späte Adonisjungfer

Späte Adonisjungfer (Ceriagrion tenellum)
syn. Scharlachlibelle, zarte Rubinjungfer

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Kleinlibellen (Zygoptera)
Familie: Schlanklibellen (Coenagrionidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00119
Alle Fotos: Werner Gossel

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Die späte Adonisjungfer gehört wie die frühe Adonisjungfer zu den Schlanklibellen. In Deutschland ist sie extrem selten, im Mittelmeerraum dagegen häufig anzutreffen. Ihr Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland liegt in Nord-West-Deutschland, vor allem NRW.

Während sie im Mittelmeerraum langsame Flüsse bevorzugt, sind es in Deutschland Moorgebiete und kleine, offene Verlandungsbereiche von Stillgewässern welche sich schnell in der Sonne erwärmen und ganzjährig wasserführend sind.

Scharlachlibelle

Die späte Adonisjungfer ist neben der frühen Adonisjungfer die einzige rote Kleinlibelle. Anhand ihrer hellen, roten Beine kann man sie sicher identifizieren. Die Beine der frühen Adonisjungfer sind im Gegensatz zu ihr tiefschwarz gefärbt. Die späte Adonisjungfer ist sehr zierlich gebaut und erreicht kaum 4cm Körperlänge. Augen und Hinterleib leuchten rot. Der Thorax ist grün bis bronzemetallisch gefärbt. Die Weibchen können in verschiedenen Farbvarianten auftreten, welche sich vor allem im Schwarzanteil des Hinterleibs unterscheiden.

Die Paarung dauert ca. eine ¾ Stunde. Die folgende Eiablage in schwimmende Pflanzenteile erfolgt durch das Einstechen in Tandemstellung. Ein vollständiges Untertauchen des Weibchens ist bei der Eiablage nicht zu beobachten. Die Eientwicklung dauert ca. 4 Wochen. Bis zum Winter wachsen die Larven auf ca. 4mm Länge heran

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späte Adonisjungfer

Die Entwicklung der Larven dauert je nach Umgebungstemperatur 1-2 Jahre, sie leben nahe der Oberfläche zwischen den Wasserpflanzen. Da die Larven nicht gefrierfest sind, benötigen sie ganzjährig eisfreie Gewässer. Die Schlupfzeit dauert ca. 70 Tage über an. Der Schlupf findet 10 cm über dem Wasser an kleinen Pflanzen statt. Die Flugzeit ist Mitte Juni bis in den September hinein.

Die Reife- und Jagdhabitate liegen in unmittelbarer Nähe des Heimatgewässers und sollten gut strukturiert und voll beschienen sein; dies gilt auch für die Ruhehabitate.

zarte Rubinjungfer

Tagesaktivitäten sind zwischen 11:00h und 16:00h zu beobachten. Die späte Adonisjungfer ist stark witterungsempfindlich und überlebt längere Schlechtwetterperioden nicht. Die Lebensdauer liegt zwischen 14 und 30 Tagen. Die späte Adonisjungfer ist biotoptreu und wechselt nur extrem selten ihr Heimatbiotop.



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Späte Adonisjungfer

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