Gebänderte Heidelibelle

Gebänderte Heidelibelle (Sympetrum pedemontanum)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung:
Großlibellen (Anisoptera)
Familie: Segellibellen (Libellulidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00063

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Foto: Christian Hofweber

Einleitung und Verbreitung
Der deutsche Name spiegelt das Aussehen der gebänderten Heidelibelle wieder. Der wissenschaftliche Name hingegen bezieht sich auf den ersten Fundort Piemont (früher Pedemontium).

Die gebänderte Heidelibelle ist sicher eine der schönsten Libellen überhaupt in Mitteleuropa.

Sie stammt wie die Sumpfheidelibelle aus dem Westsibirischen Raum. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich bis Mitteleuropa; hier vor allem Bayern und Norditalien. Entsprechend ist sie in Osteuropa häufiger anzutreffen. Alle anderen Funde sind meist zufällige Streufunde. In den letzten 20 Jahren hat eine Ausbreitung nach Nord-Westen stattgefunden, so dass sie auch in Deutschland öfter angetroffen werden kann. Trotzdem steht sie auch in Deutschland auf der roten Liste.


Foto: Carlos Methfessel

Sie lebt an kleinen Fließgewässern oder Sumpfgebieten in klimatisch günstigen Regionen. Eng bewachsene Gräben in Wiesenflächen stellen eine typische Idealumgebung dar. Ein stellenweises Trockenfallen ist nicht störend. Auch sauere Gewässer wie Moore oder Torfstiche werden gern besiedelt. Sie mögen sonnige, windgeschützte Gewässer mit flachen Ufern und niedrigem Wasserstand. Enthält das Wasser zu wenig Sauerstoff oder ist es verschmutzt, wird es nicht besiedelt.

Neue Habitate werden von ihr schnell entdeckt und besiedelt. Damit baut sie als Pionierart auch schnell größere Bestände auf. Hier spielt auch die sehr kurze Entwicklungszeit der Larven eine große Rolle.


Foto: Berno Blüchel

Ernährung und Körperbau
Durch ihre breiten Banden in den Flügeln kann sie sicher von allen anderen Heidelibellenarten unterschieden werden. Ihre Beine sind schwarz und der Hinterleib bei den Männchen leuchtend rot.
Der braune Brustkorb besitzt keine auffälligen Binden, wie bei der großen Heidelibelle.
Die Flügelmale (Pterostigmen) sind rot gefärbt.
Die Körperlänge beträgt ca. 35 mm bei einer Flügelspannweite zwischen 5 und 5,5 cm, damit gehört sie zu den kleineren Heidelibellenarten.
Aufgrund ihrer Flügelbanden können sie sich gut im Umfeld auflösen und sind bereits im Flug schwer zu verfolgen. Dies ist auch notwendig, da sie häufig von anderen Großlibellen attackiert werden, selber jedoch kaum Revierkämpfe beginnen. Insgesamt sind sie deutlich weniger aggressiv als andere Heidelibellenarten.

Ähnlich wie die Sumpfheidelibelle fliegt sie nicht gerade und schnell, sondern eher schaukelnd wie Schmetterlinge oder Prachtlibellen.
Ihre aktivste Phase liegt zwischen 11:00h und 16:00h. Die Paarung und Eiablage konzentriert sich auf die Nachmittagsstunden. In den Ruhephasen ziehen sie sich in windgeschützte, feuchte oftmals halbschattige Habitate (z.b. Schilfgürtel, Lichtungen, Grabenböschungen) zurück.
Zur Jagd beziehen sie niedrige Ansitze zwischen den Gräsern.


Foto: Berno Blüchel

Fortpflanzung und Entwicklung
Die Eiablage erfolgt direkt am Ufer über dem Wasser oder Schilfgürtel im Tandemflug. Die Eier überwintern. An trockenen Stellen können die Eier auch mehrere Jahre bis zur nächsten Überschwemmung überleben. Im Frühjahr schlüpfen die Larven. Die Entwicklung der Larven ist mit 30 – 60 Tagen rel. kurz, dabei durchlaufen sie ca. 10 Stadien.

Die Larven leben zwischen Wasser- und Sumpfpflanzen, dabei graben sie sich nur selten in den Grund ein. Der Schlupf findet nur wenige Zentimeter vom Gewässer entfernt an Gräsern statt.
Der Jungernflug ist kurz und endet meist auf nahegelegenen Wiesen. Zur Reifung suchen sie höher bewachsene Wiesen oder Brachflächen auf. Die maximale Lebensdauer überschreitet einen Monat nicht.
Die gebänderte Heidelibelle schlüpft zwischen Juli und September und fliegt bis Ende Oktober.


Foto: Berno Blüchel



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