Besenginster Blüte

Besenginster syn. Besenpfrieme (Cytisus scoparius)
früher:
Sarothamnus scoparius

Ordnung: Hülsenfrüchte (Leguminosae)
Familie: Schmetterlingsblütler (Fabaceae)
syn.
Hülsenfrüchtler
Gattung: Geißklee (Cytisus)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00142

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Der in mehreren Unterarten vorkommende Besenginster gehört in die Familie der Schmetterlingsblütler (früher Hülsenfruchtgewächse). Diese zeichnen sich u.a. durch sehr eiweißreiche Samen aus; so dass viele Arten dieser Familie als Nutzpflanzen gezogen wurden; z.B. Erbsen, Bohnen, Soja oder Klee. Der hohe Eiweißgehalt entsteht durch  eine Symbiose mit bestimmten Bodenbakterien, welche Stickstoff für Pflanze zur Verfügung stellen und nebenher auch den Boden mit Stickstoff anreichern. Daher werden viele Schmetterlingsblütler auch für den Zwischenfruchtanbau genutzt.

Besenginster Zweig

Der Besenginster ist in ganz Mitteleuropa heimisch. Er wächst auf sonnigen Abschnitten an Waldrändern oder Wiesen. Kalk- und nährstoffarme Böden werden von dem Besenginster bevorzugt besiedelt. Die Böden sollten idealerweise eher locker und frisch sein. Besenginster wächst bis ca. 900 Meter Höhe; in den Alpen fehlt der Besenginster. Das Klima sollte insgesamt nicht zu hart sein.

Auf nährstoffarmen Böden wird durch den Ginster der Boden aufgebrochen und mit Stickstoff angereichert, so dass später dort sehr gut Nadelbäume wachsen können.

Der Besenginster kommt häufig vor und ist nicht gefährdet. In Gärten wird der schöne Besenginster auch gern als Zierstrauch genutzt. Im Gartenhandel wird der Besenginster auch als Edelginster gehandelt.

Die rutenartigen Zweige des Besenginsters wurden früher zur Besenherstellung genutzt, daher stammt auch der Name „Besen“ginster.

Besenginster im Gelände

Der Besenginster ist eine aufrechte, strauchartige, dornenlose Pflanze, welche eine Höhe von 60 cm bis gut 200 cm erreichen kann. Er wächst auch sehr in die Breite und ist nach einigen Jahren genauso breit wie hoch. Die kahlen, kantigen, grünen Zweige stehen aufrecht. Die unteren Blätter sind kurz gestielt, die oberen Blätter sind einfach sitzend. Die dreiteiligen Blätter sind kurz behaart. Die unteren Blätter sind eiförmig, die oberen fast schon lanzettlich. Trotz vieler Blätter wirkt der Besenginster nur wenig belaubt.

Ab dem dritten Jahr blüht der Besenginster; dann zwischen Mai und Juni. Die intensiv gelben Blüten sitzen an Kurztrieben und wirken traubenähnlich. Bis zu 50 Blüten stehen an den Enden der Zweige. Die Blütenkrone ist ca. 25 mm lang. Der Griffel ist spiralig eingerollt. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Der Kelch ist gelblich und vertrocknet schnell

Besenginster

Bei dem Besenginster ist der Übertragungsmechanismen des Pollens auf die Insekten besonders ausgeprägt. Einige Kronblätter sind zu einer Art Schiffchen verwachsen. Die oberen Schiffchenränder sind mittels Falten fest verbunden. 5 der 10 Staubblätter sind länger und mit dem Griffel wie eine gespannte Feder in das Schiffchen (Carina) gedrückt. Berührt  dies ein größerer Blütenbesucher, schnellen die Staubblätter und der Griffel nach oben und bedecken den Blütenbesucher mit Blütenstaub. Dies ist ein innerer Explosionsmechanismus, äußere Explosionsmechanismen sind z.B. bei dem Springkraut bekannt.

Die Hülsen sind flach und schwarz gefärbt (siehe Foto). Die Früchte besitzen unterschiedlich stark  geschrumpfte Gewebeschichten. Bei Sonnenschein auf die schwarzen Früchte springen diese auf und die Samen werden im Umkreis einiger Meter verteilt. Daher knistert es im Sommer bei starkem Sonnenschein oftmals in den Ginsterbüschen.

Die Samen benötigen zur Keimung offene Böden. Gut wächst der Besenginster auch auf verbrannten Böden. Die Früchte sind ab Juli an dem Besenginster zu sehen.

Im Winter frieren größere Teile der Pflanze zurück. Im Garten sollte nach der Blüte ein Rückschnitt erfolgen.

Besenginster schwarze Hülse

Inhaltstoffe:
Der Besenginster enthält giftige Alkaloide u.a. das (-)-Spartein und das Lupanin und andere Alkaloide (bis 1,5 %) vom Chinolizidintyp. Spartein wirkt chinidinähnlich am Herzen und hemmt die Reizbildung und Weiterleitung. Peripher wirkt es wie Nicotin mit Lähmungserscheinungen. In den Samen finden sich besonders hohe Alkaloidkonzentrationen.

In der Heilkunde ist der Besenginster als Kraut unter dem Namen „Herba Spartii scoparii“ bekannt. Es besteht aus den im Frühjahr oder Herbst gesammelten Sprossen. Das Kraut ist stark bitter und enthält Teile der Zweige, Blätter und Blüten. Die Alkaloide sind vorwiegend im Stamm vorhanden, so dass die Zweige die Hauptsubstanz des Krautes ausmachen sollten. Im weiteren sind Flavonoide, Cumarine und Spuren von etherischen Ölen vorhanden.

Besenginsterkraut wird als Tee angewendet. Haupteinsatzgebiete sind Kreislaufregulationsstörungen. In der Volksheilkunde wird es auch als Diuretikum eingesetzt. Die diuretische (entwässernde) Wirkung beruht auf den Flavonoiden.

Eine gesteigerte Erregungsleitung am herz wird damit normalisiert.

Als Tee werden ca. 2 Gramm Kraut  mit heißem Wasser übergossen und 10 min ziehen gelassen. Max. 3-4 Tassen je Tag. Wegen der schwankenden Spartein Konzentration sind jedoch besser Fertigarzneimittel anzuraten.

Fertigarzneimittel mit Besenginsterkraut werden als Tee bei Herz-Kreislaufstörungen und als Diuretikum (zur Entwässerung) eingesetzt. Sparteinsulfat wird in Tablettenform oder als flüssige Zubereitung bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt.

In der Schwangerschaft ist Besenginsterkraut kontraindiziert, da es wehentreibend ist. Das Alkaloid Spartein wird isoliert auch zur Wehenauslösung eingesetzt.

Vergiftungen durch Besenginster sind eher selten. Sie gehen einher mit Erbrechen, Durchfall, Kreislaufzusammenbrüchen und im Extremfall einem Atemstillstand. Bei Verzehr einiger Samen sollte eine Giftentfernung durchgeführt werden und evtl. Kohle geben werden.

Verfälschungen mit Färberginster kommen gelegentlich vor.



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