Spinnenfresser

Spinnenfresser (Ero furcata)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie:
Spinnenfresser (Mimetidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00130
Alle Fotos: Wolfgang Kairat ► mehr Spinnen


Die Familie der Spinnenfresser umfasst in Europa 4 Arten. Davon ist Ero furcata mit Abstand die häufigste und bekannteste Spinne. Sie kommt in ganz Mitteleuropa vor. Meist findet man sie an Waldrändern, vorzugsweise von  Fichtenwäldern. Nur selten sieht man sie auf reinen Wiesengebieten oder Ödland.

Die Körperlänge des Spinnenfressers liegt bei Weibchen um die 4mm, die Männchen sind etwas kleiner. Der kugelige Hinterleib von Ero furcata besitzt auf der Oberseite 2 kleine Höcker, alle anderen Spinnenfresser zeigen 4 Höcker auf dem Hinterleib. Bis zu den Höckern ist der Hinterleib dunkel, danach hellbraun mit dunklen Flecken.

Der Vorderkörper ist gelbbraun und weisst am Rand und in der Mitte fast schwarze Zeichnungen auf. Die Beine sind ganz typisch dunkel-hell geringelt.

Spinnenfresser auf Beutezug
Spinnenfresser auf Beutezug

Sie zeichnet sich – wie der Name schon sagt – durch ihr Ernährungs- und Jagdverhalten aus. Spinnenfresser verzehren ausschließlich Spinnen und jagen dabei ohne Netz.

Der Spinnenfresser sitzt tagsüber gut getarnt an Bäumen; häufig an Fichten. Setzt dann die Dunkelheit ein, geht die Spinne auf Jagd. Sie sucht mit Vorliebe die Netze von Kugelspinnen aus. Zunächst nähert sie sich ganz langsam und vorsichtig dem Netz. Durch sanftes Zupfen am Netz lockt sie dann die Kugelspinne herbei und fällt über sie her. Die Kugelspinne wird durch einen gezielten Biss in ein Bein schnell gelähmt und dann spinnentypisch ausgesogen. Da auch die Kugelspinne recht giftig und wehrhaft ist, besitzen die Spinnenfresser an den vorderen Beinen ausgeprägte Abwehrstacheln.

Kokon des Spinnenfresser

Nach der Paarung baut das Spinnenfresser Weibchen einige kleine, auffällige Kokons (Foto), an welchen die Art gut erkannt werden kann. Jeder Kokon enthält 8-10 Eier. Der Kokon wird von der Außenseite mit einigen losen Fäden umwickelt und später mit einem kräftigen Faden an Pflanzen befestigt. Diese Kokons kann man relativ häufig entdecken, im Gegensatz zur Spinne selbst. Dies hat auch seine Ursache darin, dass die Kokons oft über mehrere Jahre erhalten bleiben.

Da sich 2 Generationen im Jahr entwickeln, trifft man reife Exemplare im Frühjahr und im Herbst an.



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