dunkle Krabbenspinne

dunkle Krabbenspinne
syn. Wald-Krabbenspinne (Xysticus lanio)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Krabbenspinnen (Thomisidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
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Dokument: MZ 00112

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Die Krabbenspinnen sind in den Sommermonaten häufig auf unseren Wiesen zu beobachten.

Sie sind durch ihren Körperbau leicht zu erkennen. Der Körper der Krabbenspinnen ist länglich und verbreitet. Auffällig ist die unterschiedliche Länge ihrer Beinpaare, wobei die beiden Vorderbeinpaare deutlich länger und kräftiger sind. Ihren Namen haben die Krabbenspinnen durch ihren krabbenartigen Gang erhalten.

In Europa umfasst die Familie der Krabbenspinnen ca. 40 Arten. Neben den Springspinnen und Radnetzspinnen sind es sicher die häufigsten Spinnen in unserer heimischen Natur. Die Gattung Xysticus ist mit 18 Arten die größte Gattung in der Familie der Krabbenspinnen.

Krabbenspinnen sind sonnenliebende Tiere. Die Waldkrabbenspinne findet man, ähnlich  der veränderlichen Krabbenspinne häufig auf großen Einzelblüten sitzen. Aufgrund ihrer auffälligen Färbung versteckt sie sich auch gern unter der Blüte.

Die Waldkrabbenspinne kann in den Monaten Mai bis August beobachtet werden. Sie bewohnt die Kraut- und Strauchschicht auf sonnigen Wiesen, sowie helle licht durchflutete Wälder. Sie kommt häufig vor und ist nicht gefährdet.

Wird die Wald-Krabbenspinne bedroht, wendet sie sich gegen den Angreifer und hebt ihre ersten zwei Beinpaare zur Abwehr (Foto).

dunkle krabbenspinne Männchen
Männchen der dunklen Krabbenspinne

Krabbenspinnen sind typische Ansitzjäger, die keine Netze bauen, d.h. sie sitzen ganz ruhig und warten bis sich eine Beute nähert. Ist dieses nah genug, schnellen sie blitzschnell vor und überwältigen die Beute. Da beiden vorderen Beinpaare deutlich länger als die hinteren sind, können hiermit die gefangenen Opfer festgehalten und so weit vom Körper ferngehalten werden, dass sie nicht stechen können. Sofort spritzt die Spinne ihren Verdauungssaft in den Körper des Insekts und kann kurz danach das Insekt aussaugen. Nicht nur kleine Insekten werden Opfer der Krabbenspinnen. Auch Hornissen, große Falter und vor allem Käfer fallen ihr zum Opfer.

Die Weibchen sind mit 7 mm Körpergröße ca. 2-3 mm größer, als die Männchen.

Die Wald-Krabbenspinne ist dunkel bis rötlich gefärbt. Um ihren Vorderkörper läuft ein schmales helles Band. Die Beine sind dunkel gefärbt. Bei den Männchen sind die Beine heller und besitzen dunkle Punkte.

Nach vorn blickt die Krabbenspinne aus 2 Augenpaaren, wobei die größeren Augen außen liegen und die inneren Augen rel. weit voneinander entfernt sind..

Auf dem Kopf über den Augen befindet sich noch eine Reihe aus 4 Augen.

Der Hinterleib zeigt eine typische Blattzeichung, die bei Weibchen nur gering ausgeprägt sein kann.

Die Männchen hingegen zeigen eine ganz stark abgegrenzte Blattzeichnung (Foto) auf ihrem Hinterleib.

Die Paarung der Wald-Krabbenspinne verläuft ähnlich wie bei der Busch-Krabbenspinne. Vor der Paarung wird das Weibchen durch das Männchen mit einigen Fäden „gefesselt“. Allerdings hat dies nur symbolischen Charakter, denn nach der Paarung entfernt sich das Weibchen unbeeindruckt aller Fäden. Bei der Paarung steigt das Männchen von hinten über das gefesselte Weibchen hinweg.

Die Eier werden dann von ihr in einen flachen Kokon eingesponnen und ähnlich wie bei der veränderlichen Krabbenspinne verteidigt. Dabei setzt sich die Spinne meist direkt auf den Kokon und bewacht ihn. Nun kann sie nicht mehr jagen und bewacht bis zu ihrem Tod den Kokon. Die jungen Spinnen schlüpfen gegen Ende Sommers und überwintern in kleinen Bodenritzen.



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Wald-Krabbenspinne

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