Wegwarte

Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus)
syn. Zichorie

Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00149

► mehr Pflanzen


Die mehrjährige Wegwarte tritt bei uns in 3 Unterarten auf. Die häufigste Verbreitung findet die Wildpflanze (gewöhnliche Wegwarte var. intybus). Bekannt ist die Wegwarte noch als Nutzplanze der Unterarten Kaffeezichorie (var. sativum) und als Salat-Chicoree (var. foliosum). In Zeiten der Kaffeemangelversorgung wurden die Wurzeln des Kaffeezichorie geröstet und als Kaffeeersatz genutzt. Die Zuchtform als Salat-Chicorie findet immer mehr Verbreitung als Wintergemüse. Hier zeigt sich auch die enge Verwandtschaft der Wegwarte mit der Endivie (Cichorium endivia). Als Salat werden nur die (bitterstoffarmen) grundständigen Rosettenblätter des ersten Jahres genutzt.

Wegwarte Pflanze

Um die Wegwarte ranken sich viele Legenden, welche sich im Laufe der Jahrhunderte immer den neuen Gegebenheiten angepasst haben. Darin stellt die Wegwarte immer die wartende Geliebte dar, welche unerfüllt auf ihren Ritter oder Helden wartet und mit den großen blauen Blüten Ausschau hält.

An fast jedem Straßenrand ist in den Sommermonaten die Wegwarte zu entdecken. Mit leuchtenden blauen Blüten ist sie ein echter Blickfang. Sie ist in ihren Anforderungen an die Umgebung sehr anspruchslos und besiedelt vorwiegend trockene, gern stickstoffreiche Böden an Wegen, auf Ödland oder Schuttplätzen. Auch hohe Salzkonzentrationen an Straßenrändern stören sie nicht wesentlich. Die Wegwarte kommt häufig vor und ist im Bestand nicht gefährdet. Die Wegwarte ist als Pionierpflanze in fast ganz Europa heimisch, nur in den Alpen fehlt sie.

Wegwarte Blüte

Sie ist eine mehrjährige, milchsaftführende Pflanze, welche eine Höhe von ca. 100 bis 160 cm erreicht. Der Stängel ist oft verzeigt und rauh behaart.

Die Grundblätter sind – ähnlich wie bei dem Löwenzahn – schrotsägeförmig, fiederteilig in einer Rosette und unterseits mit kräftigen Borstenhaaren versehen. Im oberen Pflanzenteil sind die Blätter dann länglich bis lanzettlich geformt. Die Stängelblätter stehen wechselständig.

Die 2 – 3 cm großen Blütenköpfe sitzen direkt auf dem Stängel oder Ast, nur selten sind sie kurz gestielt. Häufig sitzen die Blüten an den Astenden oder in Verzweigungen. Sie sind hellblau bis selten weißlich leuchtend gefärbt. Die Hüllblätter sind in zwei Reihen angeordnet und stark drüsenhaarig. 5 Staubblätter sind vorhanden; der Fruchtknoten ist unterständig. Die nur aus abgespreizten Zungenblüten bestehenden Blütenköpfe breiten sich bei Sonnenschein aus und schließen sich bei schlechtem Wetter bzw. am Spätnachmittag. Die Staubgefäße und Griffel stehen senkrecht ab (Foto). Es blühen immer nur wenige Blüten zeitgleich an einer Pflanze.

Die Früchte (Achänen) sind bis 3 mm lang

Die Blütezeit der Wegwarte liegt zwischen Ende Juni und September.

Die Wegwarte wird auch in der volkstümlichen Heilkunde eingesetzt. Sie wird dort als Kraut oder Wurzel in z.B. Teezubereitungen angewendet. Das Kraut wird im Juli zur Blütezeit und die spindelförmige Wurzel im Herbst geerntet und getrocknet. Als Einsatzgebiet kommt vor allem die Anregung und Kräftigung der inneren Organe (Magen, Leber, Galle, Darm)  bei Völlegefühl und Appetitlosigkeit in Betracht. Wirksame Inhaltstoffe der Pflanze sind vor allem die Bitterstoffe und Gerbstoffe. Äußerlich wird die Wegwarte zur Bekämpfung von Hautunreinheiten eingesetzt.

Eine typische beliebte Teemischung setzt sich aus Wegwarte, Löwenzahn und Pfefferminz (2:2:1; 2 TL auf 250 ml Wasser) zusammen und wird 3 min ziehen gelassen.

In Bauerngärten wird die Wegwarte gern als unkomplizierte Zierpflanze genutzt.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Wegwarte

Natur-Lexikon.com