Rückenschwimmer

Gemeiner Rückenschwimmer (Notonecta glauca)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Wanzen (Heteroptera)
Familie:
Rückenschwimmer (Notonectidae)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00041

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Einleitung
Rückenschwimmer gehören zu den Wasserinsekten und werden den Wanzen zugeordnet. Sie unterscheiden sich von den Ruderwanzen durch ihre Rückenlage im Wasser. Man trifft sie zumeist in kleineren stehenden, dicht bewachsenen Gewässern an, wo sie dicht unter der Wasseroberfläche treiben. Die Rückenschwimmer sind häufige Insekten; 6 Arten kommen in Mitteleuropa vor. Der gemeine Rückenschwimmer ist dabei die häufigste Art. Sie kommen in ganz Europa bis nach Nordafrika vor.

Rückenschwimmer im Wasser

Körperbau
Diese Art schwimmt mit dem Rücken nach unten im Wasser. Um in dieser Lage stabil zu bleiben, besitzt der Rückenschwimmer zwei „Luftkanäle“ am Bauch. Dieser Kiel wird durch Haare verschlossen und dient auch der Atmung. Zur erneuten Luftaufnahme treibt der Rückenschwimmer mit abgespreizten Beinen und angehobenem Hinterleib (Stigmen) an die Wasseroberfläche.

Die Körperfärbung hat sich dem Lebensumfeld angepasst. Fast wie die Pinguine sind die Rückenschwimmer von unten hell und von oben dunkel gefärbt. Dies erschwert erheblich die Erkennung der Rückenschwimmer durch andere Insekten.

Er ist ein mittelgroßes Insekt mit ca. 1,5 cm Körperlänge. Der Körper ist stromlinienförmig gebaut und kann sich so ideal bootartig im Wasser bewegen. Der Rücken ist dachförmig gebogen und die Bauchseite plan, um nicht aus dem Wasser zu ragen.

Die hinteren Beine haben sich zu großen Rudern umgebildet, welche ihn mit kräftigen Schlägen sehr schnell voran bringen können. Die Unterschenkel und Fußglieder besitzen lange Schwimmhaare und erhöhen so die Effizienz der Ruderbeine.

Die großen Augen können Rückenschwimmer sowohl über als auch unter Wasser hervorragend sehen.

Mit ihren großen Flügeln können Rückenschwimmer auch sehr gut fliegen. Allerdings müssen sie dazu erst auf einen Stock o.ä. kriechen, um ihre Flügel zu trocknen. Ein Start direkt aus dem Wasser ist ihnen nicht möglich.

Ernährung und Verhalten
Rückenschwimmer sind Raubinsekten. Sie greifen Larven, Wasserspinnen oder Kleininsekten im Wasser an.

Selbst Larven von Lurchen sind vor Ihnen nicht sicher. Seine Opfer ortet er mit seinem empfindlichen Erschütterungssinn.

Die Opfer werden mit den Vorderbeinen gefangen, dann mit seinem Stachel abgestochen und ausgesogen. Dabei spritzt der Rückenschwimmer ein Verdauungssekret in seine Opfer, welches sie von innen auflöst, um sie kurz danach gut aussaugen zu können. Dies ist in etwa vergleichbar mit dem Verhalten von z.b. Radnetzspinnen.

Sein Stachel hat sich aus den Mundwerkzeugen entwickelt und stellt eine effiziente Waffe selbst gegen Jungfische dar. Daher gilt der Rückschwimmer in Fischzuchtbetrieben als potentieller Schädling.

Dieser Stachel kann auch für Menschen sehr schmerzhaft sein, Rückenschwimmer werden daher zu Recht auch als „Bienen des Wassers“ bezeichnet. Auch für trinkendes Großvieh können Stiche in die Nase extrem schmerzhaft sein.

Fortpflanzung und Entwicklung
Nach der Überwinterung als Vollinsekt paaren sich die Rückenschwimmer zu Beginn des Frühjahrs.

Die Eiablage findet meist im April statt. Dabei werden einige hundert Eier in weiche Pflanzenteile eingestochen. Die Imagines (Vollinsekten) sterben meist nach der Eiablage.

Die Rückenschwimmer durchlaufen 5 Larvenstadien und überwintern dann bereits als Vollinsekt.

Bei der Überwinterung im Wasser tritt keine Winterstarre auf, man kann sie z.T. auch unter dem Eis rudern sehen. Es entwickelt sich also in jedem Jahr nur eine Generation. Die Larven ähneln den Imagines bereits sehr stark, sie machen keine vollständige Metamorphose wie z.B. die Schmetterlinge durch. Diese unvollständige Metamorphose nennt man „hemimetabol“.



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