Leopard

Leopard / Panther (Panthera pardus)

Klasse Säugetiere (Mammalia)
Ordnung Raubtiere (Carnivora)
Familie: Echte Katzen (Felidae)
Gattung: Großkatzen (Panthera)

Autor: Matthias Zimmermann
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MW 000044

Alle Fotos: Fritz Pölking

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Einleitung und Verbreitung
Leoparden leben in meist unübersichtlichem Gelände in Höhlen oder auf Bäumen. Sie gelten als das meist unsichtbare Phantom. Auch die Besiedlung von Lebensräumen durch Menschen schreckt sie nicht. Im Gegenteil, dort finden sie unter den Haustieren noch leichter ihre Beute. Daher werden sie von der Bevölkerung meist hart bekämpft. Wie alle Großkatzen ist auch der Leopard vom Aussterben bedroht.

Sie ist die am weitesten verbreitete Raubkatze. Man findet sie in ganz Afrika, in Arabien und Asien. Selbst in China und Japan kommt sie vor. Entsprechend haben sich einige Unterarten gebildet. Die bekannteste Unterart ist der schwarz gefärbte „Schwarze Panther“, aus den Regenwäldern, neben dem gelblichen Leoparden der afrikanischen Steppe. Der Armurleopard gilt inzwischen als fast ausgestorben. Die Unterarten besitzen unterschiedliche Fellfärbungen, meist geprägt durch die Umwelt.

Der Schneeleopard bildet eine eigene Art und wird auch Irbis genannt (siehe unten).

Der Leopard ist sehr anpassungsfähig, man findet ihn in fast allen Lebensräumen. Vom Dschungel bis in die Gebirgswelt ist er zuhause. Durch seine hohe Anpassungsfähigkeit ist er auch in der Lage, sich an den Menschen „anzupassen“ und sich zu entziehen bzw. für den Menschen „unsichtbar“ zu leben. Dabei jagen Leoparden jedoch mit Vorliebe menschliche Begleiter, wie Hunde und andere Haustiere. Menschen selber werden nur extrem selten angegriffen.

Im Pleistozän waren Leoparden noch weiter verbreitet und kamen auch In Europa vor.

Leopard spielt mit Jungtier

Körperbau
Der Leopard ist die kleinste Großkatze. Er hat eine Körperlänge von ca. 2,30 Meter einschließlich seines 1 Meter langen Schwanzes. Leoparden wiegen ausgewachsen bis zu 80 kg, im Regelfall selten mehr als 50 kg. Er ist also sehr leicht geschmeidig und schnell. Ähnlich wie der Gepard ist er vielen Tieren an Masse unterlegen und muss dies durch Geschwindigkeit ausgleichen.

Das Gehör und der Gesichtssinn ist bei Leoparden außerordentlich gut entwickelt, so dass sie auch nachts gut jagen können.

Sein Skelett ist so aufgebaut, dass er sich auch aus großer Höhe fallen lassen kann, ohne sich zu verletzten.

Das Fell mit der meist gelben Grundfärbung und den dunklen Rosetten, passt sich in der Ausprägung und Dichtigkeit den Umweltbedingungen an. Sein langer Schwanz ist am Ende an der Unterseite weiß gefärbt. Da er das Schwanzende oft nach oben hoch streckt, wirkt dies wie ein weißes Schlusslicht.

Seine Ohren sind beweglich und damit auch zum „Richtungshören“ geeignet. Die Sehkraft bei Tage ist sehr gut ausgeprägt, wird aber ergänzt durch eine sehr starke Nachtsichtstärke, welche der des Menschen mehr als fünffach überlegen ist.

Die Zehen und Ballen sind stark gepolstert, was dem Leoparden zu einem lautlosen Schleichgang verhilft.

Leopard mit Beute

Ernährung und Verhalten
Leoparden sind Einzelgänger, die ohne Rudel leben. Ihre Reviere von ca. 30 bis 50 Quadratkilometer teilen sie nicht. Die Reviermarkierung erfolgt durch Urin und Kratzspuren an Bäumen. Allenfalls überlappen die Reviere der Männchen mit dem Revier einzelner Weibchen.

Leoparden sind typische Ansitzjäger, die sich einen Ansitz oder Baum wählen, von welchem sie die Umgebung- häufig mit Wasserloch – gut überblicken können. Dort warten sie bis geeignete Opfer entlang kommen und schleichen sich nah genug heran, bis eine Flucht für das Opfer unmöglich ist. Das Opfer wird vom Schwung des Ansturms umgeworfen und durch einen Biss in die Kehle erdrosselt.

Dabei dringen häufig auch die Eckzähne in die Halswirbelsäule und brechen sie durch.

