Nachtkerze Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis)

Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Familie Nachtkerzengewächse (Oenotheraceae syn. Onagraceae)
Gattung: Nachtkerzen (Oenothera)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00109

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Die gewöhnliche Nachtkerze war ursprünglich in Nordamerika heimisch. Dort ist sie über den ganzen Kontinent verbreitet und war auch als Heilpflanze geschätzt. Im 17. Jahrhundert gelangte die Nachtkerze nach Europa. Zunächst als Zierpflanze eingeführt ist sie schnell ausgewildert und hat sich rasch verbreitet.

Als Neophyt konnte sie sich gut gegen heimische Pflanzen durchsetzen.

Bei uns ist sie heute typischerweise an unbeachteten Stellen wie Bahndämmen, Aufschüttungen oder Geröllhalden zu finden Die Nachtkerze benötigt lockeren, sandigen oder steinigen, nährstoffreichen Boden.

Sie ist eine krautige, zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr entwickelt sich eine Blattrosette mit 20-30 Blättern und im nächsten Jahr treibt ein bis 2 m hoher Stengel aus. Im oberen Bereich der Pflanze kann es kleinen Verzweigungen kommen. Der Sproß ist dicht mit Drüsenhaaren besetzt, etwas kantig und bis in die Spitze beblättert.

Nachtkerze Blüte

Die Blätter der Blattrosette sind länglich eiförmig und verschmälern sich zum Stiel hin. Der Blattrand ist fast glatt. Sie enden in einer stumpfen Spitze und  sind leicht behaart. Die wechselständigen Stengelblätter haben eine lanzettliche Form.

Die großen gelben Blüten sind den ganzen Sommer über zu beobachten. Die Blüten sind ährenartig angeordnet. Auffällig ist, dass die unteren Blättern vor den oberen Blättern blühen.

Die Blüten öffnen sich erst gegen späten Nachmittag bis Abend und werden am Tage von Bienen, Hummeln und Tagfaltern und Nachts von Nachtfaltern bestäubt. Die Blüten sind die Nacht über geöffnet, was der Pflanze auch ihren Namen „Nachtkerze“ gegeben hat. Den folgenden Tag und die nächste Nacht sind die Blüten noch geöffnet, nun aber mit leeren Staubbeuteln und geöffneten narben, um eine Selbstbefruchtung zu vermeiden.. Am zweiten Morgen schließen sich die Blüten mit dann welken Staubbeuteln.

Ihre Wurzel ist spindelförmig und kann ca. 20 cm in den Boden wachsen. Äußerlich rot gefärbt kann sie ca. 5 cm Umfang erreichen. Sie ist essbar.

Die Früchte sind längliche Kapseln.

Aus den reifen Samen der Nachtkerze wird mit Ölpressen ein fettes Öl gewonnen, welches sehr reich an ungesättigten Fettsäuren ist. Für ein Gramm Öl werden ca. 10.000 Samen benötigt. Für die arzneiliche Anwendung kommt eine Fluidextraktion zur Anwendung.  Insbesondere die Gamma-Linolensäure ist einzigartig in ihren starken Vorkommen in dem Nachtkerzen-Öl. Ihr Gehalt beträgt ca. 9%. Die Gamma-Linolensäure ist eng verwandt mit der Arachidonsäure, welche eine zentrale Rolle bei Entzündungsprozessen spielt. Weithin sind der der Nachtkerze diverse Aminosäuren enthalten.

Dieses Öl wird in Kapseln verarbeitet und vor allem bei trocknen und entzündlichen Hautzuständen erfolgreich angewendet. Es ist goldgelb gefärbt; zur Stabilisierung wird meist Vitamin E zugesetzt.

Insbesondere bei der Therapie der Neurodermitis sind mit Nachtkerzenöl große Erfolge zu erzielen; Voraussetzung ist natürlich eine langfristige Anwendung!

Weitere Anwendungsgebiete sind entzündliche Magen-Darm Beschwerden, allergische Reaktionen, asthmatische Beschwerden, Stärkung des Immunsystems und Menstuationsbeschwerden. Zudem wird Nachtkerzenöl aufgrund seiner hautpflegenden Eigenschaften auch häufiger in der Kosmetik zur Hautberuhigung eingesetzt.

Toxische Symptome konnten bei dem Einsatz von Nachtkerzenöl nicht beobachtet werden.



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