Schwarze Heidelibelle

Schwarze Heidelibelle (Sympetrum danae)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung:
Großlibellen (Anisoptera)
Familie: Segellibellen (Libellulidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00055

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Einleitung und Verbreitung
Die schwarze Heidelibelle ist in Deutschland weit verbreitet. In Südeuropa kommt sie weniger vor, dafür auch in Asien und Nordamerika. Sie meidet zu heiße Gebiete und kommt in Höhenlagen bis 2000 Meter vor.

Man findet sie häufig an dicht bewachsenen Säuregewässern, idealer weise ist sie in Moorgebieten, Heideseen, dauerfeuchten Sumpf-Wiesen oder in Kiesgruben anzutreffen; früher war sie eine typische Sumpflibellenart. Wobei die Temperaturen für sie wichtiger sind , als der ph-Wert des Wassers. Auffällig ist ihre Verbreitung in Gewässern, die fischfrei gehalten werden. Als Kleingewässerlibelle benötigt sie nur einige Quadratmeter Gewässer, größere Gewässer (Teiche oder Weiher) meidet sie als Larve, nicht aber als Imagino. Wichtiger als die Gewässergröße scheint die Art der Verlandungszone zu sein. Die schwarze Heidelibelle ist deutlich weniger wärmebedürftig, als andere Heidelibellen, benötigt aber optimalerweise stark besonnte, windgeschützte Habiate für Fortpflanzung und Jagd. Die schwarze Heidelibelle ist nicht im Bestand gefährdet. Sie entfernt sich z.T. mehr als 20 km vom Fortpflanzungsgewässer und kann so leicht neue Biotope erobern.

Heidelibelle, Schwarze

Körperbau und Ernährung
Das Männchen besitzt eine stark ausgeprägte schwarze Grundfärbung (besonders am Hinterleib) einschließlich der Augen, durch das es sich von allen Heidelibellen gut unterscheidet. Die Weibchen sind nicht so leicht zu unterscheiden, da ihr Köper mehr gelbliche Anteile hat und die Augen auch nicht schwarz gefärbt sind. Sie besitzen schwarze Beine, ihr Thorax hat breite schwarze Binden und ihr Hinterleib ist von unten schwarz und von oben braun gefärbt. Dieser Art fehlt jeglicher Rotanteil. Im Laufe weniger Wochen dunkelt die Art stark nach, bis sie fast schwarz ist.

Sie ist auch gut an den 3 gelben Flecken im breiten schwarzen Bruststreifen zu erkennen.

Die Legeklappe des Weibchens steht stark nach unten ab, dadurch unterscheidet sie sich von allen anderen Heidelibellenweibchen mit schwarzen Beinen und kann so sicher erkannt werden. Nicht ausgefärbte junge Männchen ähneln ein wenig den Weibchen. Die schwarze Farbe erhöht die Wärmeaufnahme, so dass die Paarung der schwarzen Heidelibelle oftmals bereits in den frühen Vormittagsstunden ihren Höhepunkt findet. Gegen Mittag ist diese Art weniger am Wasser zu sehen, erst in den Nachmittagsstunden wird sie wieder aktiver. An heissen Tagen nimmt sie fast immer die Obelisken-Stellung ein, um eine Überwärmung zu vermeiden.

Die Flügelspannweite beträgt 4 bis 5 cm bei einer Körperlänge von ca. 3 bis 3,5 cm, sie ist also etwas kleiner als andere Heidelibellen.

Die schwarze Heidelibelle ist, wie alle Segellibellen, ein typischer Ansitzjäger. Sie beobachtet von einem kleinen Ast oder Stein aus ihr Revier und schießt nach vorn, sobald sie ein kleines Insekt sieht, welches sie fangen möchte. Dabei ist sie zutraulich und hat nur eine kleine Fluchtdistanz. Sie sitzt oft auf hellen Steinen oder Holz. Dadurch wird fast nie Opfer des Sonnentau.

Fotos: Olaf Wolfram

Fortpflanzung und Entwicklung
Die schwarze Heidelibelle gehört zu den am spätesten schlüpfenden Libellen. Sie fliegt von Juli bis Oktober. Selbst im Oktober können noch Nachzügler schlüpfen.

Nach der 10 bis 30 min dauernden Paarung (weiter vom Gewässer entfernt) erfolgt die Eiablage, wie bei allen Heidelibellen, im Tandemflug. Die Eier werden dabei knapp über der Wasseroberfläche oder in den Uferschlamm abgeworfen.

Die Larven schlüpfen erst im folgenden Frühjahr aus den Eiern, welche zum Schutz mit einer Gallerthülle umgeben sind. Im Gewässer halten sie die Larven meist knapp unter der Wasseroberfläche auf und jagen dort aktiv. Innerhalb weniger Monate reifen die Larven in 10 Stadien und schlüpfen im Hochsommer. Ihren Reifeflug unternimmt sie zu naheliegenden Waldrändern und Wiesen. Für die kurze Larvenphase benötigt die schwarze Heidelibelle viel Wärme, welche besonders in kleinen dunklen Torfgewässern gegeben ist. Als einzige Libellenart vermehrt sich die schwarze Heidelibelle auch an Suhlen von Rotwild, welche nur wenig Wasser und kaum Vegetation aufweisen. Austrocknungen im Winter oder Sommer können kurzfristig überstanden werden. Larven die nicht im Sommer schlüpfen überleben i.d.R. nicht den nächsten Winter. Winterhart sind nur die Eier der schwarzen Heidelibelle.



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Schwarze Heidelibelle

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