Huschspinne

Grüne Huschspinne (Micrommata virescens)

Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webespinnen (Araneae)
Familie:
Riesenkrabbenspinnen (Sparassidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00079

Spinne des Jahres 2004

Alle Fotos: Olaf Wolfram

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Die grüne Huschspinne gehört zu den schönsten Spinnen Europas. Durch ihre intensive grüne Färbung kann sie kaum mit anderen Spinnen verwechselt werden. Die Familie der Riesenkrabbenspinnen ist eigentlich in den Tropen beheimatet und die grüne Huschspinne die einzige europäische Vertreterin; nur in Gewächshäusern trifft man selten Heteropoda venatoria, an die zur selben Familie gehört. Die grüne Huschspinne kommt in ganz Mitteleuropa vor, allerdings nach Norden hin abnehmend. Auch in Mittelgebirgslagen ist sie anzutreffen.

Sie gehört zu den sonnenliebenden Arten, welche häufig an Waldrändern, lichten Laubwäldern oder Trockenwiesen zwischen den Pflanzen gesehen wird. Aber auch Feuchtwiesen, Brachen und Moore sucht sie auf.

Die Körperlänge der Weibchen kann bis zu 15 mm betragen, die Männchen sind gut ein Drittel kleiner.

Beim Weibchen ist der Vorderköper leuchtend grün gefärbt und mit kurzen Haaren versehen. Die Augen sind in zwei Reihen angeordnet und von weißen Haaren umrandet. Die obere Augenreihe ist von oben gesehen nach hinten gebogen (rekurv). Die hintere Augenquerreihe ist leicht nach vorne gebogen (prokurv).

Der Hinterleib ist hellgrün gefärbt mit einem länglichen dunkelgrünen Fleck in der Mitte. Die Beine sind grünlich gefärbt und bilden mit dem Körper eine farbliche Einheit.

Grüne Huschspinne

Die Männchen besitzen einen deutlich schmaleren Hinterleib, welcher zudem einen länglichen roten Streifen aufweist, der gelb eingefasst ist. Die Seiten des Hinterleibs sind wieder rot gefärbt.

Junge Huschspinnen besitzen eine eher gelblich, grünlich oder bräunliche Grundfärbung. Erst nach der letzten Reifehäutung im folgenden Frühjahr nehmen die Jungspinnen die typische Färbung der grünen Huschspinne an.


Die grüne Huschspinne gehört zu den tagaktiven Spinnenarten. Die Gras- und Krautschicht bildet ihren Lebensraum. Aufgrund ihrer grünen Färbung ist sie dort jedoch nur sehr schwer zu entdecken und damit sehr gut vor Feinden wie z.B. Vögeln geschützt.


Obwohl ihr Sehvermögen trotz ihrer acht Augen nicht optimal ist, jagt die Huschspinne aufgrund optischer Orientierung. Ihr freijagendes Jagdverhalten ähnelt dem Verhalten der Wolfspinne, welche ihre Opfer blitzschnell fängt. Entkommene Opfer werden verfolgt und überwältigt. Der Bau von Netzen spielt bei der Jagd keine Rolle, sondern diese dienen nur als Unterschlupf.

Der Biss der Huschspinne ist leicht schmerzvoll, aber ohne Nachwirkungen. Die grüne Huschspinne ist für den Menschen völlig harmlos. Meist kommt es zu Bissen, wenn die Weibchen den Eikokon oder die Jungspinnen bewachen und man unachtsam mit der Hand zufällig hineinfasst.

Die Reifezeit reicht vom Juni bis in den August hinein. Vor der Paarung im Mai ist das Männchen kreuz und quer laufend auf der Suche. Ist ein Weibchen gefunden betrommelt er zunächst vorsichtig ihren Rücken. Die Paarung wird ohne weiteres Vorspiel zur „Risikominderung“ für das Männchen betrieben; sie zieht sich bis zu 7 Stunden mit nur einmaligem Tasterwechsel hin. Die Paarungsstellung ist analog zu den Wolfspinnen, dass Männchen sitzt verdreht auf dem Weibchen. Wenige Tage nach der Paarung stirbt das Männchen.

Im Juli beginnt das Weibchen mit dem Bau eines Eikokons. Dazu werden einzelne Blätter verbunden und der Kokon knapp über dem Boden angebracht. Das Weibchen legt darin ihre grünlichen Eier ab und bewacht den Kokon. Nach ca. 4 Wochen schlüpfen dann ca. 40 bis 50 Jungspinnen. Auch die Jungspinnen werden noch länger „beaufsichtigt“.

Die Jungspinnen überwintern halbwüchsig, wobei ihnen ihre gelbliche Färbung zu einer optimalen Tarnung verhilft. Die grüne Huschspinne wird ungefähr 18 Monate alt.



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