Pappelschwärmer

Pappelschwärmer (Laothoe populi)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Schwärmer (Sphingidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00036

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Der Pappelschwärmer ist häufig in ganz Europa und Nordafrika anzutreffen. Er ist bis in die Höhenlagen von ca. 1500 Meter verbreitet. Feuchte Wiesen, Auen, und Gewässerränder sind seine bevorzugten Lebensräume.

Die Schwärmer sind recht große Falter, die kaum zu übersehen sind. Sie können hervorragend fliegen und meist auch in der Luft „stehen“. Dabei hört man nur ein leises Brummen. Ihre Fluggeschwindigkeiten reichen fast an die der Libellen heran. Auffallend ist, dass sie zwar 4 Flügel zum Flug nutzen, aber jeweils zwei Flügel mit Haftborsten zu einem Pseudoflügel verbinden und dadurch eine enorme Steigerung der Flugeffizienz erreichen.

Die Vorderflügel erreichen eine Länge von fast 5 cm, bei einer Spannweite von ca. 80 mm. Die Hinterflügel sind dabei erheblich kürzer als die Vorderflügel.

Wie die Mehrzahl der Schwärmer ist auch der Pappelschwärmer nachtaktiv und wird daher vom Licht angezogen. Tagsüber ruht er an Bäumen und Blättern und ist dabei durch seine Färbung optimal getarnt. Daher gilt er als seltener, als er eigentlich ist. Der Schnitt seiner Flügel vermittelt täuschend echt den Eindruck vom trockenen Blättern.

Pappelschwärmer Paarung

Der Pappelschwärmer gehört zu den wenigen Schwärmerarten, welcher als Falter keine Nahrung zu sich nimmt und nur einen zurückgebildeten Rüssel besitzt. Üblicherweise ernähren sich Schwärmer von Nektar, welchen sie mit ihrem langen Rüssel aus den Blüten saugen.

Verwechselt werden kann der Pappelschwärmer eigentlich nur mit dem Abendpfauenauge, unterscheidet sich aber von diesem durch einen deutlichen hellen Fleck auf der Oberseite der Vorderflügel, sowie durch die typische Stellung der Flügel zueinander. Auf der Oberseite der Hinterflügel befindet sich jeweils ein großer orange-roter Fleck, welcher bei Gefahr als Schutzmechanismus gezeigt wird und dabei ein Augenpaar simuliert.

Männchen und Weibchen der Pappelschwärmer sind nur an den Fühlern zu unterscheiden. Die Fühler der Männchen sind seidig behaart, die der Weibchen unbehaart.

Pappelschwärmer nah

Die Eier werden an der Blattunterseite vor allem an Pappeln abgelegt. Aus den großen, grünen Eiern schlüpfen charakteristisch gefärbte Raupen. Sie sind gelb-grün gefärbt und besitzen feine, gelbliche und seltener rötliche Punkte, sowie gelbe Querstreifen. Am Hinterleib der Raupe befindet sich ein typischer hornartiger Fortsatz (Merkmal aller Schwärmer). Raupen sind von Juni bis September anzutreffen, sie leben vor allem an Pappeln und Weiden. Zur Verpuppung graben sie sich in Baumnähe kleine Erdhöhlen und weben sich einen Kokon, in dem sie auch überwintern. Dort sind sie vor Vögeln geschützt. In dieser Phase gehen Bedrohungen nur von Mäusen und Maulwürfen aus.

Die erste Generation fliegt von Mai bis Juli, in warmen Sommern auch eine zweite Generation von August bis in den September hinein.

Freßfeinde der Pappelschwärmer sind vor allem kleinen Vögeln, in erster Linie Meisen.



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