Elch im Wasser

Elch (Alces alces)

Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Paarhufer (
Artiodactyla)
Familie:
Hirsche (Cervidae)
Gattung:
Elchhirsche (Alces)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00034

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Foto: Stefan Meyers

Einleitung
Alle heute lebenden Elche gehören einer Art an und bilden 7 Unterarten . Diese Unterarten gründen auf 2 Linien, zum einen der europäisch-sibirische Elch und zum anderen dem amerikanischen Elch. Der amerikanische Elch ist nicht nur größer, sondern besitzt auch eine fast doppelt so große Schaufel, wie der europäische Elch.

In Europa ist vor allem der Europäische Elch (Alces alces alces) verbreitet. Der Elchhirsch ist der einzige Überlebende seiner Gattung.

Schon seit vielen Jahrhunderten werden Elche als treue Haustiere domestiziert. Dabei werden sie vor allem als Zieh- und Packtiere gehalten. Auch ihr Fleisch und Fell wurde genutzt. In vielen Ländern wird bis heute der Elch gejagt. Sein Fleisch hat einen guten Ruf. Allerdings sind durch den sauren Regen und die allgemeine Umweltverschmutzung die inneren Organe zu sehr belastet (Schwermetalle), als dass sie noch gegessen werden sollten.

Entwicklung und Verbreitung
Der Elch kommt im ganzen arktischen Raum vor (holoarktisch).
Erdgeschichtlich ist der Elchhirsch noch recht jung. Erst gegen Ende der letzten Eiszeit bildete sich die heute heutige Form seiner Schaufeln aus. Sein Vorläufer der Breitstirnelch besaß fast die doppelte Körpermasse der größten heutigen Alaskaelche. Er war damals bis in die Alpen und den Kaukasus verbreitet. Noch vor einigen tausend Jahren war ganz Deutschland von Elchen besiedelt. Sie kommen heute in Nordeuropa, Sibirien, Kanada, Alaska und Nordasien vor.
In Nordeuropa sind sie vor allem in den skandinavischen Ländern zu finden. Ihr Lebensraum sind dabei die großen nordischen Laubwälder mit ihren sumpfigen, aufgeweichten Böden und den weitreichenden Seenplatten und Flüssen. Aber auch im Bergland bis 2600 Meter trifft man Elche an. In reinen Nadelwäldern kommt der Elch nicht vor, da er sich in erster Linie von Laub- und Wasserpflanzen ernährt.
In Gebieten mit einer dichten Elchbesiedlung kommt es zu großen Schäden an der Vegetation, da Elche vornehmlich die weichen Knospen und Triebe der Bäume fressen. Daher werden auch heute noch viele Elche geschossen.

Elch
Foto: Uwe Walz

Körperbau
Elche erreichen eine Schulterhöhe von 2,4 Meter und können bei fast 3 Meter Körperlänge bis zu 850 kg wiegen. Die größten Elche kommen in Kanada und Alaska vor. Sie sind damit die mit Abstand größte Hirschart. Elchkühe sind deutlich kleiner und wiegen selten mehr als 400 kg und besitzen (wie alle Hirschkühe, außer den Rentieren) kein Geweih. Größe und Gewicht von Elchen nimmt mit ihrem Verbreitungsgebiet nach Süden deutlich ab.

Allein das Geweih kann in Einzelfällen mehr als 2,5 Meter umspannen. Sie tragen gewaltige Schaufelgeweihe mit sehr großen Schaufeln, welche am Rand mit kleinen Fortsätzen bestückt sind und sich unmittelbar am Kopfansatz verbreitern. Der Kopf selber ist langgezogen und dabei sehr massig. Die beiden großen Nasenlöcher stehen auffällig weit auseinander und ermöglichen dem Elch eine hervorragende Witterung.

Auffällig ist die vergrößerte, knorpelige Oberlippe (Muffel), welche eine wichtige Hilfe beim äsen ist. Insbesondere das Abbrechen von Zweigen und Abstreifen von Rinde wird durch die Muffel erleichtert.

Auch der lange Kehlbart ist typisch für den Elch. Sein Fell ist durchgängig dunkelbraun, nur die Läufe besitzen eine helle Färbung. Die Haare stehen wegen des kalten Klimas wesentlich dichter und sind erheblich länger, als bei anderen Hirscharten.

Der Elch ist ein angepaßtes Tier der Sumpflandschaften und kann mit seinen bereiten, spreizbaren Hufen sicher durch Moore wandern. Er ist auch ein ausgezeichneter ausdauernder Schwimmer und kann sogar kleine Meerengen auf der Suche nach Nahrung durchschwimmen. Zum Tauchen kann der Elch seine Nasenlöcher schließen und sich einige Meter unter Wasser begeben, um dort nach Wasserpflanzen zu suchen.

