Holzbiene

Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Familie: Bienen (Apidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00123

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Die Holzbiene ist die größte heimische Bienenart. In Deutschland ist sie selten und nur in Wärmeinseln anzutreffen. Ihr eigentliches Verbreitungsgebiet liegt in Südeuropa. Aufgrund ihrer besonderen Ansprüche gilt die Holzbiene in Deutschland als gefährdet. Allerdings konnte sie sich nach dem Sommer 2003 wieder weiter in Deutschland ausbreiten. Ein großes Problem der Holzbiene ist der Wegfall geeigneter Lebensräume, da immer öfter tote Bäume dem Ordnungssinn des Menschen zum Opfer fallen.

Die Holzbiene benötigt warme, sonnenbeschienene Biotope mit viel trockenem Altholz in denen sie ihre Brutröhren bauen können. Oftmals können sie in alten Streuobstwiesen gesehen werden. Schmetterlingsblütler, Korbblütler und Lippenblütler werden von ihnen bevorzugt besucht.

Bereits in den ersten warmen Märztagen können Holzbienen gesichtet werden. Hierbei handelt es sich um überwinterte Exemplare, welche sich bald paaren.

Holzbiene im Flug

Ihr Körperbau ist hummelartig, bei einer Länge von fast 3 cm. Körper und Flügel sind fast schwarz gefärbt. Bei bestimmtem Lichteinfall leuchten die Flügel intensiv blau. Die Behaarung ist kurz und schwarz, am Hinterleib fast nicht vorhanden. Die Fühlerspitze ist leicht geknickt. Die Männchen sehen ähnlich wie die Weibchen aus.

Andere Holzbienenarten in Südeuropa können auch gelbe oder ähnliche Farben annehmen.

Die blaue Holzbiene besitzt kräftige Kauwerkzeuge (Foto unten). Hiermit ist sie in der Lage, die Röhren in das Holz zu beissen. Dabei entsteht richtiges Sägemehl.

Kauwerkzeuge der Holzbiene

Zudem dienen die Werkzeuge noch für die Nektarbeschaffung. Sind die besuchten Blüten zu schmal für den großen Kopf oder ist der Rüssel zu kurz, beisst die Holzbiene kurzerhand die Blüte auf und saugt den Nektar von der Seite ab, ohne eine Bestäubung zu verursachen. Dieser Nektarraub wird bei den vielen großen kurzrüssligen Bienen – meist Hummeln -  beobachtet.

Holzbienen sind sehr gute Flieger und können sich auch über weite Entfernungen gut orientieren.

Die Holzbiene erscheint im Spätsommer und beide Geschlechter überwintern in geschützten Verstecken. Im Frühjahr kommt es zur Befruchtung und die Weibchen bauen die bis 30cm langen Nistgänge in totes, sonnenbeschienenes, nicht mehr ganz hartes  Holz. Dabei werden die einzelnen (10-15 Stück) Brutzellen mit dünnen Scheidewänden versehen, welche aus Holzspänen und Speichel produziert werden. In den Brutzellen kommen als Nahrung ein großer Pollenklumpen zu dem Ei hinzu. Wenn der Gang nicht gerade an der Oberfläche liegt, müssen die jungen Bienen mit dem Ausflug warten, bis die über ihnen lebende Holzbiene ihre Brutzelle verlassen hat. Die Jungbienen verlassen nach nicht ganz 3 Monaten ihre Brutzellen.

Die blaue Holzbiene ist keine soziale Art, sondern sie leben solitär (allein).

Holzbienen sind standorttreu und nisten meist in dem Holz, in dem sie selber geschlüpft sind. Im Laufe der Zeit wird das Holz so völlig durchbohrt.

Gegenüber Menschen sind sie nicht scheu und völlig harmlos. Sie können zwar stechen, tut dies aber nur in ärgster Gefahr.

In Amerika wird die Holzbiene meist als Schädling aufgefasst, das sie dort auch in Holzbauwerken ihre Gänge baut. Bei uns in Deutschland baut die Holzbiene nur in morschem Holz.


Foto: Doris Tripod



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