Hyäne

u.a. Fleckenhyäne (Crocuta crocuta)
syn. Tüpfelhyäne, Tigerwolf

Klasse Säugetiere (Mammalia)
Ordnung Raubtiere (Carnivora)
Familie:
Hyänen (Hyaenidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com

Dokument: MW 00093

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Alle Fotos: Frank Stober

verwandte Arten:
- Streifenhyäne
- Braune Hyäne
- Fleckenhyäne (Fotos auf dieser Seite)

Einführung und Verbreitung
Wegen ihrer Erscheinung und dem Fressen von Aas gehört die Familie der Hyänen zu den unbeliebtesten Säugetierfamilien. Eigentlich völlig zu unrecht, den sie jagen auch selber Groß-Wild, von dem sie allerdings häufiger vertrieben werden und dann später mit den Rest vorlieb nehmen müssen.

Hyänen gehören nicht zu den Hunden. Sie haben nur aufgrund ähnlicher Bedingungen eine konvergente Entwicklung gehabt. Vielmehr gehören die Hyänen zu den Schleichkatzen. Sie bilden darin eine eigene Familie mit den 3 o.g. Arten.

Sie bewohnen Steppen und Savannen in Höhen bis 3000 m. In Afrika sind Hyänen das am häufigsten anzutreffenden Großraubtier.

Hyäne Rudel

Körperbau
Sie wiegen ausgewachsen ca. 40 - 50 Kg.
Hyänen sind typische Zehengänger. Besonders auffällig ist ihr abfallender Rücken, da die Vorderbeine sich im Laufe der Entwicklung stark verlängert haben. Die höheren Schultern verleihen den Hyänen ihr typisches Aussehen, welches oft etwas „bucklig“ wirkt. Zudem gehen sie – im Gegensatz zu den meisten anderen Vierbeinern - im Paßgang, d.h. die Gliedmaßen auf einer Körperseite werden gemeinsam bewegt. Der gesamte Vorderköper ist übermässig stark entwickelt, dies gilt vor allem auch für die Kiefer- und Halsmuskeln. Sie sind in der Lage schwere Beutestücke weit zu tragen. Katzen dagegen können ihre Beute nur hinter sich herziehen. Ihr Kiefer ist so kräftig, dass auch große Hüftknochen kein Hindernis für sie darstellen.

Ohren, Nase und Augen sind hervorragend entwickelt. Die Augen besitzen dabei senkrechte Schlitzpupillen.
Der Geruchssinn ist sehr stark ausgeprägt; Aas kann bereits aus mehreren Kilometern Entfernung wahrgenommen werden.

Markierungen ihrer Reviere werden durch Ausstülpen einer Analtasche vorgenommen. Ihr Fell ist an Nacken, Kopf und Schwanz sehr lang; es kann Schmutz leicht abwerfen, dazu reicht ein kräftiges Schütteln. Der Schwanz selber hingegen ist recht kurz geraten.

Hyäne nah

Ernährung
Hyänen (mit Ausnahme des Erdwolfes) sind typische Allesfresser. Sie fressen Früchte, Pflanzenteile, Eier, Fleisch und Aas. Sie brechen mit ihrem kräftigen Kiefer auch Knochen auf und verspeisen die essbaren Teile. Sie erledigen gemeinsam mit den Geiern die Aasbeseitigung in der Wildnis, dadurch werden Seuchen und Krankheiten unter den Tieren vermieden. Sie leben aber nur zu einem kleinen von Aas, da es schlicht zu wenig Aas in der Wildnis für sie gibt.

Hyäne im Lauf

Verhalten
Hyänen leben in Höhlen als Wohnraum für die Rudel, welche sie von anderen Tieren (z.B. Stachelschweinen) übernehmen. Die jungen Hyänen verbringen ihre ersten Lebensmonate in den schmalen Höhlen, die sie z.T. selber ausbauen. Hyänen sind erfolgreiche Jäger, auch von Großwild. Allerdings können sie ihre Beute oft nicht verteidigen. Meist sind es Löwen, welche die Beute der Hyänen „übernehmen“. Die Hyänen warten dann in großem Abstand, ob von “ihrer“ Beute noch etwas übrig bleibt.

