Spitzenfleck

Spitzenfleck (Libellula fulva)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung:
Großlibellen (Anisoptera)
Familie: Segellibellen (Libellulidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00086

Alle Fotos: Thomas Kirchen

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Einführung und Verbreitung
Die Bezeichnung fulva (lat. „fulvus“) bezieht sich auf die rötlich-gelbe Färbung der Weibchen bzw. der jungen Männchen. Der Spitzenfleck ist in Mitteleuropa heimisch. Südlich der Alpen und in Skandinavien trifft man nur auf Streufunde. Der Spitzenfleck ist bei uns zwar weit verbreitet, tritt aber nur zerstreut auf. Entsprechend klein sind die Bestände im Vergleich zu anderen Segellibellen wie z.B. dem Plattbauch oder großen Blaupfeil. Er meidet Höhengebiete und Vorgebirge ab 700 m Höhe.Der Spitzenfleck benötigt vegetationsreiche, sonnenbeschienene, saubere Gewässer mit guter Sauerstoffversorgung. 


Weibchen vom Spitzenfleck

Sie sind häufig an dicht bewachsenen Gewässern mit Röhrichtgürtel zu finden; Schwerpunkte liegen nahe Auewäldern.  Die Oberrheinebene ist ein Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland. Die Art bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer. Mittelgroße Teiche, Kiesgruben, saure Weiher und Niedermoore sind bevorzugte Habitate. Der Spitzenfleck ist in Deutschland stark gefährdet bzw. in vielen Regionen bereits vom Aussterben bedroht.

Körperbau
Die Weibchen haben ein leicht schwarz eingefärbtes Flügelende, welches nur selten bei den Männchen zu beobachten ist, der Art aber ihren Namen gegeben hat. Junge Weibchen besitzen einen leuchtend orangenen Körper. Die Flügelspannweite liegt bei ca. 8 cm.Von dem Plattbauch ist der Spitzfleck leicht durch das Fehlen des Basalflecks auf dem ersten Flügelpaar zu unterscheiden. Gegenüber dem Vierfleck fehlt das zweite Flügelmal. Eine Unterscheidung gegen den Zweifleck fällt schwerer, hier kann man das Verhalten heranziehen. Während sich der Spitzfleck sehr viel setzt (Ansitzjäger) ist der Zweifleck permanent (ähnlich der Smaragdlibelle) unterwegs.Das Männchen hat einen braunen Thorax und ein blau bereiftes Abdomen (Hinterleib). Typisch ist sein großes Flügelmal an der Flügelbasis des zweiten Flügelpaares (siehe Foto).


Männchen vom Spitzenfleck

Verhalten und Ernährung
Das Spitzenfleckmännchen erscheint schon am frühen Morgen am Gewässer, während die Weibchen erst gegen Mittag gesichtet werden. Paarungshöhepunkt ist dann der späte Mittag.Sie sind wenig ortstreu und wechseln über den Tag die Reviere. Gegen Rivalen (auch artfremde) werden diese Reviere verteidigt. 

Wie fast alle Segellibellen sind sie Ansitzjäger, welche sich freiliegende, windgeschützte Sitzwarten, mit freiem Blick auf das Gewässer, suchen.Abseits der Gewässer wird der Spitzenfleck nur selten angetroffen. Auch die Reifephase verbringt er in Gewässernähe. Das Ruhehabitat dürften Bäume direkt am Gewässer bilden.

Fortpflanzung und Entwicklung
Die Männchen fliegen suchend das Ufer ab, um paarungsbereite Weibchen zu entdecken. Die Paarung beginnt im Flug und wird in der Vegetation beendet. Sie dauert ca. 15 min. Ähnlich wie beim großen Blaupfeil wischen die Weibchen während der Paarung die Wachsbereifung der Männchen ab. Daher weisen ältere Männchen typische schwarz-blaue Flecken am Rand des Abdomens auf (Wischflecke).Vor der Eiablage verharrt das Weibchen noch einige Minuten in der Vegetation, während das Männchen im Rüttelflug alle Rivalen aggressiv verscheucht.Die Eiablage im „Wippflug“ erfolgt durch Abwurf der Eier in seichten Uferabschnitten nahe dem Röhrichtbewuchs.  Die Larven schlüpfen nach 2 bis 6 Wochen aus den Eiern und durchlaufen mehr als 10 Larvenstadien, wozu sie 2 Jahre benötigen.Die Larven leben zunächst auf dem Gewässergrund. Erst nach der dritten Häutung steigen sie bis in die im Wasser stehenden Pflanzenteile auf. Der Schlupf findet in direkter Nähe des Gewässers in niedriger Höhe an z.B. Rohrkolben stattDie Schlüpfzeit beginnt in warmen Temperaturen Ende April und hat im allgemeinen seinen Höhepunkt im Mai. Die durchschnittliche Flugzeit liegt bei 50 Tagen, in warmen Jahren bis 70 Tage. Der Spitzenfleck ist also von Mai bis Ende Juli an unseren Gewässern zu beobachten.



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