Lederwanze

Lederwanze, Randwanze (Coreus marginatus )

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Wanzen (Heteroptera)
Familie:
Lederwanzen (Coreidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00033

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Die Lederwanzen kommen in ganz Europa (ca. 25 Arten) vor. Besonders an Gewässerrändern und feuchten Wiesen sind sie in großer Anzahl zu beobachten. Ihr Körper besitzt eine bräunliche Grundfarbe und durch die Struktur der Körperoberfläche entsteht der lederartige Eindruck, der diesen Arten den Namen gegeben hat. Der braune, genarbte Körper enthält fast keine farbigen Zeichnungselemente. Nur verschiedene Braun- und z.T. Schwarztöne wechseln sich ab (Foto).

Lederwanze Aufsicht

Sie ernähren sich, wie die meisten Wanzen, von Pflanzensäften und werden zumeist auf Ampferarten gesichtet. Während die Larven in der Regel Blätter ansaugen, findet man die adulten Wanzen meist an Früchten und Samen. Entsprechend besitzen Wanzen sehr stabile Mundwerkzeuge (Foto Detail), mit denen sie die festen Pflanzen zum Saugen öffnen können. Direkt am Mund befinden sich noch 2 Röhren. Eine dient der Nahrungsaufnahme, die andere der Speichelzufuhr. Feine Sinneshaare am Mundbereich ermöglichen es ihnen den besten Punkt für einen „Einstich“ bei der Pflanze zu finden. Dabei werden die stilettartigen Mundwerkzeuge ausgefahren und ein kleines Loch in die Pflanzenoberfläche „gesägt“.

Ihre Gestalt ist eher länglich und nach hinten verbreitet. Die Fühler (Antennen) sind recht auffällig gebaut. Das ersten und letzten der vier Glieder im Fühler sind verbreitert, zudem ist das letzte Glied stark dunkel gefärbt.

Sie erreichen eine Körperlänge von ca. 16 mm. Die seitlichen Ränder der Flügel sind stark verbreitert, daher auch der zweite Name „Randwanzen“. Zwischen dem mittleren und hinteren Beinpaar besitzen alle Wanzen kleine Stinkdrüsen (Foto). Allerdings produzieren die Lederwanzen nur geruchsarme Sekrete. Diese Sekrete (Pheromone) dienen einerseits der Kommunikation ( z.B. Aggression, Paarung) oder auch der Bekämpfung von Mikroorganismen. Ein Hörorgan ist bei den Wanzen nicht bekannt.

Die Lederwanzen überwintern und sind bis Juni anzutreffen. Die Paarung findet im ausgehenden Frühjahr statt. Aus den braunen Eier schlüpfen im Frühsommer die Larven, aus denen sich im Laufe des Sommers (5 Larvenstadien) die adulten Wanzen (Imagines) bilden. Diese überwintern und sind ab April wieder aktiv.

Wie alle Wanzen durchlaufen auch die Lederwanzen nur eine unvollständige Metamorphose (Hemimetabol). D.h. auch die unreifen Nymphen (Foto) ähneln bereits stark dem reifen Insekt und das Puppenstadium fehlt. Nur die Flügel sind lediglich angedeutet.


Die Nymphen ähneln stark den adulten Wanzen.



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