Sichelspringspinne

Sichelspringspinne syn. Braune Springspinne
(Evarcha falcata)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Springspinnen (Salticidae)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00108

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Die Familie der Springspinnen ist in Mitteleuropa mit über 80 Arten (weltweit ca. 4.000) vertreten und damit eine der größten heimischen Spinnenfamilien. Bedingt durch ihre kleine, kurzbeinige Gestalt werden die Springspinnen häufig nicht wahrgenommen oder mit den flinken Wolfspinnen verwechselt. Die Sichelspringspinne gehört zu derselben Gattung wie die schwarze Springspinne.

Am besten unterscheidet man Springspinne, von anderen Spinnenarten an ihren großen scheinwerferartigen Augen.

Springspinnen gehören zu den anmutigsten Spinnen. Sie sind flink und sehr geschickt. Dabei arbeiten sie aber nie ohne Sicherung, welche durch einen kleinen gesponnenen Faden (Sicherungsfaden) kaum sichtbar ist. Sollte aber ein Sprung mal daneben gehen, können sie sich an diesem Faden wieder zurückziehen.

Die Sichelspringspinne ist eine in Europa weit verbreitete Springspinne. Sie bevorzugt sonnige Waldränder und bewachsene Lichtungen. Sie ist die häufigste Art ihrer Gattung in Europa. Reife Exemplare sind in den warmen Monaten Mai bis August zu finden. Die Sichelspringspinne hält sich meist in Bodennähe bzw. in der Krautschicht auf.

Sichelspringspinnen sind tagaktive Gliedertiere, welche die Sonne sehr lieben. Bei Nacht oder schlechtem Wetter ziehen sie sich dann in ihre sackartigen Wohngespinste zurück.

braune Springspinne

Die Weibchen der Sichelspringspinne erreichen eine Körperlänge von bis zu 8 mm, die Männchen sind ca. 3 mm kürzer. Das Männchen ist auffällig gezeichnet. Die Pedipalpen sind bräunlich bis grau. Auf dem Rand des dunklen Vorderleibs verlaufen seitlich zwei weiße Querbinden. Der Hinterleib hat besitzt eine Art Blattzeichnung. Die Weibchen sind unscheinbar gefärbt, ihr Vorderleib ist rotbraun und der Hinterleib eher grau-braun.

Ihre Beute nimmt die Sichelspringspinne vorwiegend optisch wahr. Anders als die meisten Spinnen, welche auf Erschütterungen reagieren, sind Springspinnen vor allem Augentiere. Unter 10cm kann sie ihre Beute gut erkennen und wendet sich ihr frontal zu. Nach vorn sind dabei zwei Augenpaare gerichtet. Die großen mittleren, scheinwerferartigen Augen können ähnlich einem Fotoobjektiv mit zwei Linsen ihren Fokus und die Brennweite frei einstellen. Zusätzlich kann sich die Netzhaut verschieben und so einen besseren Blickwinkel ermöglichen. Ähnliches gilt für die kleineren Augen an der Kopfseite. Sich bewegende Objekte können sie hingegen mit den Augen verfolgen, ohne den Kopf zu bewegen.

Ist die Beute nah genug springt sie mit einem großen Sprung und überwältigt das Opfer, welches auch erheblich größer als die Springspinne sein kann. Das Opfer wird durch einen Biss gelähmt oder getötet und dann ausgesogen.

Sichelspringspinne Seitenansicht

Springspinnen vollbringen immense Sprungleistungen und überwinden dabei Entfernungen die das 20fache ihrer eigenen Körperlänge betragen können. Diese Sprünge werden nicht mit Muskelkraft, sondern mit einem inneren Hydrauliksystem bewältigt. In der Sprungvorbereitung wird der  Haemolymphdruck so erhöht, dass das 3. und 4. Beinpaar ruckartig und kraftvoll gestreckt werden kann. Das 1. und 2. Beinpaar dient dann der Landung bzw. dem Ergreifen der Beute.

Das paarungsbereite Weibchen ist an der Färbung der Vorderbeine zu erkennen. Die Paarung verläuft ähnlich wie bei den Wolfspinnen. Das Männchen nährt sich vorsichtig und macht tanzartige Bewegungen. Bei der Paarung sitzt das Männchen stundenlang umgedreht auf dem Weibchen und lässt sich sogar von diesem umhertragen. Sogar kann kleine Sprünge kann das Weibchen mit dieser Last noch machen. Zeitweise führt das Männchen während der Paarung einzelne Taster an dem Hinterleib des Weibchens ein.

Ihre Fähigkeit an Decken und Wänden zu laufen erzeugt immer wieder Erstaunen bei dem unbefangenen Beobachter. Dies können diese Spinnen mit Hilfe vieler tausender Beinhaare bewerkstelligen. Diese Haare haften am Untergrund und bauen eine schwache physikalische Verbindung auf. Durch die große Menge an Haaren reichen die Anziehungskräfte um die Spinne an der Decke festzuhalten. Bis mehr als das 100fache ihres eigenen Köpergewichtes kann die Spinne so an der Decke tragen. Trotzdem sind sie schwach genug, dass die Beine sich noch bewegen lassen.



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