Wasserläufer

Wasserläufer (Gerris Lacustris)
syn. Wasserschneider

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Wanzen (Heteroptera)
Familie:
Wasserläufer (Gerridae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00067

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Einführung und Verbreitung
Die Gattung Gerris umfasst in Mitteleuropa ca. 10 sehr ähnliche Arten, die hier zusammengefasst behandelt werden. Wasserläufer stellen ein Bindeglied zwischen den Land- und Wasserwanzen dar.

Sie besiedeln kleine Stillgewässer, wie Teiche, Tümpel oder auch Pfützen. Durch ihre Flugfähigkeiten werden auch neue Teiche nach wenigen Tagen besiedelt. Im Frühjahr gehören die Wasserläufer zu den ersten Insekten, welche in der Natur anzutreffen sind. Der Wasserläufer ist eine sehr verbreitete und häufige Art in Europa.

Körperbau
Ihre Körperlänge erreicht zwischen 8 und 20 mm. Der Körper ist dunkelbraun bis schwach schwarz gefärbt und sehr langgestreckt. Die Körperunterseite glänzt durch die dichte Behaarung leicht silbrig. Die hinteren Beinpaare sind länger als der Rumpf, das vordere Beinpaar deutlich kürzer. Die langen Beine liegen auf dem Wasser auf, ohne es zu durchstoßen; d.h. Die Oberflächenspannung des Wasser reicht aus sie zu tragen. Beine und Körper der Wasserläufer besitzen eine stark wasserabstoßende silbrige Behaarung, welche häufig geputzt und dabei mit einem wasserabstoßenden Fett versehen werden.

Die Hinterbeine bilden es großes X auf dem Wasser, dadurch besitzen sie einen maximalen Abstand zueinander und verteilen das Gewicht am besten auf dem Wasser. Oftmals berühren Fußglieder, Knie oder Schienen das Wasser, niemals aber berührt der Körper das Wasser. Zur oftmals sehr schnellen, ruckartigen Fortbewegung werden die Mittelbeine als Ruder und die Hinterbeine als Steuer eingesetzt. Die Komplexaugen der Wasserläufer sind gut ausgeprägt und kommen vor allem im Nahbereich zum Einsatz.

Auf dem Land sind Wasserläufer ungeschickt und fallen schnell anderen Tieren (z.B. Vögel) zum Opfer.

Wasserläufer frontal

Ernährung und Verhalten
Wasserläufer ernähren sich vor allem räuberisch von kleinen Insekten, welche ins Wasser gefallen sind und hilflos darin zappeln. Auf diese Bewegungen reagieren die Wasserläufer. Sie können die Bewegungen (Schwingungen) mit ihren Beinen (Vibrationssinnesorgane) wahrnehmen und nähern sich dann auf dem Wasser schnell den Opfern und ergreifen sie mit ihren kurzen Vorderbeinen (Foto). Auch Larven oder kranke Artgenossen werden verspeist.

Bei Sturm oder Regen halten sich die Wasserläufer zum Schutz am Uferrand auf.

Auf dem Wasser sind Wasserläufer sehr flink und schnellen sprungartig etliche Zentimeter nach vorn.

Wasserläufer Paarung

Fortpflanzung und Entwicklung
Im Frühjahr findet die Paarung statt. Oftmals bilden sich im Laufe eines Jahres zwei Generationen aus. Die Paarung findet auf dem Wasser statt, auch hierbei sinken die Wasserläufer nicht ein, obwohl sich das Männchen auf das Weibchen legt.

Die Eier werden im Laufe der nächsten Wochen an Pflanzen knapp unter der Wasseroberfläche befestigt. Die Larven leben auch auf der Wasseroberfläche und durchlaufen 5 Stadien in der Entwicklung zum Imago. Ausgewachsene Tiere sind ganzjährig abzutreffen, im Winter verstecken sie sich unter Laub o.ä.



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Wasserläufer

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