Sumpfschwertlilie

Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus)
syn. Gelbe Schwertlilie, Iris

Gattung Schwertlilien (Iris)
Familie: Schwertliliengewächse (Iridaceae)
Ordnung:
Lilienartige (Liliales)
Klasse: Einkeimblättrige (Monocotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00160

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Die Schwertliliengewächse gehören zu den schönsten Pflanzen unserer Heimat. Weltweit sind gut 1.800 Vertreter in 90 Gattungen dieser Pflanzenfamilie bekannt. Die Gattung Iris zählt knapp 250 Arten und ist vornehmlich auf der Nordhalbkugel heimisch. In Deutschland finden sich 15 Arten der Schwertlilien. Sie kommen in fast ganz Europa vor und fehlen nur im Hochgebirge und in den nördlichen Gebieten Skandinaviens.

Rüsselkäfer auf Sumpfschwertlilie
Rüsselkäfer auf Sumpfschwertlilie

Die in Deutschland häufigste, nicht seltene gelbe Schwertlilie, welche auch Sumpfschwertlilie genannt wird, ist an kleinen Teichen, Sümpfen und langsam fließenden Gewässern ein häufiger Gast. Obwohl sie häufiger vorkommt, steht die Sumpfschwertlilie dennoch unter Naturschutz.

Die Sumpfschwertlilie wächst auf schlammigen, nährstoffreichen basischen Böden. Sie ist ein typischer Bewohner der Verlandungszonen von Seen. Obwohl Wärme liebend, ist die Sumpfschwertlilie oftmals im Halbschatten anzutreffen. In Bruchwäldern tritt sie nur auf, wenn sie ausreicht hell genug sind.

Der Name Iris nimmt Bezug auf die griechische Göttin des Lichtes.

Die gelben Blüten der Sumpfschwertlilie sind mit 8 – 10 cm sehr groß und auffällig.

Die inneren und äußeren Blütenkronblätter sind völlig verschieden gestaltet. Die äußeren Kronblätter nennt man auch Hängeblätter, da sie stark abwärts gerichtet hängen (Foto). Die kürzeren, inneren Dornblätter stehen dagegen dicht zusammen. Die Blütenstiele sind ca. 3 – 5 cm lang. Die Griffel ähneln den Blütenblättern und sind in der Spitze geteilt. Die Blütenblätter verengen sich nach innen zu einer Röhre, anderen Ende der Nektar freigegeben wird. Daher finden sich  an den Schwertlilien zumeist kräftige, langrüsslige Insekten z.B. Hummeln oder große Schwebfliegen. Die Insekten berühren die Narbenfläche nur bei dem Eindringen in die Blüte. Da sie bei dem Verlassen der Blüte bestäubt sind, klappt der Narbenlappen hoch und verhindert so eine mögliche Eigenbestäubung. Diese Sicherung gegen Fremdbestäubung ist bei allen Irisarten vorhanden.

Die Blüten mit je 3 Hängeblätter und Dornblätter, so wie den 3 Narben und Staubblätter, bilden 3 vollständige Teilblüten. Je Stängel finden sich meist mehrere Blüten, welche von einem Hochblatt umschlossen sind.

Der Fruchtknoten ist unterständig und aus 3 verwachsenen Fruchtblättern aufgebaut. Die drei unterständigen Fruchtblätter verwachsen zu einer Kapsel, welche später aufplatzt und die leichten Samen freigibt, welche zunächst auch länger schwimmfähig sind und später einige Jahre im Wasser oder Schlamm überdauern können.

Die Laubblätter mit den vielen parallelen Adern stehen schwertartig quer, d.h. es gibt eine linke und rechte Seite, aber keine Ober- oder Unterseite. Sie können 50 – 100 cm Länge erreichen, bei 1 – 3 cm Breite. Zum Ende hin sind die Blätter stark zugespitzt.

Das Rhizom (unterirdischer Wurzelstock) ist weit ausgedehnt, dick und stark verzweigt. Aus dem Wurzelstock verzweigen immer wieder kurze und lange Triebe nach oben.

Alle Teile der Pflanze sind schwach giftig und scharf schmeckend. Sie dürfen nicht in trocknen Futterschnitt gelangen, da sie dann blutige Durchfälle bei dem Vieh auslösen können.

Früher wurde die Wurzel mit ihren Gerbstoffen zum Gerben von Leder genutzt. Auch als Heilpflanze kam die Sumpfschwertlilie früher zum Einsatz. Es wurde dann die getrocknete Iriswurzel zumeist als Extrakt eingesetzt.

Auch in der Bachblütentherapie wird die Sumpfschwertlilie genutzt.

Die Sumpfschwertlilie blüht in den frühen Sommermonaten von Mai bis Anfang Juli. Auf ihren Blüten kann oft der Schwertlilienrüssler beobachtet werden (Foto oben).

Als Gartenpflanze an kleinen Gartenteichen ist die Sumpfschwertlilie sehr beliebt und problemlos und daher in Gartenhandel auch als Samen zu erhalten. Ältere Wurzelstöcke lassen sich teilen und an anderen geeigneten Stellen weiter pflanzen.



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