Steinmarder Steinmarder (Martes foina)
syn. Hausmarder, Dachmarder

Klasse Säugetiere (Mammalia)
Ordnung Raubtiere (Carnivora)
Familie Marder (Mustelidae)
Gattung Echtmarder (Martes)

Autor: Matthias Zimmermann

Dokument: MZ 00106
Alle Fotos: Uwe Walz

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Einführung und Verbreitung

Ähnlich wie der Baummarder kommt der Steinmarder in ganz Europa vor, nur die britischen Inseln konnte er nicht besiedeln, dort lebt nur der Baummarder. Dafür reicht das Verbreitungsgebiet des Steinmarders weiter nach Süden und vor allem nach Osten z.T. bis nach Asien. Steinmarder sind die häufigste Marderart Mitteleuropas. Dies hat sicher auch damit zu tun, dass sein Fell nie so begehrt war, wie das des Baummarders.

Anders als der Baummarder lebt der Steinmarder als Kulturfolger in der Nähe menschlicher Siedlungen wie Parkanlagen, Scheuen oder Dachböden. Er bevorzugt buschiges, steiniges Gelände und findet seine Nahrung meist am Boden bzw. in Bodennähe. Er hat die Scheu vor den Menschen fast vollständig abgelegt und ist so immer häufiger in städtischen Umgebungen aus geringer Distanz zu beobachten.

Die Steinmarderbestände haben sich nicht so stark rückläufig entwickelt, wie die des Baummarders.

Während der Steinmarder Mitte letzten Jahrhunderts aufgrund der hohen Fellpreise fast ausgerottet schien, haben sich die Bestände bis heute gut erholt.

Der Steinmarder lebt als Einzelgänger (solitär) und verteidigt sein Revier gegen Artgenossen gleichen Geschlechts. Bei seinen nächtlichen Streifgängen legen Steinmarder z.T. erhebliche Strecken zurück, wobei sie freie Flächen meiden und sich geschützt entlang von Büschen, Waldrändern oder Mauern bewegen.

Körperbau

Der Steinmarder ist etwas kleiner als der Baummarder und besitzt eine Körperlänge mit Schwanz (Rute) von max.70 – 75 cm.

Sein Hals ist deutlich verkürzt. Das Körpergewicht liegt bei 1,2 bis mehr als 2 kg. Dadurch ist er deutlich stämmiger und etwas weniger flink als der Baummarder. Trotzdem sind Sprünge bis zu 2 Meter für ihn kein Problem.  Sein weißer Kehlfleck ist ein typisches Merkmal zu seiner Identifikation. Die Rute ist relativ lang und grober beharrt.

Das Fell des Steinmarders ist bräunlich gefärbt, ohne die Rotfärbung des Baummarders aufzuweisen.

Die Fußsohlen sind, anders als beim Baummarder nicht behaart.

Man kann den Steinmarder vom Baummarder anhand folgender Merkmale unterscheiden:

1.      Kehlfleck
Der Baummarder besitzt einen gelblichen, ungegabelten Kehlfleck. Der Steinmarder hingegen einen weißen, gegabelten Kehlfleck, d.h. er läuft unten in 2 langen Gabeln aus.

2.      Größe
Der Baummarder ist etwas größer als der Steinmarder

3.      Gewicht
Erstaunlicherweise ist der Baummarder leichter als der Steinmarder, was ihm beim Klettern in den Bäumen sehr hilft.

4. Nase
Die Nase ist beim Baummarder dunkel und bei dem Steinmarder hell gefärbt.

Steinmarder

Ernährung und Verhalten

Der Steinmarder ist ein nachtaktives Tier, welches erst in der Dämmerung aktiv wird.

Tagsüber zieht sich der Steinmarder in Felsspalten, hohle Steine oder auch in Scheunen, Dachböden oder Stallböden zurück. In Bäumen kann man ihn fast nie antreffen. Er sucht sich immer bereits vorhandene Höhlen oder Spalten als Unterschlupf und polstert diese aus. Als Höhlenbauer ist er jedoch nicht aktiv.

Da er häufig in der Nähe menschlicher Siedlungen angetroffen wird, nennt man ihn auch Hausmarder.

Der Steinmarder hat auf dem Boden, die Geschicklichkeit und Geschwindigkeit entwickelt, welche den Baummarder in den Gehölzen auszeichnet. Er ist beständig unterwegs und sucht Mäuse und Kleinsäuger in Löchern und Scheunen. Sind sie einmal entdeckt, können sie dem Steinmarder kaum entkommen.

