Schillerfalter

Großer Schillerfalter (Apatura iris)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00121

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Der große Schillerfalter ist ein wunderschöner Falter von respektabler Größe. Wenn man ihn zum ersten Mal sieht vermutet man eigentlich gar keinen heimische Falter.

Es sind die heißen Tage, an denen der große Schillerfalter am besten zu beobachten ist. Insbesondere zu den Mittagsstunden kann man ihn mit etwas Glück auf einem halbschattigen, steinigen Weg entdecken. Er leckt dort an den Steinen, um Mineralien zu bekommen.

Sogar auf die Hand lässt er sich nehmen, um dort am Körperschweiß zu lecken. Aber auch an Kot oder altem, salzigen  Käse kann der männliche große Schillerfalter gesichtet werden. An Blüten ist der große Schillerfalter so gut wie nie zu beobachten.

Die weiblichen Falter ernähren sich von Kohlehydraten z.B. von Blattläusen etc.

In den kühleren Stunden sitzen die Falter auf ihren höher gelegenen Schlafplätzen.

grosser Schillerfalter

Der große Schillerfalter ist von Europa bis Asien heimisch. Allerdings meidet er Südeuropa, sowie nördlich England und Skandinavien.  In Deutschland besiedelt er bis 1000m alle wichtigen Regionen. Er kann besser Kälte vertragen, als der kleine Schillerfalter und ist daher auch weiter nördlich als dieser anzutreffen.

Schillerfalter auf der Hand

Der große Schillerfalter ist in lichten Mischwäldern und Auenwäldern anzutreffen. Voraussetzung für einen geeigneten Lebensraum sind Weiden (insbesondere die Salweide). Typischerweise hält er sich in den Bäumen auf und ist kaum sichtbar.

Die Flügeloberseite weist eine braune Grundfarbe auf, welche eine typische weiße Zeichnung einfasst (Foto). Auf der Oberseite der Hinterflügel finden sich die rot eingeschlossenen Augenflecken.

Typisches Merkmal aller Schillerfalter ist der bläuliche Schimmer auf der Flügeloberseite. Dieses Schillern gab dem Falter seinen Namen. Die blaue Farbe entsteht durch eine Wellenbrechung des Lichtes an den luftgefüllten Schuppen auf dem Flügel. Man kann es nur in einem bestimmen Winkel beobachten.

Der Schiller ist nur bei den Männchen zu beobachten, dies gilt auch für den kleinen Schillerfalter. Hier liegt also ein typischer Sexual-Dimorphismus vor.

Die Hinterflügel sind zackig gebuchtet. Der Rüssel ist hell und sehr dünn.

Der große Schillerfalter gehört zu den Augenfaltern. Er besitzt 2 große Augen auf den Hinterflügeln. Der kleine Schillerfalter kann durch seine 4 Augen gut unterschieden werden.

Bevorzugte Eiablage und Raupennahrungspflanze des großen Schillerfalter ist die Blattoberseite der Salweide, bzw. nachrangig andere Weidenarten.

Die Raupen leben von August bis in den Frühsommer des Folgejahres und überwintern auch. Sie sind grün gefärbt und besitzen helle Streifen an den Seiten, sowie gelbe Punkte am Körper. Äußerlich ähnelt die Raupe einer grünen Nacktschecke durch ihre zwei Hörner am Kopf. Die Verpuppung findet an den Blattunterseiten statt. Die Schmetterlinge sind dann von Juni bis August in einer Generation zu beobachten. Eine zweite Generation tritt wildlebend nicht auf. Die Flugdauer liegt bei einem Monat. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt  im Juli. Die Eiablage der Weibchen kann vereinzelt bis in den September reichen.

Der große Schillerfalter ist in Deutschland im Bestand gefährdet, was vor allem an wegfallenden Biotopen liegt. Aber auch die Asphaltierung von Waldwegen und das zunehmende Anbringen von Meisenkästen  drücken seinen Bestand.



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Großer Schillerfalter

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