Zebraspringspinne

Zebraspringspinne (Salticus scenicus)
syn. Harlekinspringspinne

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Springspinnen (Salticidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00087

► mehr Spinnen


Die Familie der Springspinnen ist in Mitteleuropa mit über 80 Arten (weltweit ca. 4.000) vertreten und damit eine der größten heimischen Spinnenfamilien. Bedingt durch ihre kleine Gestalt werden die Springspinnen häufig nicht wahrgenommen.

Die Gattung Salticus ist optisch geprägt durch ihre typische gestreifte Hinterleibszeichnung. Von der Gattung Salticus sind drei Arten bei uns heimisch. Die Zebraspringspinne ist sicher die bekannteste von ihnen.

Vorkommen
Oft sieht man die Zebraspringspinne an Hauswänden, Felsen oder Zäunen laufen. Gern setzt sie sich dabei in sonnenbeschienene, windstille Ecken. Sie ist in Siedlungsgebieten heimisch und kommt sehr häufig vor. Bei kühlem Wetter, zur Eiablage etc. ziehen sie sich in ein kleines sackartiges Gespinst zurück, welches sie oft in Ritzen oder Fugen anbringen. Ihre natürlichen Biotope sind idealerweise Trockenrasen mit Stein oder Felseinlagerungen. Die Zebraspringspinne lebt oft in einem festen Revier und wird immer wieder an denselben Orten gesehen.

Zebra-Springspinne
Foto Olaf Wolfram

Körperbau:
Springspinnen besitzen eine gedrungene, untersetzte Körperform mit auffälligen kurzen, kräftigen Beinen. Ihre Körperlänge liegt bei 5 –7 mm.
Die reifen Männchen sieht man im späten Frühjahr, die Weibchen fast das ganze Jahr über.
Ihre Grundfärbung ist ein schwarz-braun mit den typischen weißen „Zebrazeichnungen“ (siehe Fotos).

Am Vorderkörper sind die Seiten und die Stirn weiß behaart. Da sich die weißen Schuppenhaare mit zunehmendem Alter abreiben, wirken alte Zebraspringspinnen oftmals sehr dunkel. Aufgrund ihrer typischen Zeichnung kann man sie rel. sicher identifizieren.

Die kurzen Beine sind unregelmäßig gefleckt. Die kräftigen Beine ermöglichen ihnen große Sprünge. So ist ihre Bewegung auch entweder sanft schleichend oder ruckartig vorspringend. Der beeindruckende Sprung resultiert aus einer ruckartigen Überstreckung des 3. und 4. Beinpaares. Die Überstreckung wird nicht direkt durch Muskeln, sondern durch eine ruckartige Erhöhung des Haemolymphdrucks ermöglicht, also einem eher hydraulischen Prinzip. Die ersten zwei Beinpaare ergreifen dann die Beute bzw. bremsen die Landung. Sie überwinden dabei Entfernungen die bei dem ca. 20fachen der eigenen Köperlänge liegen. Neben dem Angriff werden diese Sprünge auch für die Flucht genutzt.

Am auffälligsten sind die großen Augen der Zebraspringspinne. Sie sind in 3 Reihen 4 –2 –2 angeordnet. Nach vorn sind zwei Augenpaare gerichtet. Die großen mittleren, scheinwerferartigen Augen können ähnlich einem Fotoobjektiv mit zwei Linsen ihren Fokus und die Brennweite frei bewegen. Zudem kann sich die Netzhaut verschieben und so einen anderen Blickwinkel ermöglichen. Ähnliches gilt für die kleineren Augen an der Kopfseite. Daher glaubt man manchmal (bei entsprechender Vergrößerung im Makroobjektiv) ein Flackern in den Augen zu erkennen, wenn die Muskeln die Brennweite neu einstellen. Bei einem optischen Reiz wenden sie sich dem Objekt sofort mit ihrem Kopf zu (Foto oben). Sich bewegende Objekte können sie hingegen mit den Augen verfolgen, ohne den Kopf zu bewegen. Sie können auf nahe Entfernungen besser als ein Mensch sehen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Spinnen, welche mehr tasten und auf Erschütterungen reagieren, sind die Springspinnen vollkommene Augentiere.

Ernährung und Jagd
Die Zebraspringspinne pirscht sich an Wänden oder glatten Oberflächen an ihre Opfer heran. Dann befestigt sie einen Sicherungsfaden und springt das Opfer direkt an, welches sofort durch einen Giftbiss getötet wird. Sie ernährt sich meist von Insekten und kleinen Larven etc. Ihre Opfer können auch um ein vielfaches größer, als die Springspinne selber sein. Sie sind tagaktiv und jagen vornehmlich bei Sonnenlicht. Sie arbeiten wie typische Jagdspinnen ohne Fangnetze. Für den Menschen ist die Zebraspringspinne völlig ungefährlich.

Fortpflanzung und Entwicklung
Zur Balz werden die Cheliceren der Männchen weit abgespreizt (vergleichbar mit der Wolfspinne) und sie bewegen sich tanzartig. Die Paarung findet dann in der Gespinströhre statt. Das Weibchen legt die Eier in einem kleinen, hellen Kokon ab. Da die Zebraspringspinne überwintern kann, sieht man sie häufig bereits an den ersten warmen Frühlingstagen an Hauswänden.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Zebraspringspinne

Natur-Lexikon.com