Insgesamt ist er bei der Nahrungsauswahl nicht wählerisch. Er verzehrt zudem Früchte und Obst ebenso wie Insekten oder Vögel. Eier werden auch gern von ihm gesammelt und als Vorrat aufbewahrt. Dadurch kann er je nach Habitat oder Jahreszeit seine Ernährung variabel anpassen.

Seine Streifgebiete sind deutlich kleiner, als die des Baummarders.

Dringt ein Steinmarder in Hühnerställe oder Taubenschläge ein, tötet er sehr oft alle Tiere, obwohl er meist nur ein oder zwei fressen kann. Zwar töten Tiere nur selten mehr als sie fressen, aber die Tötungsreflex bei Steinmarder wird durch die herum flatternden  und keine Fluchtmöglichkeit findenden Tiere immer wieder neu ausgelöst, bis schließlich alle Tiere getötet sind.

Ähnlich wie Katzen sind Marder sehr reinliche Tiere, welche sich eine extra Toilette und sogar eine Speisekammer anlegen, um ihr Nest nicht zu verschmutzen.

Ist ein Marder zu einem „Hausgast“ geworden, muss man alle möglichen Schlupflöcher verschließen, wenn man ihn fernhalten möchte. Allerdings sollte man darauf achten ihn nicht einzuschließen, also am besten in der Nacht, da er tagsüber ruhig im Versteck liegt!

Zudem sollten die Aussperrungen nicht im Frühjahr erfolgen. Es besteht die Gefahr die hilflosen Jungtiere von ihrer Mutter zu trennen. In jedem Fall sollte auch geklärt werden, ob es sich nicht evtl. doch um Mäuse handeln kann. Diese sind deutlich ruhiger, als die Steinmarder.

Das Einfangen von Steinmardern hat nur wenig Sinn, da die „Hausnester“ aufgrund der Duftspuren sehr schnell neu von Mardern belegt werden.

Da Steinmarder sehr lärmempfindlich sind, hat schon mach einer Erfolg mit einem Taschenradio in den Dachboden gehabt, um dort Marder zu vertreiben. Allerdings müssen trotzdem im Anschluß alle Öffnungen verschlossen werden.

Steinmarder und PKW´s

Der Steinmarder hat eine besondere Neigung entwickelt. Er durchbeisst gern Gummischläuche und Kabel in PKW´s und richtet dabei z.T. größere Schäden an. Dies tut er meist in der Nacht und auch in Großstädten, wo man ihn eigentlich gar nicht vermutet. Dabei ist dieses Verhalten des Steinmarders ein ganz natürliches Erkundungsverhalten. Weiche Objekte mit starkem Eigengeruch ziehen ihn magisch an und wenn diese dann in kleinen Höhlen (Motorraum) kann er einfach nicht mehr widerstehen und beisst zu. Aufgrund des stärkeren Eigengeruchs sind naturgemäß Neuwagen häufiger betroffen. Insbesondere wenn diese abends noch gefahren sind und eine spürbare, heimelige Restwärme abstrahlen. Der Motorraum ist oft auch Spielplatz der jungen Steinmarder. Die meisten Kabelbisse werden im Frühjahr bzw. Frühsommer registriert, wenn die Paarungszeit bevorsteht und die Männchen aggressiver werden.

Was kann man dagegen tun?

Nachdem wir bereits zweimal selber betroffen waren, haben wir jetzt immer ein Bündel Hundehaare im Motorraum aufgehängt. Bislang wirkt es sehr gut. Einmal im Jahr tauschen wir die Haare aus, damit es weiter nach Hund riecht. Mit den oft angebotenen elektrischen Marderabwehrgeräten kann ich mich nicht anfreunden.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Paarung findet im Hochsommer statt. Ähnlich wie bei dem Baummarder dauert die Tragezeit in Europa ca. 8 Monate incl. einer längeren Keimruhe. D.h. die jungen Steinmarder kommen im März oder April zur Welt. Nach ungefähr einem Monat öffnen die jungen Steinmarder ihre Augen. Für 2 Monate werden die meist 2 – 5 Jungen noch gesäugt und gehen erst dann mit ihrer Mutter  (Fähe) gemeinsam auf die Jagd. In wärmeren Verbreitungsgebieten entfällt die Keimruhe und die Tragezeit dauert dann nur wenige Wochen. Ab dem Herbst werden die jungen Steinmarder selbständiger und teilen mit der Fähe das Streifgebiet.

Nach 2 bis 3 Jahren sind Steinmarder geschlechtsreif.

Sie können ein Alter von ca. 10 Jahren erreichen.



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