Elefanten

Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana)

Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Rüsseltiere (Proboscidea)
Familie: Elefanten (Elephantidae)

Autor: Matthias Zimmermann

Dokument: MZ 000030

Alle Fotos : Berno Blüchel

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Einführung
Elefanten als größte Landsäugetiere haben auf den Menschen schon immer eine große Anziehungskraft gehabt. Ihre Größe und Kraft hat schon vor Jahrtausenden zu einer Domestizierung der Elefanten geführt. Vor allem die indischen Elefanten wurden in Asien und Europa als „Kriegstiere“ und insbesondere in Indien und Asien auch als Arbeitstiere in der Holzwirtschaft gehalten. Der afrikanische Elefant hingegen wurde vor allem als Fleisch- und Elfenbeinlieferant betrachtet. Eine bekannte Ausnahme ist die Überquerung der Alpen durch Hannibal (218 v.Chr.) mit mehr als 30 afrikanischen Elefanten. Vor allem die Jagd nach dem Elfenbein hat fast zur Ausrottung der afrikanischen Elefanten geführt.

Vom afrikanischen Elefanten sind 2 Unterarten bekannt der Waldelefant und der wesentliche häufigere und größere Steppenelefant. Am besten lassen sich die beiden Unterarten an den Ohren unterscheiden. Während der Steppenelefant sehr große Lappenohren besitzt, zeichnen den Waldelefant kleinere und runde Ohren aus. Daher wird er auch als Rundohrelefant bezeichnet.

Elefanten in einer Gruppe

Entwicklung
In der Vorzeit waren die Vorfahren des heutigen Elefanten weit verbreitet. Sie besiedelten fast alle Kontinente und hatten schon dieselben Körpermerkmale, welche den Elefanten heute auszeichnen. Die flachen Füße, einen langen Rüssel, gewaltige Stoßzähne und eine immense Körpergröße. Aber aufgrund der bald eintretenden völlig anderen klimatischen Verhältnisse (Eiszeit), nur sehr kleine Ohren und ein dickes Wollfell. Der sicher bekannteste Vertreter war das Mammut (Mammonteus imperator). Nach Ende des Pleistozäns (vor ca. 10.000 Jahren) starben dann die meisten dieser Arten aus. Trotzdem ist die Familie der Elephantidae die einzige, die sich aus dem Tertiär bis heute erhalten hat.

Vorkommen
Die meisten afrikanischen Elefanten leben heute in Nationalparks in Afrika. Als Wildtier trifft man ihn nur noch im mittleren Afrika an. Sowohl im Süden als auch im Norden Afrikas gilt er in freier Wildbahn als fast ausgerottet. Insgesamt leben mehr als 300.000 Exemplare dieser Art noch in Afrika.

Körperbau
Elefanten erreichen eine Körperhöhe von bis zu 3,50 m (Kühe bis 2,5m), wobei die Waldelefanten ca. 25% kleiner sind als Steppenelefanten. Sie erreichen ein Körpergewicht von bis 7.000 KG und sind damit die größten und schwersten Landsäugetiere. Ihre Körperlänge vom Rüssel bis zum Schwanz kann bis zu 8 m betragen. Typischerweise ist nicht der Kopf der höchste Punkt am Körper, sondern der Rücken. Dadurch entsteht der typische „Elefantensattel“.

Die Beine sind sehr gerade gebaut, um dieses Gewicht tragen zu können. Die Knochen sind extrem schwer und enthalten kein Mark. Die großen und flachen Füße des Elefanten bestehen aus Fußknochen die von extrem großen Fetteinlagerungen und elastischen Bindegewebspolstern umschlossen sind. Der Elefant bewegt sich quasi auf Zehenspitzen. Dadurch hinterlassen Elefanten keine allzu tiefen Spuren und können sich auch im Schlamm bewegen, ohne zu tief einzusinken. Die vier Füße des Elefanten bedecken zusammen mehr als einen Quadratmeter.

Elefanten gehen i.d.R. im Passgang und legen dabei ca. 5 Km je Stunde zurück. Bei Gefahr können sie allerdings bis zu 40 Km/h schnell werden.

Bis zu einem Viertel des gesamten Körpergewichtes kann auf den imposanten Kopf entfallen. Das wirklich auffälligste Körperteil eines Elefanten ist jedoch sein Rüssel. Der Rüssel ist für den Elefanten unentbehrlich. Da er nur über einen sehr kurzen Hals verfügt, kann er ohne den Rüssel weder trinken noch essen. Durch den Rüssel selber können Elefanten nur atmen, trinken können sie nicht durch den Rüssel. Hierzu saugen sie etliche Liter Wasser in den Rüssel und spritzen sich danach das Wasser in das Maul. Mit Hilfe des Rüssels kann er auch Äste und Pflanzen aus bis zu 7m Höhe erreichen.