Falls möglich versucht der Leopard zugleich den Bauch seines Opfers mit seinen Krallen aufzuschlitzen. Zunächst frisst der Leopard Herz und Leber. Die übrigen Eingeweide werden ausgeräumt und mit dem Kadaver geht es zu den Jungen (bei Weibchen) oder dem nächsten Baum (Männchen), um es dort vor Räubern wie Hyänen oder Löwen in Sicherheit zu bringen. Dabei wendet der Leopard sehr große Kräfte auf, da die Beute häufig deutlich schwerer als er selbst ist. Dort in Sicherheit verteilt der Leopard die Beute auf mehrere Tage.

Die Ernährung des Leoparden ist bunt gemischt, je nach Angebot. Wenn keine Huftiere oder Kleinwild erbeutet werden können, nehmen sie auch mit Reptilien oder Vögeln vorlieb. Insekten werden nur in großer Not verspeist.

Meist jagt er in den Abend- oder Nachtstunden.

Leopard im Baum mit Beute

Fortpflanzung und Entwicklung
Die Paarungszeit dauert einige Tage an, in denen die beiden auch gemeinsam auf die Jagd gehen. Während dieser Zeit ist eine Leopardin monogam, allerdings sind die Väter verschiedener Würfe nur sehr selten identisch.

Nach der Paarung verlässt der Leopard die Leopardin nur selten, meist hilft er bei der Nahrungsbeschaffung und Aufzucht. In einem Wurf können schwarze und helle Tiere vorkommen. Die genetischen Merkmale der schwarzen Hautfärbung werden rezessiv vererbt.

Nach einer dreimonatigen Tragezeit werden 2 bis 5 Junge geboren, von denen meist nur 1 – 2 überleben. Nach 2 Wochen öffnen sie ihre Augen. Sie werden voll gesäugt und nehmen erst nach einigen Wochen das erste Fleisch zu sich. Sind sie ein Vierteljahr alt, beginnen sie die Mutter bei der Jagd zu begleiten und zu lernen. Mit einem Jahr erlegen sie bereits erste Kleintiere. Erst mit 2 Jahren verlassen sie die Mutter, wenn sich diese nach einem neuen Partner umsieht. Im dritten Lebensjahr werden sie geschlechtsreif.

Leoparden erreichen in der Wildnis ein Alter von ca. 15 Jahren. Nur in zoologischen Gärten werden sie älter als 20 Jahre.

Leopard Jungtier junger Leopard

Feinde
Leoparden haben einige Feinde in der Wildnis. Vor allem sind es andere Raubkatzen, insbesondere die Löwen, welche sie bedrohen. Nur in Bäume können sie den Leoparden nicht folgen. Der Leopard ist also die beständige Bedrohung in der Wildnis gewohnt, was ihn von anderen Großkatzen unterscheidet und die Gegenwart des Menschen besser ertragen lässt.

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Schneeleopard / Irbis (Uncia uncia)
Der Schneeleopard gehört auch zu den Großkatzen, obwohl er nicht „brüllt“, sondern nur sanft schnurrt. Seine Zuordnung verdankt er dem unvollständig verknöcherten Zungenbein. Er besitzt eine Körperlänger von knapp 2,50 Meter, wovon der Schwanz ca. 1/3 ausmacht.

Er ist im nördlichen Asien verbreitet und kommt von China bis Indien vor. Seine Lebensräume sind die Hochgebirge und Schneelagen. Eine Höhe von 2000 Meter unterschreitet er fast nie. Er ist vom Aussterben bedroht und es sind nur noch einige Tausend Exemplare in freier Wildbahn unterwegs.

Typische Beutetiere sind Steinböcke, Schafe und Mochustiere bis hin zu Vögeln. Wegen der geringen Vegetation in den Höhenlagen muss der Schneeleopard weite Strecken zurücklegen. Seine Opfer werden an der Kehle durchbissen und erstickt. Aufgrund des häufigen Wassermangels, trinkt der Schneeleopard oftmals zuerst das Blut des Opfers.

Es ist natürlich fast unmöglich diese Tiere beobachten oder ihre Verhaltensweise in der Wildnis zu studieren. Sie jagen selten in den Tälern, sondern fast immer am Abhang, wo es extrem schwierig ist ihren Spuren zu folgen.

Sein Revier umfasst oft mehr als 100 Quadratkilometer unwegsamen Geländes. Er ist ein typischer Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit oder bei Aufzucht der kann man mehrere Schneeleoparden in einer Gruppe antreffen, wenn man sie überhaupt sieht. An der Aufzucht der jungen Schneeleoparden nimmt das Schneeleoparden-Männchen regen Anteil.

Seine Schlupflöcher sind Höhlen und Felsspalten. Dort wachsen auch die jungen Schneeleoparden auf.



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