Maikäfer

Feld-Maikäfer (Melolontha melolontha)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera )
Familie: Blatthornkäfer (Scarabaeidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
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Dokument: MZ 00157

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Foto: Dr. Stephan Roscher

In Mitteleuropa ist in erster Linie der Feldmaikäfer heimisch; vor allem in Deutschland sind größere Bestände anzutreffen. Der verwandte und etwas seltenere Waldmaikäfer ist eher in Nord-Ost-Europa anzutreffen. Im Mittelmeerraum und in höheren Lagen über 1.000 Meter fehlt der Feldmaikäfer.

Im vorletzten Jahrhundert und der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts waren Feldmaikäfer noch sehr häufig anzutreffen. Sie haben damals große Schäden an Laub- und Obstbäumen angerichtet. Nach massiven Bekämpfungsmaßnahmen sind die Maikäfer sehr selten geworden. Vor allem in den 50er und 60er Jahren sind mit DDT schwere Sünden an der Natur begangen worden. Danach wurden Maikäfer so selten, dass viele Kinder ihn nur von den Schokoladenmaikäfern kannten. Erst in den letzten Jahren trifft man ihn wieder häufiger. In den Maikäferjahren regional (z.B. Südhessen) auch in Massenbeständen. Diese Massenbestände können viele  Millionen Tiere umfassen.

Feld-Maikäfer
Foto: Dr. Stephan Roscher

Der Maikäfer ernährt sich von Blättern verschiedener Laub- und Obstbäume, vor allem von Eichenblättern. Die Larven (Engerlinge) betreiben dagegen Wurzelfraß an Kleinpflanzen. Von den kahlen Blättern erholen sich die Bäume meist wieder und schlagen sogar im Juni nochmal aus. Die Schäden an den Wurzeln sind oftmals schwerwiegender und betreffen häufig Nutzplanzen des Menschen z.B. den Kartoffel- oder  Getreideanbau.

Der Feldmaikäfer ereicht eine Körperlänge von knapp 2 - 3 cm. Die Flügeldecken, Beine und Fühler sind hellbraun. Ihr Kopf, Schild und Bruststück glänzt schwarz. Die Flügeldecken zeigen feine Längslinien mit feinen Punkten. Auch das Halsschild ist punktiert.

Die Unterseite des Hinterleibs zeigt helle dreieckige Keile in dem dunklen Untergrund. Die gefächerten Fühler besitzen bei den Weibchen 6 und bei den Männchen 7 kleine Fächer. Die letzten Fächer wirken wie kleine Blätter, was der Käferfamilie ihren Namen Blatthornkäfer gegeben hat. Mittels vieler 10.000 Geruchssensoren spüren die Männchen die Weibchen zur Begattung auf. Entsprechend besitzen die Weibchen kleinere Fühler mit erheblich weniger Geruchssensoren. Dafür sind die Vorderbeine des Weibchens zu mit kleinen Grabschaufeln versehen, um damit die Erdhöhlen für die Larven bauen zu können.

Maikäfer am Ast
Foto: Dr. Stephan Roscher

Der Feld-Maikäfer sieht dem Wald-Maikäfer recht ähnlich, unterscheidet sich jedoch im Ende der Flügeldecken, welche bei dem Feld-Maikäfer zu einer spitzen Verlängerung ausläuft.

Maikäfer sind sehr eiweißreiche Insekten. Dies wissen nicht nur ihre Feinde wie Wildschweine, Vögel, Fledermäuse oder Marder zu schätzen. Auch die Menschen haben früher die Maikäfer gegessen, z.B. kandiert oder als Suppe.


Foto: Jörg Kammel

Im Herbst schlüpfen die Maikäfer aus Ihrer Puppe und überwintern in einer Erdhöhle bzw. noch halb in ihrer Puppenwiege. An warmen Abenden im Frühjahr schwärmen sie dann innerhalb weniger Nächte alle zugleich aus. Bevor es zu einer Begattung kommt, müssen die Maikäfer zunächst ein wenig fressen. So finden sich meist große Gruppen an den jungen Trieben umliegender Laubbäume ein und fressen die jungen Blätter und frischen Triebe. Kurz nach dem Fraß paaren sich dann die Maikäfer. Die Weibchen legen etwa 15 - 30 Eier in kleinen Erdhöhlen ab. Dies geschieht meist in wiesenartigem Untergrund. Dazu legt das Weibchen etwas Kot zu den Eier, was den Larven später Bakterien (Symbionten) zur Wurzelverdauung liefert. Ein Weibchen kann sich in den folgenden Wochen nach dem Reifefraß noch mehrfach paaren und Eier ablegen. Die Larven schlüpfen nach etwa 4 – 6 Wochen und leben 3 - 4 Jahre als Larve im Boden. Im Winter graben sie sich zum Schutz immer wieder tief ein. Im letzten Jahr graben sie eine tiefe Höhle und verpuppen sich dort. Aus der Puppe schlüpfen sie dann im Herbst und fliegen im folgenden späten Frühjahr.


Foto: Jörg Kammel

Die Entwicklung bis zu dem fertigen Maikäfer dauert je nach Klima 3-4 Jahre. In Deutschland sind eigentlich alle 4 Jahre typische Maikäferjahre, d.h die Entwicklung der Maikäfer erfolgt in großen Zügen synchron. Alle 20-30 Jahre scheint es neben dem regionalen 4-Jahreszyklus nochmal eine massive Steigerung der Bestände in einer Saison zu geben.

Die Flugzeit der Maikäfer liegt zwischen Ende April und Mitte Juni.



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