Gilbweiderich

Punktierter Gilbweiderich   
(Lysimachia punctata)
syn. Gold-Weiderich

Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Familie Primelgewächse (Primulaceae)
Gattung: Gilbweiderich (Lysimachia)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00113

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Einführung und Verbreitung

Der mehrjährige Gilbweiderich benötigt humusreichen, lockeren Boden welcher ausreichend von der Sonne bescheinen wird. Auch fruchtbare Lehmböden werden gern von ihm angenommen.

Der punktierte Gilbweiderich ist bei uns nicht sehr häufig, aber wo er sich einmal festsetzt hat, kann er sich gut halten. Verbreitungsschwerpunkte sind Kleinasien bis Südeuropa. In Deutschland ist er mehr in den südlichen Bereichen heimisch. In den Bergen sieht man den Gilbweiderich bis ca. 1000 Meter Höhe.

Er ist völlig winterhart und übersteht auch strengen Frost. Als Zierstaude in Gärten ist er sehr beliebt.

Gilbweiderich Gruppe

Die Verbreitung des Gilbweiderich erfolgt neben Samen durch unterirdische Sprosse. Dadurch bedingt tritt er meist in kleinen losgelösten Gruppen auf; oftmals auch auf brach gefallenen Wiesen. Typischerweise trifft man ihn an lichten Stellen im Wald, an Ufern und hellen Wiesen an.

Die Gattung Gilbweiderich (Lysimachia) umfasst knapp 170 Arten.

Gilbweiderich nah

Oligolectie

Der Weiderich weißt eine große Besonderheit auf. Er produziert in erheblichen Mengen fette Öle, welche einen viel höheren Nährwert als Nektar haben. Daher haben sich bestimmte Insekten (Weibchen der Schenkelbienen) fest an den Weiderich als Nahrungslieferanten gebunden, d.h. sie fliegen fast nur noch diese Pflanze an. Bei dem Besuch des Weiderich nehmen diese Bienen also Pollen und fette Öle mit, aber keinen Nektar, da dieser vom Gilbweiderich nicht gebildet wird. Wir können hier einen Blütenbesuch durch Bienen mit sehr enger Wirtswahl beobachten, was sonst sehr selten ist.

In Drüsen an den Haaren des Weiderich wird das Öl gebildet, welches von den Bienen mit den Vorder- und Mittelbeinen aufgenommen wird. Der Rest des Körpers nimmt ganz normal die Pollen auf. Nach verlassen der Blüte streichen die Bienen das Öl dann in kleine Taschen an den Hinterbeinen. Das Gemisch aus Pollen und Öl („Larvenbrot“) dient zur Ernährung der Brutzellen.

Das Larvenbrot wird neben der Aufzucht, auch zum Abdichten der Insektenbrutzellen genommen, um diese damit gegen Feuchtigkeit zu schützen.

In den nördlichen Bereichen sind es nur die Weiderich-Arten, welche als „Ölblumen“ fungieren.

Beschreibung der Pflanze

Die Staude erreicht im Sommer eine Höhe von fast einem Meter. Sie ist ein typischer Dauerblüher in den Sommermonaten und wird daher häufig in Gärten angebaut. Die künstliche Vermehrung kann durch Teilung erfolgen, während sie sich natürlich durch Ausläufer oder Samen verbreitet. Die Verbreitung durch Ausläufer erfolgt über Keimsprossen. Nach Bildung von neuen Pflanzen verkümmert die ursprüngliche Keimpflanze.

Die grau-grünen Stengel sind gefurcht und mit dichten Haaren besetzt. Im oberen Pflanzenteil ist der Stengel unverzweigt. Die lanzettlich-eiförmigen Blätter sind ca. 7-10 cm lang, 1- 3cm breit und quirlständig. Sie sind dabei sehr kurz gestielt und dicht behaart.

Die Blütezeit ist von Juni bis in den August hinein. Die Blüten sitzen zu 1-4  in den Blattachseln und sind ca. 1,5 cm gestielt. Die Blütenstiele sind dicht behaart, jedoch ohne Drüsenhaare. Der Kelch ist 6-8mm lang; die Kelchblätter sind lanzettlich geformt, schwach rot gepunktet und dicht behaart. Der Kelch ist am Grund verwachsen. Die Blüten haben einen Durchmesser von ca. 3cm und sind satt gelb gefärbt.

Die glockige Blütenkrone ist nur an der Basis verwachsen und zeigt 5 eiförmige Zipfel. Am Rand der Blütenblätter finden sich kurze Drüsenhaare.

Die Frucht ist eine kugelige Kapsel.



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