Kleines Granatauge

Kleines Granatauge (Erythromma viridulum)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Kleinlibellen (Zygoptera)
Familie: Schlanklibellen (Coenagrionidae)
Gattung: Granataugen (Erythromma)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00054

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Einführung und Verbreitung
Das Grantauge in seiner großen und kleinen Form wird sehr häufig übersehen, da es sich so gut wie nie am Gewässerrand aufhält. Es ähnelt stark den Pechlibellen und nur bei genauem Hinsehen kann man die roten Augen entdecken. Im Mittelmeerraum und einigen warmen Gebieten Europas ist es recht häufig, in Norddeutschland oder in Höhenlagen dagegen kaum vertreten. In Skandinavien und Großbritannien fehlt das kleine Granatauge völlig. In warmen Jahren wandert diese Art weiter nach Norden, ähnlich wie die Feuerlibelle.

Von Juni bis in den September kann das kleine Grantauge an unseren Teichen und Flußniederungen beobachtet werden, wobei die Gewässer (im Gegensatz zum großen Granatauge) klein sein dürfen. Die Gewässer sollten bereits dicht bewachsen sein, als Pionierart tritt sie nicht auf. Wichtig ist auch eine ausreichende Besonnung des Gewässers. Eine Eisfreiheit im Winter muss nicht gegeben sein.

Es ist nur selten am Teichrand oder auf Büschen zu sehen, zumeist sitzt es auf Seerosenblättern oder Wasserpflanzen mit ausgeprägter Schwimmblattvegetation weit vom Ufer entfernt. Auch die Paarung und der Schlupf finden dort statt. Einzelne Blätter werden gegen andere Kleinlibellen verteidigt. Selbst die Königslibelle bei der Eiablage wird attackiert. Ihre Flüge beschränken sich meist auf den Bereich der Wasserpflanzen, dabei fliegen sie sehr niedrig über dem Wasser. Aufgrund dieser Bindung an das Wasser (z.B. Schlüpfen und Eiablage) wird Wellengang gemieden und nur ruhige Gewässer besiedelt.

Nur selten tritt das kleine Grantauge vergesellschaftet mit dem großen Grantauge auf. Da es wärmeliebender ist, tritt es mehr südlich auf und das große Granatauge eher in nördlichen Gebieten.

Bei wenig Sonne oder Temperaturen unter 20 Grad sind keine kleinen Granataugen am Gewässer zu sehen; das große Granatauge hingegen schon ab 12 Grad Lufttemperatur.

Körperbau und Ernährung
Nur die Männchen des kleinen Granatauges besitzen die leuchtend rote Augen.
Sie besitzen eine Körperlänge von ca. 30mm und eine Flügelspannweite von 40mm.
Der Thorax der Männchen ist auf der Oberseite leicht kupferartig glänzend gefärbt. Der Hinterleib ist schwarz gefärbt mit einigen hellblauen Segmenten, ähnlich wie bei der Pechlibelle.


Typische Hohlkreuzposition der Männchen

Die beiden Grantaugen-Arten können sicher an zwei Merkmalen unterschieden werden.
Zum einen ist bei dem kleinen Grantauge das 2. und 8. Hinterleibssegment hellblau gefärbt, welche bei dem großen Grantauge eine dunkle Färbung besitzen. Noch deutlicher ist der Unterschied auf dem 10. Segment, hier ist bei dem kleinen Grantauge eine kreuzartige Zeichnung sichtbar, welche dem großen Grantauge völlig fehlt.


Die Männchen sitzen häufig in einer „Hohlkreuzposition“ (Foto), wo die letzten Hinterleibsenden nach oben gebogen werden, bei dem großen Granatauge ist dies nicht zu beobachten.
Die Weibchen besitzen grüne Augen und auch der Körper ist mehr grünlich statt blau gefärbt.

Fortpflanzung und Entwicklung
Die Paarung beginnt zunächst als Tandem (Hochzeitsflug), welches ein freies Blatt für sich sucht und sich dann paart. Das Paarungsrad besteht nur für wenige Minuten. Nach der Paarung werden die Eier in Tandemposition in die Blattränder oder Wurzeln eingestochen. Anders als das große Grantauge taucht das kleine Grantauge dabei nicht tief unter Wasser bei der Eiablage.

Die Larven überwintern an den Wasserpflanzen bzw. nach deren Absterben auf dem Gewässergrund und nach einem Jahr schlüpft die nächste Generation Granataugen. Trockenfallen von Teichen überleben die Larven nicht. Schlupfbeginn ist im Juni, die Hauptflugzeit dann im Juli. Einzelne Exemplare fliegen bis in den Oktober hinein.



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