Südlicher Blaupfeil

Südlicher Blaupfeil (Orthetrum brunneum)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung:
Großlibellen (Anisoptera)
Familie: Segellibellen (Libellulidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00050

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Der südliche Blaupfeil ist eine wärmeliebende Großlibellenart. Eigentlich mehr im Mittelmeerraum heimisch, kommt er bei uns nur im südlichen Deutschland vor. In sehr warmen Jahren ist er bis Mitteldeutschland zu finden.

Er hält sich gern an sonnigen, wenig bewachsenen Kleingewässern oder Rinnsalen auf. Ideal sind windgeschützte Wasserlöcher in Abbaugebieten. In Kiesgruben erwärmt sich das Wasser bei den ersten Sonnenstrahlen und kühlt durch den fehlenden Wind nicht so schnell aus. Im Winter wandern die Larven zu den jeweiligen Quellen des Sickerwassers, um sich vor Frost zu schützen, welchen sie nicht überleben. Entlang dieser Pioniergewässer hat sich der südliche Blaupfeil in den letzten Jahren in Deutschland weiter nach Norden verbreitet, was sicher auch mit der zunehmenden Klimaerwärmung in Zusammenhang steht. In Deutschland ist der südliche Blaupfeil stark gefährdet (RL 3. Stufe) und geschützt.

Südlicher Blaupfeil , Weibchen
Weibchen

Wo man den südlichen Blaupfeil sieht, kommt auch der Große Blaupfeil vor. Sie teilen sich dann das Revier. Ihre Vorlieben und Ansprüche sind ähnlich, nur das der große Blaupfeil mit Kälte besser umgehen kann und deshalb weiter im Norden verbreitet ist und viel häufiger vorkommt. Bei der Beobachtung beider Arten fällt auf, dass der große Blaupfeil wesentlich scheuer ist und eine viel größere Fluchtdistanz besitzt.

Er ist von anderen Blaupfeilarten leicht durch die blaue Wachsbereifung am ganzen Körper, also auch am Thorax (Brustbereich) zu identifizieren. Sogar seine Augen leuchten intensiv blau, nur die Stirn hat weisse Bereiche. Der Hinterleib ist auch bis zum Ende blau bereift. Die Flügel besitzen jeweils ein dunkelgelbes Flügelmal. Die Weibchen sind graubraun gefärbt und besitzen auch eine weisse Stirn und blaue Augen.

Der südliche Blaupfeil besitzt eine Spannweite von ca. 70 mm, bei einer Körperlänge von 45 – 50 mm. Er wirkt dabei etwas schlanker als der große Blaupfeil.

Ähnlich wie der große Blaupfeil, ist er ein Ansitzjäger, der gern auf dem Boden sitzt. Er bevorzugt helle sonnige Bereiche. Wie bei allen Blaupfeilen, zieht er Sitzen das erste Beinpaar an, so dass er nur auf 4 Beinen sitzt. Nur in Ausnahmen (z.B. Obeliskenhaltung) wird das erste Beinpaar zur Stabilisierung eingesetzt.

Die Paarung findet im Flug und Sitzen statt und dauert nur wenige Minuten. Danach wirft das Weibchen die Eier im Flug ab, meist ohne Begleitung des Männchens.

Die Entwicklung der Larven dauert 2 – 3 Jahre. Während dieser Zeit graben sie sich in den Gewässergrund ein. Im Juni schlüpfen die südlichen Blaupfeile und fliegen bis in den August.



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