Bison an Tränke

Bison (Bison bison)
syn. amerikanischer Büffel

Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Paarhufer (
Artiodactyla)
Familie:
Hornträger (Bovidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00134

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Alle Fotos: Uwe Walz

Das Bison wird gemeinsam mit dem Wisent der Gattung Bison zugeordnet. Bison und Wisent wurden früher als 2 Arten betrachtet. Sie unterscheiden sich äußerlich und leben in verschiedenen Regionen. Da sie sich aber kreuzen lassen und ihre Nachkommen wieder fruchtbar sind, gelten sie heutzutage als zwei Formen einer Art.

In diesem Beitrag wird auf das Bison eingegangen.

Der Bison ist auf dem ganzen amerikanischen Kontinent heimisch. Heute allerdings in viel kleinen Beständen als vor 300 Jahren.

Bison nah

Bis ca. 1850 wurde der Bison nur von den Indianern Amerikas gejagt und die Bestände umfassten gut 60 Mio. Tiere. Die Indianer haben den gesamten Bison für ihr Leben genutzt. Für fast alle Teile des Tieres hatten sie Verwendung. Mit dem Einzug der Europäer in Nordamerika wurde diese Kultur und die Bisonbestände dramatisch zerstört. Dies beschleunigte sich noch dem Bau der großen Eisenbahnen. Nach 1870 wurden für viele Jahre jährlich mehr als 2 Mio. Bisons erschossen, oftmals ohne jede Nutzung der Tiere. Die toten Kadaver wurden einfach liegengelassen. Nur mit knapper Not entkamen die Bisons der völligen Ausrottung. Durch Nachzuchtprogramme und Schutzgebiete scheint heute das Weiterbestand der Art gesichert zu sein. In verschiedenen Nationalparks leben heute etwa 50.000 Exemplare.

Es werden zwei Unterarten unterscheiden. Zum einen der Flachlandbision, welche die weiten Gebiete der Prärie bewohnt  und zum anderen der Waldbison.

Das Bison gehört zu den Rindern und ist mit unserem Hausrind verwandt. Rinder ernähren sich ausschließlich pflanzlich. Die Bezeichnung „Büffel“ für das Bison ist nicht ganz korrekt. Die eigentlichen Büffel sind in Afrika und Asien heimisch.

Bison Herde

Körperbau
Der Bison ist eines der mächtigsten Säugetiere des amerikanischen Kontinents. Er beeindruckt durch seinen massiven, gedrungenen Vorderkörper und den tiefen, großen und lang behaarten Schädel.

Der Bison trägt ein braunes, dichtes Fell, welches bis zu 40 cm lang sein kann. Der Hinterleib ist nur wenig behaart, so dass der Körper sich optisch immer licht nach vorn zu schieben scheint.

Ein Bisonbulle kann knapp 4 Meter lang werden und ein Gewicht von bis zu 1.000 Kilogramm erreichen. Seine Schulterhöhe liegt bei 1,5 – 1,8 Metern.

Die verhältnismäßig kleinen Hörner der Bisons sind leicht nach innen gebogen. Beide Geschlechter tragen Hörner. Die Bisonkühe sind knapp ein Drittel kleiner als die Bisonbullen.

Bison Reinigung

Verhalten und Ernährung
Im Sommer ernährt sich der Bison von Kräutern und Gräsern der Prärie. Im Winter muss er mit Moos, Flechten und Resten von trocknem Gras auskommen. Der Waldbison ernährt sich zusätzlich von Blättern und Rinde. Wie alle Rinder benötigen auch Bisons größere Mengen Trinkwasser.

Bisons sind Wiederkäuer und benötigen entsprechende Pausen bei der Nahrungsaufnahme.

Neben der Nahrungsaufnahme verbringen die Bisons viel Zeit mit Ruhen und der Körperpflege. Dazu reiben sie sich an Bäumen oder auf dem Boden.

Bisons leben in Gruppen, bestimmt durch das Muttertier. Diese Muttergruppen setzten sich aus der Mutter und den Jungtieren bis 3 Jahren zusammen. Die Muttergruppen können bis 25 Tiere umfassen. Ältere Bullen halten sich am Rand der Gruppe auf und bilden z.T. wieder eigene Gruppen. Sind Bisons auf der Wanderung in Gefahr, laufen sie immer schneller bis fast 50 Stundenkilometer.

Bison im Schnee

In der Fortpflanzungszeit  im August bilden sich Gruppen von vielen hundert Tieren. Die Kühe sind 1-8 Tage paarungsbereit.  Zwischen den Bullen tritt Rivalität um die paarungsbereiten Kühe auf, was zu Kämpfen und Auseinandersetzungen führt. Vor dem eigentlich Kampf wird versucht durch Brüllen und Drohgebärden die Rivalen zum aufgeben zu bewegen. Bei dem Kampf selber laufen die Bisons mit den Köpfen aufeinander oder sie rammen den Gegner in der Flanke. Die dichte Behaarung am Kopf verhindert dabei so manche schwere Verletzung. Der Kopfhaltung kommt in der Rivalitätsphase eine entsprechend hohe Bedeutung zu.

Fortpflanzung und Entwicklung
Bisonkühe gebären zumeist ein Jungtier nach ca. 9 Monaten Tragezeit.

Junge Bisons besitzen ein Geburtsgewicht von 25-30 kg. Die jungen Bisonkälber sind bald in der Lage der Mutter zu folgen, sind also typische Nestflüchter (im Gegensatz zu typischen Nesthockern wie dem Kaninchen oder Eichhörnchen) . Sie werden 6 – 12 Monate gestillt. Mit 3 Jahren sind die Jungtiere geschlechtsreif. Bisons haben eine Lebensdauer von ungefähr 20 Jahren.

Feinde
Nur der Mensch bedroht die Bisons. Natürliche Feinde kennen sie kaum.



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Bison

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