Herbstspinne

Herbstspinne (Metellina segmentata)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Herbstspinnen (Metidae)
Gattung: Herbstspinnen (Metellina)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00126

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Im Herbst sind in großer Zahl die Herbstspinnen bei uns zu finden. Oftmals sind sie in Bodennähe vergesellschaftet mit dem Baldachinspinnen. Meist sieht man sie an Waldrändern oder offenem Gelände in Bodennähe, gern auch in der Nähe von Feuchtbiotopen. Die Herbstspinne lebt im Flachland genauso, wie in Höhen bis nahe der Baumgrenze. Während die Baldachinspinnen horizontale Netze bauen, sind die Netze der Herbstspinne schräg bis senkrecht.

Herbstspinne mit Beute

Von allen Radnetz bauenden Spinnen ist sie in Deutschland die häufigste Art. Ihre Radnetze mit 20 – 25 Speichen baut die Herbstspinne dicht über dem Boden. Ihre Nabe bleibt bis ca. 2 – 3 cm frei. Die Nabe wird nach der Fertigstellung des Netzes frei gebissen. Die Herbstspinne sitzt meist in der Mitte der Netznabe, mit dem Vorderleib nach unten gerichtet. Zudem richtet sich die Herbstspinne fast immer so aus, dass die einfallende Sonne ihre Unterleibsseite trifft. Nur selten sitzt sie neben dem Netz und ist dann immer mit einem Signalfaden mit dem Netz verbunden.

Herbstspinnen vor Paarung
Vor der Paarung übergibt das Männchen die Beute zur Beruhigung des Weibchens.

Früher hat man die Herbstspinne zu den Radnetzspinnen gezählt, da ihr Netz analog zu den Radnetzspinnen aufgebaut ist. Allerdings ähnelt sie vom Körperbau, mit dem langen Vorderbeinen, mehr den Streckerspinnen. Im Ergebnis sind die Herbstspinnen dann zu einer eigenen Familie Metidae zusammengefasst worden. Die Familie der Herbstspinnen ist in Europa mit 10 Artenvertreten.

Die Weibchen sind mit 7-9 mm etwas größer als die Männchen mit 5-7 mm Körperlänge. Der Vorderkörper ist hellbraun bis gelblich gefärbt und zeigt eine dunkle, gegabelte Binde in der Mitte (Foto). Der Hinterleib ist mit weißlich-gelber Grundfärbung und einem verwaschenen rötlichen Blattmuster eher unaufällig. Von unten sind unter dem dunklen Hinterleib 2 helle Streifen zu erkennen.

Herbstspinne Zeichnung Hinterleib

Ihre Beute jagt die Herbstspinne mit Hilfe ihres Fangnetzes. Zur Paarungszeit im September finden sich immer einige Männchen in der Nähe des Netzes.

Bleibt nun ein Insekt im Netz hängen, laufen die Männchen blitzschnell zu der Beute. Das erste Männchen spinnt nun die Beute ein und bietet es dem Weibchen an. Beginnt das Weibchen mit der Mahlzeit kann das Männchen nun das so beruhigte Weibchen  gefahrlos umwerben.


Vor dem Herbstlaub ist die Herbstspinne sehr gut getarnt.

Durch Zupf- und Trommelsignale macht das Männchen auf sich aufmerksam. Das Weibchen nimmt den Begattungsfaden auf und legt sich bauchoben zur Paarung bereit. Nach wenigen Minuten ist die Paarung vorüber und das Männchen entfernt sich ohne gefressen zu werden.


Die Vorderbeine der Herbstspinne sind ähnlich gebaut, wie bei den Streckerspinnen.

Das Weibchen legt später die gelblichen Eier in mehreren kleinen, weißlichen Kokons mit ca. 100 Eiern - oft unter Baumrinde - geschützt ab. Die Eier überwintern in dem Kokon. Nach Fertigstellung aller Kokons verendet die Herbstspinne binnen weniger Tage. Die jungen Herbstspinnen schlüpfen im Frühjahr und wachsen bis zum Spätsommer heran. Reife Herbstspinnen sind von August bis Anfang November zu beobachten.

Herbstspinne Männchen
Männchen der Herbstspinne



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