Goldrute

Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)

Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00161

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Die Gattung Goldruten hat ihre Heimat in Nordamerika und umfasst ca. 100 Arten. 5 dieser Arten sind bei uns heimisch bzw. eingebürgert. Die Kanadische Goldrute ist ein bekannter Neophyt in Europa. Die Herkunft der Kanadischen Goldrute liegt in den USA und dem südlichen Kanada. Dort siedelt sie auf Prärien, Ruderalflächen und in nicht zu dichten Wäldern. Im 17. Jahrhundert wurde sie aus Amerika nach Europa als Gartenpflanze eingeführt. Zunächst als Bienenweide oder Gartenpflanze angebaut, hat sie sich wild über ganz Europa verbreitet. Die massive Verbreitung hat jedoch erst in den letzten 60 Jahren eingesetzt.

Es handelt sich um eine mehrjährige,kräftige Pflanze. Heute kommt sie in ganz Europa stark verbreitet vor. Sie besiedelt das Tiefland, wie auch die Höhenlagen bis 1.000 Meter. Wegen ihrer verdrängenden Wirkung auf andere Pflanzen ist sie oftmals ungern gesehen, bzw. wird ihre Ausbreitung bekämpft. Die Bekämpfung der anspruchslosen  Kanadischen Goldrute ist jedoch sehr aufwendig und muss über einige Jahre durchgeführt werden, da sie extrem regenerationsfähig und trockenresistent ist. Wird sie durch Mähen eingedämmt, ist mind. zwei mal im Jahr ein Schnitt notwendig.

Kanadische Goldrute Blüten

Insgesamt ist aber ihre Wirkung auf andere Pflanzen begrenzt, da sie vor allem freie Flächen neu besiedelt. Siedelt sie jedoch auf Magerrasen oder Streuwiesen, verändert sie schnell die bis dahin vorherrschende Vegetation. Es bildet sich dann eine artenarme Monovegetation, da die Goldrute fast alle anderen Pflanzen verdrängt.

Für Insekten ist die Goldrute vor allem im Spätersommer ein Nahrungslieferant. Allerdings ist der Nährwert von Nektar und Pollen rel. gering.

Die Kanadische Goldrute ist sehr tolerant gegenüber verschiedenen Bodenzusammensetzungen und Feuchteanteilen. Daher findet man sie fast überall. Sie ist zugleich eine Pionierpflanze und besiedelt schnell Ruderalflächen wie Brachen, Strassenränder etc. In natürlicher Umgebung werden gern feuchte Umgebungen wie Auen und Bachufer, sowie lichte Wälder und Waldränder von ihr besiedelt. Sie ist eine sehr Wärme und Licht liebende Pflanze; dies ist u.a. durch die rel. hohe Keimtemperatur von ca. 15 Grad bedingt.

An Fließgewässern kann sie durch die Verdrängung andere Arten, den Gewässerrand destabilisieren, da ihre Wurzeln nur flach im Boden wachsen und dem Boden nur wenig Halt geben können.

Sie erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 250 cm.

Die Blüten sind goldgelb in kleinen, 3 – 5 mm großen Köpfchen. Die Blütenköpfchen sitzen in einseitswendigen, endständigen, großen Rispen. Zahlreiche Röhrenblüten und kurze Zungenblüten in den Blütenköpfchen. Die Zungenblüten überragen die Blütenhülle nicht. Die Rispenäste wachsen typisch gekrümmt. Die Blütezeit liegt im Spätsommer / Frühherbst zwischen Juli und Oktober. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Die Achänen sind knapp 1 mm lang.

Die wechselständigen Blätter sind lanzettlich, schmal und scharf gesägt 10 - 14 cm lang. Obere Blätter sind fast immer ganzrandig. Die Stängel sind dicht beblättert. Die Blätter sitzen direkt am Stängel. Verzweigungen im Stängel treten vor allem im oberen Pflanzenbereichen auf. Die Blätter sind kurz behaart. An der Stängelbasis finden sich nur wenige Haare.

Die Kanadische Goldrute vermehrt sich über  zahlreiche, flugfähige Samen und über Rhizome (Ausläufer). Die Samen keimen an offenen Bodenbereichen; allerdings ist ihre Überlebensrate sehr gering. Die Sprosse einer Pflanze sind untereinander verbunden. Zudem dient das Rhizom als Wasser- und Nährstoffspeicher. So kann sich die Goldrute, wenn sie erstmal stabil wächst, immer weiter ausbreiten. Die Klone der Sprossen können ein Alter von bis zu 100 Jahren erreichen.

Die Goldrute wird auch als Arzneipflanze eingesetzt. Sie enthält Saponine, Gerbstoffe, Flavonoide, etherische Öle und Diterpene. Sie kann als Beimischung oder Einzeldroge im Riesengoldrutenkraut genutzt werden. Öfter auch als Verfälschung im Goldrutenkraut. Einsatz findet es bei Erkrankungen der Harnwege, Blase und Niere zur Erhöhung der Harnmenge. Es werden ca. 5 g Riesengoldrutenkraut mit heissem Wasser (1 Becher) übergossen und 10 – 15 min ziehen gelassen. Es können 3 – 4 Becher am Tag getrunken werden. Es ist anzumerken, dass historisch die echte Goldrute als Arzneipflanze eingesetzt wurde und das Riesengoldrutenkraut der echten Goldrute unterlegen ist.

Verwechselungen mit der Späten Goldrute (Solidago gigantea) sind leicht möglich.



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