Braune Mosaikjungfer

Braune Mosaikjungfer (Aeshna grandis)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung:
Großlibellen (Anisoptera)
Familie: Edellibellen (Aeshnidae)
Gattung: Aeshna (Mosaikjungfern)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00073

Alle Fotos: Olaf Wolfram

► mehr Libellen


Einführung und Verbreitung
In den Hochsommermonaten Juli und August, z.T. auch im September (selten Oktober) ist die braune Mosaikjungfer zu beobachten. Typischerweise findet man sie an größeren, reifen Teichen, Seen und sehr langsam fließenden Gewässern. Auch Fischteiche werden als Biotop besiedelt. Kleinstgewässer werden gemieden.

Sie ist bereits auf der Liste der gefährdeten Arten verzeichnet und entsprechend geschützt. In den nördlichen und östlichen Teilen Mitteleuropas ist sie häufiger zu beobachten; im Süden und Westen tritt sie extrem selten auf. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Irland bis nach Mittelsibirien. In Nordafrika und den Mittelmeerländern fehlt sie gänzlich. Sie besiedelt auch höhere Lagen bis 1.300 Meter.

Sie zieht die kühleren Regionen vor und weicht Hitzegebieten aus. Selbst bei Temperaturen von 7 Grad ist sie noch aktiv. Ihr dunkler Körper begünstigt dabei die Wärmeaufnahme durch Sonnenlicht, evtl. vergleichbar mit der schwarzen Heidelibelle.

Mosaikjungfer

Körperbau
Die Flügelspannweite beträgt ca. 10 cm. Die Körperlänge entspricht mit etwa 8 cm ungefähr der blau-grünen Mosaikjungfer, damit gehört sie zu den größten Edellibellen. Sie ist die einzige Edellibelle mit rot-braun gefärbtem Körper.

Die Flügel sind auch hellbraun eingefärbt. Die Weibchen besitzen gelbe und die Männchen hellblaue Flecken an den Hinterleibssegmenten. Auf dem Thorax finden sich zwei ausgeprägte gelbe Binden. Die braunen Augen weisen einen leichten Blauton bei den Männchen auf.

Sie kann verwechselt werden mit der Keilflecklibelle (Aeshna isoceles), wobei diese Art grüne Augen hat und die braune Mosaikjunger eher braune Augen. Zudem trägt die Keilflecklibelle auf dem zweiten Hinterleibsglied einen gelben keilförmigen Fleck (Namensgebung). Die Flügel der Keilflecklibelle sind farblos und nicht braun, wie bei der braunen Mosaikjungfer.

Ernährung und Verhalten
Wie andere Edellibellen auch jagt die braune Mosaikjungfer im Flug. Dabei fliegt sie die Teichränder und die Wasseroberfläche ab. Häufig geht sie dabei in eine Art Gleitflug über. Sie ist ein ausdauernder Flieger und verbringt lange Zeit in der Luft, ohne sich auszuruhen. In den Reife- und Jagdhabitaten benötigen sie freie Lichtungen und große Lufträume.

Die Nahrungsflüge beginnen gegen 07:00h fernab der Gewässer, wo sie von 10:00h an gesehen werden. Sie ist dämmerungsaktiv und jagt bis in den späten Abend hinein. In den Abendstunden wird sie häufiger Opfer von Fledermäusen. Für die späte Jagd werden bevorzugt die von der Abendsonne erwärmten Plätze aufgesucht.


An sonnigen Tagen (oft im Herbst) kann man sie nachmittags auch an Baumstämmen oder Zweigen hängen sehen. Hier sonnen sich die Edellibellen. Dies sollte nicht mit dem Ansitz zur Jagd der Segellibellen verwechselt werden.

Im Gegensatz zu den ruhigen Weibchen, sind die Männchen sehr scheu und besitzen eine große Fluchtdistanz. Anders als viele andere Libellen, fliegen sie auch bei bedecktem Himmel und sogar bei Nieselregen.

Oft kommt sie gemeinsam mit der blau-grünen Mosaikjungfer und der Herbstmosaikjungfer an denselben Biotopen vor. Sie zieht dicht bewachsene Gewässer vor. Die Imagines sind meist Einzelgänger und fliegen oft weiter zu anderen Gewässern. Ihre Flughöhe beträgt oft mehr als 3 Meter, weshalb sie windgeschützte Lichtungen und Teiche bevorzugen. Die Nachthabitate liegen oft sehr weit von den Gewässern entfernt.

Die braune Mosaikjungfer ernährt sich überwiegend von Kleininsekten und Spinnen.

Fortpflanzung und Entwicklung
Die Paarung wird am Wasser begonnen und endet meist auf kleinen Zweigen oder Büschen. Das Weinchen sticht dann die Eier in Pflanzenteile bzw. kleine Holzstückchen am oder unter Wasser ein (endophytische Eiablage). Wie üblich bei den Edellibellen sind die Männchen bei der Eiablage nicht zugegen. Die Paarung und Eiablage kann über den ganzen Tag beobachtet werden. Die Eier überwintern und im Mai des Folgejahres schlüpfen die Larven.

Die Larven sind auffallend hell-dunkel gescheckt und sehr lethargisch. Sie leben in Gewässertiefen bis zu 1,5 m, in Bereichen ohne Strömung. Die Entwicklung der Larven dauert ca. 2 – 4 Jahre, je nach Umgebungstemperatur.

Die Schlupfphase beginnt Ende Mai und endet erst im Juli. Der Schlupfhöhepunkt liegt in der zweiten und dritten Juniwoche. Die Männchen schlüpfen 1 – 2 Wochen vor den Weibchen. Der Schlupf findet direkt am Wasser in niedriger Höhe an kleinen Zweigen statt. Die Reifezeit liegt bei 2 Wochen, so dass die braunen Mosaikjungfern ab Anfang Juli an den Gewässern erscheinen.

Als Zweitbesiedler reifer Gewässer hat sie es oft schwer, sich gegen schnell vermehrende Arten wie die große Königslibelle durchzusetzen.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Braune Mosaikjungfer

Natur-Lexikon.com