Schimpanse

Schimpanse (Pan troglodytes)

Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Herrentiere (Primaten)
Familie:
Menschenaffen (Pongidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00092

Alle Fotos: Gerhard Schulz

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Einführung und Verbreitung
Der Schimpanse gehört zu den bekanntesten Tieren überhaupt.
In den Waldgebieten und Savannen des Flachlands Afrika´s ist seine Heimat.
Von allen Menschenaffen steht der Schimpanse dem Menschen am nächsten. Sie können sich an verschiedenste Lebensräume gut anpassen, dies ist auch ein Grund dafür, dass sie so häufig in zoologischen Gärten zu sehen sind.

Körperbau
Die Männchen werden bis 50 Kg schwer und erreichen aufgerichtet fast 1,70 Meter; Weibchen sind etwas kleiner.
Das Fell der Schimpansen ist grau bis schwarz gefärbt, was stark mit dem jeweiligen Verbreitungsgebiet zu tun hat.
Der Daumen ist den anderen Fingern gegenübergestellt und kann so ideal zum Greifen genutzt werden. Schimpansen bewegen sich auf allen Vieren fort und stützen sich dabei mit den Handgelenken oder Fingerknöcheln auf, da sie Ihre Hände nicht vollständig spreizen können.
Die Arme sind deutlich länger, als die Beine. Er besitzt mehr als doppelt soviel Muskelmasse wie ein Mensch und hat sehr kräftige Zähne. Als Gegner sind Schimpansen daher sehr gefährlich. In zoologischen Gärten haben sie schon Wärter schwer verletzt.

Schimpanse mit Jungtier

Ernährung
Schimpansen ernähren sich vor allem von Früchten und Pflanzenkost. Zuweilen wird dies durch
Fleisch oder Insekten ergänzt. Sie bedienen sich kleiner Werkzeuge um ihre Ziele zu erreichen. So stecken sie beispielsweise Stöcke in Ameisenhaufen, um Insekten besser zu erlangen. Ähnlich gelangen sie auch an Honig aus Bienennestern. Die Vorlieben für bestimmte Nahrung scheint weniger angeboren, als vielmehr vom Umfeld geprägt zu sein. So kommt es das Schimpansen in einigen Gebieten Eier lieben und woanders verschmähen. Einige bestimmte Früchte vorziehen, andere bestimmte Speisen ablehnen.
Sie trinken sehr selten. Ihr Flüssigkeitsbedarf wird über den hohen Anteil an Früchten in den Nahrung gedeckt.

Schimapnse nah

Verhalten
Für das Verhalten der Schimpansen ist ihre sehr hohe Intelligenz prägend. Sie besitzen ein sehr hohes Lernvermögen. Dies wird durch Kommunikation sind den Horden rasch ausgetauscht, so dass neue und erfolgreiche Verhaltensweisen sich schnell etablieren können. Der Gebrauch von Werkzeugen zur Ereichung von Zielen ist für sie selbstverständlich. Sie lernen auch bereits durch reines Zuschauen. So stellt z.B. das Öffnen eines Schlosses mit einem Schlüssel im Zoo für sie kaum eine Herausforderung dar. Sind Werkzeuge unbrauchbar geworden, versuchen sie diese zu verbessern oder zu reparieren. Auch weisen sie Gegenständen Wertigkeiten zu und erlernen einfache Sprachmuster. Erhalten sie in Gefangenschaft Stifte oder Pinsel malen sie sofort los, überschreiten aber nie einen bestimmten Schwierigkeitsgrad welcher in etwa einem kleinen Kind entspricht.
Zum Schlafen ziehen sich Schimpansen in Bäume zurück, wo sie sich kleine Nester bauen.

Anders als früher angenommen, sind Schimpansen keine Affen der Bäume. Sie können zwar sehr gut klettern und hangeln, auch bauen Sie in den Bäumen ihre Nester, aber die meiste Zeit verbringen sie am Boden.

Abhängig vom Nahrungsangebot halten sie sich am Boden oder in den Bäumen auf.
Im Unterscheid zu den Gorillas beschmutzen Schimpansen nie ihre Nester. Zum Koten oder Harnen suche sie meist erhöhte Plätze oder setzen sich auf umgefallene Bäume.


Sie leben in lockeren Gemeinschaften mit einer festen Rangordnung zusammen. Die ranghöheren Gruppenmitglieder kann man gut an der Zurschaustellung ihrer Kräfte (Imponiergehabe) erkennen. Ein Nachlassen der Körperkräfte führt bei Schimpansen nicht automatisch zur Entthronung. Vielmehr spielt die Erfahrung eine große Rolle. Die Mütter erzeihen ihre Kinder in Gruppen und überlassen dabei auch anderen Müttern zeitweise ihre Kinder. Die Verbände mit 40 bis 60 Individuen ziehen auf kleinere Gruppen verteilt umher. Die Zusammensetzung der Kleingruppen wechselt beständig.

Zur Verständigung untereinander setzen sie oft Gesten oder Körperhaltungen ein. Wenn Sie betteln halten sie z.B. die hohle Hand nach vorn.

Fortpflanzung und Entwicklung
Wie alle Menschenaffen sind auch die Schimpansen das ganze Jahr über paarungsbereit. Empfängnisbereite Weibchen sind durch die rot-leuchtende und geschwollene Geschlechts- und Afterregion schon von weitem gut zu erkennen, diese Schwellung hält ungefähr 10 Tage an. Dies wirkt sozusagen als „Auslöser“ für die Männchen.

Eine Werbung findet nicht statt. Schimpansenweibchen sind nicht monogam, sondern paaren sich mehrmals hintereinander mit verschiedenen Männchen. Die Tragezeit beträgt 8 Monate. Neugeborene Schimpansen wiegen knapp 2 kg und werden ca. 2 Jahre gesäugt. Selten werden Zwillinge geboren. Die ersten Monate werden die Jungen von ihrer Mutter beständig mit herumgetragen. Danach werden sie schnell selbständig, kehren aber die ersten Jahre immer zur Mutter zurück. Im Abstand von 5 bis 6 Jahren tragen die Weibchen erneut Junge aus. Mit 9 -11 Jahren werden sie geschlechtsreif und reihen sich in die Rangordnung der Gruppe ein.
Schimpansen erreichen ein Alter von knapp 40 Jahren.

Feinde
Neben dem Menschen sind ihre natürlichen Feinde Raubkatzen wie Leoparden, aber auch kleinen Parasiten wie Würmern fallen sie häufiger zum Opfer. Werden sie von z.B. Leoparden angegriffen verteidigt sich die ganze Gruppe gemeinsam. Sie schreien, werfen mit Stöcken und laufen auf den Feind zu, um ihn zu vertreiben, was ihnen oft auch gelingt.

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Zwergschimpanse sym. Bonobo (Pan pansicus)
Gattung Schimpansen (Pan)
Auch Sie sind in Afrika (Zaire, am Kongofluss) heimisch. Sie sind deutlich kleiner und etwa halb so schwer wie Groß-Schimpansen. Diese zierlichen Affen sind auch mehr in den Bäumen heimisch aus die Großschimpansen. Er ist wie alle Menschaffen schwanzlos und kann sowohl auf zwei wie auch auf vier Beinen laufen. Genetisch steht er dem Menschen näher, als die Schimpansen.



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