie ist meist als Einzelpflanze oder nur in kleinen Gesellschaften vor. Sie ist nicht selten und noch in Ausbreitung begriffen.

In Nordamerika tritt der Blutweiderich als Neophyt auf und verdrängt dort heimische Pflanzen; dies ist in etwa vergleichbar mit dem drüsigen Springkraut in Europa.

Blutweiderich findet man fast immer an den Rändern kleiner Bäche, Gräben oder Teiche. Man findet ihn auch auf feuchten Wiesen oder Flachmooren. Halbschattige, mäßig nährstoffreiche Böden werden bevorzugt. Bis auf Nordskandinavien findet man ihn in ganz Europa. In Höhen über 1.000 Meter nur selten vorkommend.

Die kräftigen Stängel des Blutweiderich ist vierkantig und nach oben hin kurz behaart. Er erreicht eine Höhe von 80 – 200 cm. Er verzweigt sich meist im Bereich der Blüten. Oftmals sieht man bis zu 30 Stängel aus einem Wurzelwerk herauswachsen.

Die ca. cm breiten Blüten stehen in kleinen Quirlen in den Achseln der Tragblätter. Nacheinander angeordnet bilden sie eine lange Blütenähre, die aus bis zu 100 Einzelbüten bestehen kann. Der Blütenstiel ist mit 1 – 2 mm sehr kurz. 6 Blütenblätter, 12 Staubblätter; Kelch verwachsen. 3 unterschiedliche Blütentypen mit unterschiedlich langen Griffeln und Staubblättern; bei uns ist die langgrifflige Form vorherrschend. Diese Verschiedengrifflichkeit (Heterostylie) verhindert die Selbstbestäubung. Die Bestäubung erfolgt über Insekten, insbesondere Schmetterlinge. Für einige raupen dient er auch als Futterpflanze.

Die zweiklappig, aufspringende Kapselfrucht ist ca. 4 – 6 mm lang. Sie Samen sind klebrig und werden so von Insekten und Vögeln verbreitet. Jede Pflanze kann viele hunderttausend Samen produzieren. Die Samen keimen auf fast allen hinreichend feuchten Böden.

Die lanzettlichen Blätter sitzen stiellos quirelständig zueinander. Sie sind gut 10 cm lang, 2 cm breit und am Blattgrund abgerundet. Blattnerven unterseits gut sichtbar.

Der Blutweiderich blüht zwischen Juni und September. Ein Mähen der Wiesen schadet dem Blutweiderich nicht.

Volkstümlich wurde der Blutweiderich wegen seiner blutungsstillenden zur Heilung bzw. dem Verschluß von Wunden eingesetzt. Eingesetzt wurden Blüten und Wurzeln. Aufgrund seines Anteils an Gerbstoffstoffen wirkt der Blutweiderich verengend auf Blutgefäße. Auch bei Hauterkrankungen kam er zum Einsatz.

Zusätzlich sind das Glykosid Salicarin, sowie Pectine und diverse etherische Öle. enthalten. Früher wurde er aufgrund seiner Gerbstoffe auch zum Gerben eingesetzt. Zudem fand der Blutweiderich auch Anwendung bei Durchfallerkrankungen.



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