Im Gegenzug verjagen sie andere Jäger von Ihrer Beute und warten nicht bis diese sich sattgegessen sind und halb freiwillig die Beute hergeben, sondern greifen sofort an. Ihrer Beute reissen sie den Bauch auf, was meist zum sofortigen Tod der Beute führt.


Sie sind nachtaktive Jäger. Bis zum nächsten Tag ist dann von der Beute nicht mehr viel zu sehen, da auch die Knochen mit verspeisst werden.

Werden Hyänen von anderen Raubtieren bedroht und können nicht mehr fliehen, legen sie sich bewegungslos hin. Da die meisten Raubtiere auf Bewegung der Beute reagieren, verlieren sie schnell das Interesse an der Hyäne.

Normalerweise stellen Hyänen für den Menschen keine große Gefahr dar. Nur alte und schwache Hyänen nähern sich menschlichen Siedlungen und können dann auch Menschen angreifen. Ganz anders verhält es sich in Gegenden, wo der Mensch das Beutewild der Hyänen zu großen Teilen ausgerottet hat. Dort werden auch Menschen (z.B. bei der Feldarbeit angegriffen).

Von Menschen aufgezogene Hyänen können sehr anhänglich sein. Allerdings besteht auch im Spiel eine Gefahr, da ihre Zähne extrem scharf sind.

Fortpflanzung und Entwicklung
Die Paarung ist nicht an Jahreszeiten gebunden. Sie dauert ca. 10 - 30 min an und wird im Stehen vollzogen. Ein für Katzen typischer Paarungsbiss oder Paarungsschrei bleibt aus.

Es werden meist 2-3 Junge geboren. Ihre typische Fellfärbung bildet sich erst nach einigen Monaten aus. Sie werden fast 18 Monate gesäugt. Mit 2 bis 3 Jahren werden sie dann geschlechtsreif.

Hyänen besitzen fast keine natürlichen Feinde. Damit sie sich dennoch nicht zu sehr verbreiten, ist eine ausgefeilte soziale Hackordnung entstanden, die eine willkürliche Paarung und Vermehrung vermeidet. Hyänen leben deutlich länger als Großkatzen und können bis zu 40 Jahre alt werden.

Streifenhyäne (Hyaena hyaena)
Sie besitzen wie der Name verrät dunkle senkrechte Streifen auf dem langen Fell. Sie ähneln dem Erdwolf, können aber durch den schwarzen Kehlfleck gut von ihnen unterschieden werden.

Die Streifenhyäne lebt in Afrika, um die Sahara herum und in Ostafrika. In Asien von Kleinasien bis Indien und im Kaukasus. Damit ist sie die einzige Hyänenart ausserhalb Afrikas und belegt ein sehr großes Verbreitungsgebiet. Trotz ihrer großen Verbreitung ist sie erheblich seltener anzutreffen, als die Tüpfelhyäne.

Die Streifenhyäne ist vor allem in den Abend- und Nachtstunden aktiv. Tagsüber verbirgt sie sich in Büschen.

Ihre Nahrung tragen sie zu ihrer Höhle und verspeisen sie dort. Daher kann man neben Hyänenhöhlen immer viele Knochen finden. Streifenhyänen jagen ähnlich Hunde, indem ihre Opfer zu Boden geworfen werden und danach ihr Bauch aufgebissen wird.

Die Streifenhyäne lebt meist in großen Familienverbunden. Sie gelten als Kulturflüchter.

Sie ist die kleinste Hyänenart mit weniger als 40 Kg Körpergewicht und einer Körperlänge von weniger als 1,2 Meter. Die Tragezeit beträgt ca. 90 Tage und es werden meist 3 bis 5 Junge geboren. Wird eine Streifenhyäne gestellt, nimmt sie eine fixe Stellung ein und stellt sich tot.

