Strandkrabbe

Strandkrabbe (Carcinus maenas)

Stamm: Arthropoda
Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
Unterordnung Panzerkrebse (Reptantia)
Familie Echte Krabben (Brachyura)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00058

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Einführung und Verbreitung
Die Strandkrabbe gehört zu den Krebstieren, welche mit fast 30.000 Arten eine der häufigsten Formengruppen der Meresfauna bilden. Wie fast alle größeren Krebsarten gehört auch sie zu den Zehnfusskrebsen.

Sie ist an allen europäischen Küsten bis ins das Mittelmeer sehr häufig zu finden. Insbesondere in der Gezeitenzone, an Felsenküsten und in Flachgewässern ist sie zu Hause. Sinkt der Salzgehalt des Wasser zu stark ab, kann sie nicht überleben. Die eher salzarme Ostsee bildet für sie eine natürliche Grenze, da der Energieaufwand für die osmotische Regulation bei ständig herein diffundieren Wassers sehr hoch ist und nicht genug Energie zum Leben bleibt.

Im Watt stellt die Strandkrabbe eine wichtige Art dar, die vielen Tieren (vor allem Vögeln) als Futter dient und selber fast 8% der Biomasse aufnimmt.

Strandkrabbe in Verteidigungsstellung

In Nordamerika ist die Standkrabbe als Neophyt eingewandert und wird dort erheblich grösser, als in Europa da fast keine parasitische Besiedelung (z.B. durch Seepocken etc.) stattfindet, ähnliches gilt für Asien und Australien.

Im Sommer schwimmen die Krabben mit der Flut an Land und bleiben während der Ebbe zwischen Steinen etc. in Wasserlöchern verborgen oder graben sich einfach in den Sand ein (Foto). Im Winter ziehen sich die Krabben mit dem Wasser bei Ebbe zurück.

Körperbau
Wie alle Zehnfusskrebse besitzt die Strandkrabbe 10 Beine (5 Beinpaare), von denen das erste Paar zu kräftigen Scheren umgebildet ist und die übrigen Beine 4 gleich lange Laufbeinpaare bilden. Die Scheren sind unterschiedlich groß. Die große Schere dient dem Aufbrechen harter Gegenstände, die andere Schere dem durchschneiden weichrer Materialien. Kopf und Brust sind mit einem kräftigen Chitin-Panzer verbunden. Der stark zurückgebildete Hinterleib ist unter den Panzer geklappt; die Strandkrabbe ist also ein Kurzschwanzkrebs. Der Hinterleib (Pleon) ist beim Weibchen oval und beim Männchen scharf dreieckig.

Die Strandkrabbe atmet durch Kiemen; um Austrockungsphasen zu überstehen sind die Kiemenkammern immer mit Wasser gefüllt und werden durch Schlagbewegungen mit Sauerstoff angereichert.

Die Männchen besitzen eine grünliche Körperfärbung, während wie Weibchen stärker rötlich gefärbt sind. Die Körperfarben verlieren sich mit den Jahren.

Sie besitzt eine Körperlänge von bis zu 7 cm und eine Breite des Panzers (Carapax) von 8 cm. Der Panzer ist nach vorn verbreitert und an den Rändern gezähnt. Die Augen sind nur kurzgestielt und die Antennen (Fühler) relativ kurz.

Die Anordnung der 10 Beine führt zu einem Seitwärtsgang, daher heissen die Strandkrabben auf Plattdeutsch "Dwarslöper" (Querläufer).

Sie kann mit der Schwimmkrabbe verwechselt werden, lässt sich aber durch die Schwimm“flosse“ am Hinterbein der Schwimmkrabbe unterscheiden.

Ernährung und Verhalten
Die Strandkrabbe ernährt sich in der Regel von lebenden Kleintieren, wie Fischen oder Krebstieren. Nur in Ausnahmefällen werden auch Aas oder Artgenossen (frisch gehäutet) vertilgt. Durch ihre starken Scheren öffnet sie auch Muscheln, so dass sie an einigen Muschel- bzw. Austernbänken als Schädling verfolgt wird.

Die Strandkrabbe ist insbesondere bei Nacht und Flut aktiv. Bei Gefahr streckt sie dem Feind die geöffneten Scheren (Foto) entgegen. Verliert sie ihre Schere im Kampf kann diese wieder nachwachsen.

Fortpflanzung und Entwicklung
Die Paarung erfolgt nur mit einem frisch gehäuteten Weibchen, meist im frühen Frühjahr. Dieses trägt das Männchen schon Tage vor der Häutung auf seinem Rücken. Zur Paarung wirft er das Weibchen auf den Rücken. Das Weibchen legt dann einige 100.000 Eier ab, welche es zunächst bei sich trägt. Aus den Eiern entwickeln sich schnell kleine Schwimmlarven. Die kleinen, wenige mm grossen Krabben schlüpfen im nächsten Frühjahr. Sie häuten sich häufig, um schnell zu wachsen. Vor der Häutung befindet sich der neue (noch weiche) Panzer bereits unter dem alten Panzer, welcher nur noch abgeworfen wird. Nach der Häutung pumpen sie sich mit Wasser auf, um den neuen Panzer zu dehnen. Eine ähnliche Strategie wenden auch Insekten nach ihren Häutungen an.

Standkrabben werden 4 bis 6 Jahre alt.



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