Er besitzt relativ lange Beine und einen kurzen Hals. Der Rücken ist sehr ausgeprägt und daher ähneln Elche in ihrer Statur mehr den Pferden. Er ist ein sehr ausdauernder Läufer, der es in der Geschwindigkeit mit Pferden aufnehmen kann und dabei bis zu 60 km/h schnell werden kann. Dies erschwert es Raubtieren einen Elch zu reißen. Zurückgelegte Entfernungen von 6 km an einem Tag sind keine Seltenheit. Durch seine langen Beine kann der Elch bequem hohe Hindernisse übersteigen oder in hohem Schnee gehen, was für seine Feinde fast unmöglich ist.

Elch Gruppe
Foto: Uwe Walz

Ernährung
Der Elch ernährt sich rein pflanzlich, er äst vor allem von Weiden, Erlen und Birken. Aber auch Heide, Gräser und Wasserpflanzen weidet er ab. Junge Triebe und Knospen, sind neben der Rinde die Hauptnahrungsquellen des Elchs.

Auf der Suche nach Wasserpflanzen verbringen Elche häufig viele Stunden im Wasser. Dabei müssen die Elche wegen ihres kurzen Halses die Vorderbeine spreizen, um mit dem Kopf den Erdboden zu erreichen; hier kann man erkennen, dass Elche auf Buschland spezialisiert sind und nur bei zurückgehendem Waldbestand Wasserpflanzen äsen.

Elche äsen besonders in den Sommermonaten sehr intensiv, um sich dabei eine umfassende Fettschicht anzulegen, von der im Winter gezehrt werden kann.

Elche im Schnee
Foto: Uwe Walz

Verhalten
Der Elch ist ein typischer Einzelgänger, mehr als 50% der Population lebt allein. Er lebt nie in Rudeln, allenfalls in kleinen Familie. Dies ist wahrscheinlich auf die Futterarmut in den harten Wintern zurückzuführen. Für ein Rudel gibt es einfach zu wenig Nahrung, in der kargen Landschaft.

Daher sind auch nicht Raubtiere (z.B. Wölfe, Bären) die größten Feinde des Elchs, sondern andere Elche, welche das wenige vorhandene Futter fressen. Alte und geschwächte Elche können von Wölfen gerissen werden, was für eine stets stabile Elchpopulation sorgt. Gesunde Elche können sich mit kräftigen Tritten gegen Angreifer wehren. Ein Elchtritt kann für ein Wolf tödliche Knochenbrüche nach sich ziehen. Anders als die sonstigen Hirsche können Elche (wie die Pferde) auch mit den Hinterhufen treten.

Sie können sich sehr geschickt und leise bewegen. Bei so mancher Jagd sind riesige Elche unentdeckt direkt vor den Jägern „verschwunden“. Da sie kaum natürliche Feinde haben, bleiben sie sehr lange in Ruhe, bevor sie leise fliehen.

Elche leben in Revieren, die ca. 500 Hektar umfassen. Hier wandern die Elche auf der Suche nach Nahrung über weite Strecken. Die Verteidigung der Reviere führt zu typischen Kampfritualen. Diese finden meist im Spätsommer statt und ziehen häufig schwere Verletzungen nach sich. Die Haut der Elchhirsche entwickelt im Spätsommer eine dicke Schwarte, um Verletzungen aus Kämpfen vorzubeugen. Nach der großen Abnutzung ihrer Geweihe in vielen Kämpfen werfen die Elche ihre Geweihe dann gegen Ende des Jahres ab.

Sie unterliegen keinem typischen Tag - Nacht Rhythmus, da sich die Tage und Nächte in den nördlichen Erdgebieten stark verschieben.
Elche suhlen sich sehr gern in Schlamm und Mooren, welche sie in der feuchten Waldtundra in großem Umfang vorfinden.


Foto: Uwe Walz

Fortpflanzung und Wachstum
Zur Brunftzeit im Herbst wandern die Elchhirsche umher und lassen ihren heiseren Ruf ertönen.

Die Elchhirsche graben sogenannte Brunftgruben, welche sie mit Harn bespritzen. Hier suhlen sich die Elche und verteidigen die Kuhle gegen fremde Artgenossen. Für wenige Tage schließt sich ein Elchhirsch einer Kuh an, um sich dann wieder von ihr zu trennen.

Die Tragezeit dauert ca. 35 Wochen, nach der meist 1 bis 2 Kälber im Frühsommer geboren werden. Diese können sehen und sind bereits gehfähig. Die ersten 6 Monate werden die Elchkälber gesäugt, danach können sie sich bereits selber ernähren. Die Milch ist sehr nährreich und ermöglicht den Kälbern ein schnelles Wachstum. Bei der Geburt wiegen sie erst knapp 15 kg und schon 6 Monate später haben sie meist 200 kg erreicht.

Nach einem Jahr verlassen die jungen Elche die Mutter um allein weiterzuziehen. Elche sind bereits nach knapp 2 Jahren fortpflanzungsreif.

Elchhirsche erhalten ihr erstes Stangengeweih mit 1,5 Jahren, welches sich in den Folgejahren zu einem typischen Schaufelgeweih auswächst. Nach ca. 6 Jahren haben Elche ihre volle Größe erreicht und nach weiteren 2 Jahren hat auch ihr Geweih den maximalen Umfang.

Elche erreichen ein Alter von ca. 25 Jahren.



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