Dornfinger

Dornfinger (Cheiracanthium punctorium)

Klasse Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung Webspinnen (Araneae)
Familie Sackspinnen (Clubionidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00085

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Der Dornfinger ist eine aus dem Mittelmeer eingewanderte Sackspinne. Typischerweise trifft am sie an trockenen Wärmeinseln an. In der Kaiserstuhlregion, Brandenburg und in dem Rhein-Main-Gebiet wird sie häufiger gesehen, steht aber in Deutschland auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Im gesamten Mittelmeerraum ist sie häufig anzutreffen.


Der Dornfinger ist die einzige auch für den Menschen gefährliche Giftspinne Mitteleuropas. Ihr Biss führt zu starken Schmerzen mit Lähmungserscheinungen und Schüttelfrost. Im Gegensatz zu den meisten anderen heimischen Spinnenarten können ihre Klauen menschliche Haut leicht durchdringen. Die Symptome können über Wochen anhalten und z.T. kann auch das betroffene, angeschwollene Gewebe nekrotisieren. Meist sind aber Katzen oder Hunde betroffen, welche in dem hohem Gras toben. Besonders zur Paarungszeit im Juli neigen die Dornfinger zu Bissen, natürlich besonders die Weibchen, welche den Eikokon verteidigt am meisten. Nach einem Biss ist meist eine ambulante ärztliche Versorgung ausreichend.

Dornfinger Paar

Die Männchen erreichen eine Körperlänge von 12 mm, die Weibchen von bis zu 16 mm. Damit gehören sie zu den größten Sackspinnen Europas. Der Vorderkörper ist glänzend gelblich, grünlich bis orange gefärbt. Die Cheliceren sind orange-rot mit schwarzen Spitzen, welche beim Männchen stark verlängert sind.

Es sind warme, sonnige Trockenwiesen, welche dem Dornfinger einen geeigneten Lebensraum bieten.


Dornfinger sind vornehmlich nachtaktive Spinnen, welche tagsüber in einem taubeneigroßen, geschlossenen Gespinst zwischen Gräsern verborgen sind. Der geschlossene Gespinstsack wird ca. einen halber Meter über dem Boden, meist gut sichtbar, angebracht.

Dornfinger Weibchen
Weibchen

Die Reifezeit reicht von Juli bis September. In der Paarungszeit leben Männchen und Weibchen gemeinsam in einem Kokon (Foto). Bei der Paarung liegt das Männchen bauchoben unter dem Weibchen. Im Spätsommer produziert das Weibchen einen Eikokon für ca. 100 Eier. Die Jungspinnen verbringen ihre ersten Lebenstage auch noch in diesem Kokon. Dieser Eikokon wird erbittert von dem Weibchen bewacht!

Ähnliche Sackspinnen können gut durch eine rote Zeichnung auf dem Hinterleib unterschieden werden.



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