Labyrinthspinne

Labyrinthspinne (Agelena labyrinthica)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Trichternetzspinnen (Agelenidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00122

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Die Netze der Labyrinthspinne oft sind auf trocknen Wiesen und Wegrändern zu entdecken. Aber auch Ödlandgebiete und Vorgärten werden von ihr gern besiedelt.

In Mitteleuropa ist sie fast überall häufig und verbreitet. Im Juli ist sie sehr oft zu sehen

Labyrinthspinne auf Blättern

Die Labyrinthspinne gehört zu der Familie der Trichternetzspinnen. Diese Spinnenfamilie lebt meist zurückgezogen in ihrer Trichterhöhle und wartet auf vorbeikommende Beute, welche dann blitzschnell überwältigt wird. Typische Merkmale sind die sehr langen Beine und die verlängerten Spinndrüsen.  Ca. 45 Trichternetzspinnenarten sind in Europa heimisch.

Labyrinthspinne im Blatttrichter

Die Labyrinthspinne ist bei gutem Wetter auch öfter auf ihrem trapezartigen Netz zu sehen. Es sind oft große und eindrucksvolle, waagerechte Gespinste mit mehr als 50cm Durchmesser, meist in Bodennähe zwischen Gräsern und Sträuchern. In der Nähe findet sich auch immer ein kleines Versteck für die Spinne in Form einer kleinen 1 – 2 cm breiten Gespinströhre. Die Gespinströhre ist nach hinten offen, um immer einen Fluchtweg für die Spinne bereitzustellen. Auf der Gespinstdecke bewegt sich die Labyrinthspinne schnell und geschickt, die Beutetiere kommen hingegen kaum voran.

Im Gegensatz zu den Radnetzspinnen orientiert sich die Labyrinthspinne vornehmlich optisch, um ihre Beute im Netz zu finden.

Die Labyrinthspinne ist mittelgroß mit einer Körperlänge von 8 – 14 mm.

Auffällig sind die stark vergrößerten Spinndrüsen am Hinterleib (Foto), wobei die hinteren Spinnwarzen besonders verlängert sind. Der Vorderkörper ist gelb-braun mit zwei breiten Längsbinden und einem hellen Seitenrand. Der Hinterkörper ist eher grau-braun mit ebenfalls 2 dunkeln Längsbinden an der Aussenseite. Diese Längsbinden sind gestückelt und bilden ein Fischgrätenmuster.

Zur Paarung im Juli suchen die Männchen paarungsbereite Weibchen, denen sie sich gefahrlos nähern können. Ist das Weibchen paarungsbereit, sitzt es ruhig in ihrer Gespinströhre. Das Männchen setzt sich nun verkehrt herum neben das Weibchen und führt abwechselt die Taster ein. Löst sich das Weibchen aus der Starre muss das Männchen blitzschnell fliehen, Meist endet es aber als Nachspeise für das Weibchen. Ca. 4 Wochen später baut das Weibchen einen Eikokon mit 60 – 140 Eiern aus der Gespinströhre. Hierin überwintern die Jungspinnen und verlassen das Nest erst im kommenden Frühjahr.

Hinterleib der Labyrinthspinne

Reife Labyrinthspinnen sind in den Sommermonaten anzutreffen. Erst ab diesen Monaten sind ihre Beutetiere (z.B. Heuschrecken, Honigbienen etc.) in ausreichender Menge vorhanden. Für die Honigbienen können größere Labyrinthspinnenbestände zu spürbaren Verlusten führen, so dass Imker öfter erst Schafe über betreffende Gebiete laufen lassen.


Paarung der Labyrinthspinne



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Labyrinthspinne

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