Kartoffelkäfer

Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata)
s
yn. Coloradokäfer

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera )
Familie: Blattkäfer (Chrysomelidae)

Autor: Matthias Zimmermann
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Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00155

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Der Kartoffelkäfer gehört zu den bekanntesten Käfern überhaupt in Deutschland. Ursprünglich in Nordamerika heimisch ist er 1874 nach Europa gelangt und hat sich schnell verbreitet. Bereits 1877 wurden die ersten Kartoffelkäferbestände in Deutschland entdeckt. Sie hinterließen bereits damals verheerende Schäden an den europäischen Kartoffeläckern, was zu Hungersnöten führte. Die ersten befallenen Bereiche konnten noch von dem Kartoffelkäfer aufwendig bereinigt werden. Mit dem ersten Weltkrieg wurde dies versäumt und er konnte sich nun weiträumig (zunächst in Frankreich) ausbreiten. Aufgrund seiner ursprünglichen Heimat heißt er auch Coloradokäfer. Heute ist er weltweit stark verbreitet und tritt z.T. in Massenbeständen auf. Wer noch eigene Kartoffelbeete besitzt, kann dies sicher bestätigen.

In früheren Jahren wurde er mit Schädlingsbekämpfungsmitteln vernichtet, dies ist heute aufgrund der vielen Nebenwirkungen die Ausnahme. Meistens werden die Käfer abgesammelt.

Kartoffelkäfer Gruppe

Ursprünglich hat sich der Kartoffelkäfer im Amerika von verschiedenen Nachtschattengewächsen ernährt und ist dann mit Beginn des Kartoffelanbaus auf die Kartoffel als Nahrungspflanze  umgeschwenkt. Aufgrund der üppigen Nahrungsquellen in den großen Feldern kam es zu riesigen Käferbeständen, welche einen Wanderungsdruck der Bestände auslösten und u.a. zu der Ausbreitung in Amerika und Europa führte.

Seine Verbreitung findet der Kartoffelkäfer hauptsächlich in Kartoffelfeldern und anderen Nachtschattengewächsen in Gärten, sowie auch in lockeren Laubwäldern. In höheren Lagen ist er nur sehr selten anzutreffen.

Die Kartoffelkäfer besitzen eine Körperlänge von gut 10 – 12 mm. Er ist praktisch mit keinem anderen Käfer zu verwechseln. Charakteristisch sind die 10 dunklen Längsstreifen auf den gelben Flügeldecken. Das ebenfalls gelbe Halsschild besitzt typische dunkle Flecken. Sie sind recht gute Flieger und können sich so relativ schnell verbreiten. Männliche und weibliche Kartoffelkäfer sind äußerlich nur schwer zu unterscheiden.

Kartoffelkäfer frontal

Der Kartoffelkäfer ernährt sich im Wesentlichen von den Blättern unterschiedlicher Nachtschattengewächse, mit dem Schwerpunkt auf der Kartoffelpflanze.

Die Paarung der Kartoffelkäfer findet im Frühjahr statt. Danach legt das Weibchen in kleinen Pakten an die Unterseite der Blätter von vorzugsweise Kartoffelpflanzen ihre Eier in Pakten ab. Je Paket sind ca. 30-70 Eier enthalten. Insgesamt legt ein Weibchen gut 1.000 Eier ab. Innerhalb weniger Tage schlüpfen die rot gefärbten Larven; auf Oberseite der Larven finden sich 2 Reihen dunkler Flecken. In den nächsten Wochen wachsen die Larven sehr schnell und nehmen dabei viel Nahrung auf; zudem wechselt ihre Farbe langsam in Richtung Orange. Die Larven fressen vorwiegend die Blätter der Kartoffelpflanze. Dabei werden die Blätter von außen angenagt und nicht von der Oberfläche her durchlöchert. Nach einem Monat haben sich die Larven dreimal gehäutet und verpuppen sich nun. Aus den Puppen schlüpfen nach knapp 2 Wochen die fertigen Kartoffelkäfer.

In guten, warmen Jahren entwickeln sich auch bei uns 2 Generationen. Allerdings können Kartoffelkäfer 2 Jahre alt werden und die Weibchen insgesamt gut 2.500 Eier ablegen. Hierdurch erklärt sich die z.T. starke Ausbreitung und das Auftreten von Massenbeständen.

Den Winter verbringen die Kartoffelkäfer in kleinen Spalten oder unter Blättern am Boden.



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Kartoffelkäfer

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