Holzschlupfwespe

Holzschlupfwespe (Ephialtes manifestator)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Familie:
Schlupfwespen  (Ichneumonidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00135

Alle Fotos: Jörg Kammel

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Die Holzschlupfwespe gehört zu den Taillenwespen. Bei ihnen ist der erste Hinterleibsring fest mit dem Vorderkörper verbunden. Der zweite Hinterleibsring ist eingeschnürt und bildet die „Wespentaille“ stielartig aus. Hierdurch kann der Legebohrer der Taillenwespen deutlich besser eingesetzt werden. Ihr Legebohrer (Terebra) hat einen runden Querschnitt. Die eigentlichen Schlupfwespen  bilden eine sehr große Familie, die weltweit mehr als 30.000 Arten umfasst und bei einem großen Spektrum von Insekten schmarotzt. Einzelne Schlupfwespen mit kurzen Legebohrer gebrauchen diesen auch als Waffe, wenn gleich damit kein für den Menschen gefährliches Gift abgegeben wird.

Die Holzschlupfwespe ist vom Frühsommer bis in den Herbst auf Totholz zu beobachten. Insbesondere Eichenholz an sonnigen Abschnitten wird von ihr besucht, so dass Mischwälder bei der Habitatwahl bevorzugt werden. Sie ist in ganz Europa vertreten.

Holzschlupfwespe mit Legebohrer

Die Weibchen der Holzschlupfwespen sind in der Lage in altem Holz lebende Larven anderen Insekten z.B. von Bockkäfern etc. zu erspüren. Ist so eine Larve entdeckt, positioniert sich die Holzschlupfwespe exakt darüber und legt den Legebohrer genau zwischen die Fühler. Die beiden Stachelscheiden klappt sie weg und die Holzschlupfwespe beginnt mit ihrem Bohrer langsam drehend in das Holz einzudringen. Ist sie so tief vorgedrungen, dass sie das Opfer erreicht, wird dieses zunächst durch eine Giftinjektion gelähmt. Danach legt die Holzschlupfwespe in die Larve ein eigenes Ei ab und entfernt den Bohrer wieder. Der ganze Vorgang dauert je nach Holzstärke wenige Minuten bis zu fast einer Stunde. Die schlüpfende Larve der Holzschlupfwespe nutzt die Opferlarve als lebende Futterkammer parasitisch für sich.

Es leben aber nur die Larven parasitisch. Die Vollinsekten (Imagines) ernähren sich vor allem von Pflanzensäften, Honigtau und Nektar.

Die Holzschlupfwespe regelt also mit ihrem Bestand den Befall von Holz durch Insekten z.B. Holzwespen oder Bockkäfer und übernimmt damit eine wichtige Aufgabe in der Natur.

Holzschlupfwespe Einstich

Wie kann nun die Holzschlupfwespe genau wissen, wo sich im Holz die Larven befinden. Sie geht dabei von ihrem Geruchsinn in den Fühlern aus und ortet durch unablässiges tasten auf dem Holz den Geruch eines Pilzes, welcher in dem Holzmehl der Holzschädlinge vorkommen.

Aber auch ihrerseits sind jetzt die Eier der Holzschlupfwespe nicht sicher. Es gibt so genannte Kleptoparasiten, welche die Holzschlupfwespe bei der Eiablage beobachten und nach ihrem Verschwinden sofort den Stichkanal für die Eiablage der eigenen Eier nutzen.

Es ist schon beeindruckend, wie es so ein kleines Insekt schafft, eine so feine Öffnung über mehrere Zentimeter in das Holz zu treiben. Um ein Gefühl für diese Leistung zu entwickeln, müsste man eine extrem feine Nähnadel tief in festes Holz drücken und sie wieder herausziehen, ohne sie dabei abzubrechen.

Die Holzschlupfwespe besitzt eine Körperlänge von 2 – 3 cm, ohne den Legebohrer. Der dünne Legebohrer von einer Stachelscheide umhüllt, die bei einem Einstich nach hinten gedrückt wird. Der Legebohrer ist ca. 1/3 länger als der Körper der Holzschlupfwespe. Um den Legebohrer senkrecht auf dem Holz zu positionieren, muss die Holzschlupfwespe sich schräg aufrichten. Daher sind die hinteren Beine auch deutlich länger, als die vorderen.

Ihre Fühler sind sehr lang und aus mehr als 14 Gliedern zusammengesetzt. Ihr Körper ist schwarz gefärbt mit auffällig roten Beinen.



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