Fleckenhyäne, Tüpfelhyäne, Tigerwolf (Crocuta crocuta)

Der Name kommt durch ein Fleckenmuster an Rücken und Flanke zustande. Das gelblich-rote Fell ist kurz und fest. Sie haben runde beharrte Ohrmuscheln, während andere Hyänen unbehaarte spitz zulaufende Ohren besitzen.

Sie ist die am häufigsten vorkommende Hyänenart überhaupt. Sie lebt in Afrika südlich der Sahara.

Die Tüpfelhyäne ist die größte der 3 Hyänenarten und wiegt bis zu 70 kg bei 1,5 m Körperlänge.

Sie leben gesellig in großen Rudeln von bis zu 100 Tieren, welche fremden Tieren sehr angriffslustig gegenüberstehen. Sie jagen in kleinen Gruppen und erreichen bei der Hetzjagd leicht 60 km/h.

Ihre Opfer werden durch einen Biss in das Genick, bzw. durch aufreissen der Bauchdecke getötet.

Wenn sie aufgeregt ist, gibt sie sonderbare Schnattergräusche von sich, daher wird sie auch als „lachende Hyäne“ bezeichnet. Die Paarungszeit ist im Januar und nach ca. 110 Tagen werden ein oder zwei Junge in selbstgebauten Erdröhren geboren. Die ersten 18 Monate werden die jungen Hyänen noch von ihrer Mutter gesäugt, nach 9 Monaten gehen sie zum erstenmal mit auf die Jagd. Außer dem Menschen hat die Tüpfelhyäne keine Feinde. Sie kann in Freiheit bis zu 25 Jahren alt werden.

braune Hyäne
Braune Hyäne

Braune Hyäne, Schabrackenhyäne, Strandwolf (Hyaena Brunnea)

Das Fell ist braun gefärbt und hängt lang herunter (daher der Name Schabrackenhyäne). Sie geht allein auf Nahrungssuche, lebt aber im Rudel und großen Gemeinschaftshöhlen. Die Schabrackenhyäne lebt im südlichen Afrika in der Nähe der Küste. Sie lebt von Aas und Meeresrückständen (tote Fische, Krabben etc.), daher auch ihr Name „Strandwolf“.

Sie ist sehr selten und vom Aussterben bedroht.

Familie Erdwölfe Protelidae
Erdwolf, Zibethyäne (Proteles cristatus)
Erdwölfe gehören einer eigenen Familie an, besitzen aber große Ähnlichkeit mit den Hyänen.

Er unterscheidet sich von den Hyänen vor allem die Nahrung und das entsprechende Gebiss, sowie die für die Hyänen typische Aftertasche. Sein Fell ist grau-gelblich mit schwarzen Streifen. Er ist kleiner als die Streifenhyäne.

Der kleinere Erdwolf hat ein schwächer ausgeprägtes Gebiss, da er sich im wesentlichen von Insekten ernährt. Er besitzt ein klebrigen Speichel, welcher es ihm ermöglicht kleine Insekten „aufzulecken“. Um die Insekten besser aufnehmen zu können ist ihre Schnauze unbehaart. Termitenhügel können sie allerdings nicht aufbrechen. Nur selten frisst der Erdwolf auch kleine Säuger oder Vögel. Aufgrund der besonderen Ernährungssituation bleiben Erdwölfe meist Einzelgänger. Erdwölfe verteidigen ihr Revier und markieren es mit Analdrüsensekreten. Der Erdwolf ist recht scheu und nachtaktiv. Die Tage verbringt der Erdwolf im selbstgegrabenen Bau und jagt nur in den Morgen- und Abendstunden.

Etwa 100 Tage nach der Paarung werden zwei bis vier Junge geboren.

Er lebt im Süden Afrikas zwischen dem Sudan und Südafrika.



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