Der Rüssel dient auch zum Tasten. An seiner Spitze befinden sich empfindliche Tasthaare, welche auch kleinste Unebenheiten wahrnehmen. Der Rüssel selbst besteht aus der Nase und der Oberlippe. Zum Riechen wird der Rüssel hoch in die Luft gehalten, auch zum Betasten und Kommunizieren dient der empfindliche Elefantenrüssel. Bei Streitigkeiten wird er auch schon mal als Waffe eingesetzt.

Am Ende des Rüssels besitzt der afrikanische Elefant 2 Muskelendungen, die er wie Finger einsetzten und damit greifen kann. Der asiatische Elefant besitzt dort nur einen „Finger“ und behilft sich entsprechend beim Greifen von Gegenständen. Der Rüssel enthält kein Nasenbein oder andere Knochen. Er besteht ausschließlich aus Muskelgewebe, welches sich auf über 10.000 verschiedene Muskeln verteilt und um die 2 Nasenlöcher angeordnet ist.

Das Seh- und Hörvermögen ist nicht sehr gut ausgeprägt, der Geruchs- und Tastsinn ist dagegen extrem verfeinert.

Sie besitzen 2 Arten von Zähnen. Zum einen die zu Stoßzähnen gewandelten Oberkieferschneidezähne und die Backenzähne. Als Kaufläche werden jeweils nur die vorderen Backenzähne genutzt. Sind diese abgenutzt wachsen von hinten die nächsten Zähne vor und stoßen die alten Zähne raus. Die Stoßzähne erreichen bei Bullen eine Länge von mehr als 3m und ein Gewicht von über 200 KG. Die Stoßzähne der Weibchen sind erheblich kleiner und leichter. Die Stoßzähne werden vor allem zum Entrinden der Bäume, sowie als Waffe gegen Feinde eingesetzt. Wobei die Stoßzähnen mehr dem Imponiergehabe, als dem wirklichen Kampf dienen.

Elefanten haben ein sehr ungünstiges Verhältnis zwischen Körpergröße (Masse) und Körperoberfläche. Es fällt ihnen sehr schwer Körperwärme abzugeben. Daher haben sie sehr große Ohren entwickelt, die auch stark durchblutet sind. Durch das Bewegen der Ohrlappen kann so Körperwärme abgegeben werden. Zudem versuchen Elefanten immer wieder viel zu Baden bzw. sich mit Wasser abzuspritzen. Bei den asiatischen Elefanten, welche mehr dichte Wälder bewohnen und erheblich weniger Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, sind die Ohren deutlich kleiner ausgeprägt.

Die Haut der Elefanten ist dick, aber zugleich sehr empfindlich. Bei neugeborenen Elefanten ist sie noch dicht beharrt, diese Behaarung verliert sich aber und bleibt im wesentlichen nur an Augen und Schwanz bestehen.

Sie besitzen ein sehr großes Gehirn und gehören mit den Delphinen und Menschenaffen zu den intelligentesten wildlebenden Säugetieren, was sicherlich auch mit ihrer langen Lebensdauer und der sozialen Ordnung zusammenhängt. Elefanten können mehr als 60 Jahre alt werden.

Ernährung
Elefanten sind Pflanzenfresser und können täglich bis zu 200 kg pflanzliches Material zu sich nehmen. Mit dem Fressen von Gras, Wurzeln und Rinde verbringen sie große Teile des Tages. Auch der Wasserbedarf eines Elefanten ist mit bis zu 100 l enorm.

Früher sind die Elefantenherden regelmäßig weitergezogen, wenn ein Gebiet nicht mehr ausreichend Futter geboten hat. In den heutigen Nationalparks mit ihren wenigen Wasserstellen führt die Anwesenheit vieler Elefanten zu großen Problemen, da sehr schnell alle verfügbaren Pflanzen vertilgt sind und nicht genug Raum zum weiteren Wandern besteht. Daher müssen (leider !) auch heute in den Nationalparks die Elefanten in Ihrer Zahl eingeschränkt werden, um nicht die Parks zu Wüsten werden zu lassen.

In Trockenzeiten graben die Elefanten mit ihren Stoßzähnen Löcher, die sie dann mit dem Rüssel bis einige Meter tief ausheben, um an Wasser zu gelangen. Die hinterlassenen Wasserstellen sind meist für die anderen Tiere lebenswichtig.

Verhalten
Elefanten sind typische Herdentiere. Die Herden können 20 bis 30 Tiere umfassen (selten mehr) und werden meist von einem älteren weiblichen Tier angeführt. Dank ihrer Erfahrung und dem hervorragenden Gedächtnis kennt sie genug Futter- und Wasserplätze. Sie zeigen ein sehr soziales Verhalten. Junge Elefanten werden von allen beschützt, sie wachsen im Rudel auf. Auch verletzte, trächtige oder alte Tiere werden von den anderen geschützt.

Elefanten sind sehr gutmütige Tiere. Dies liegt vor allem daran, dass sie in der Natur keine natürlichen Feinde kennen. Sie besitzen ein sehr gutes und langes Gedächtnis. Noch Jahre nach einem Vorfall können sie sich genau an damalige Störer und Feinde, Essenplätze oder sonstige Umstände erinnern.

Die Verständigung zwischen Elefanten beruht im wesentlichen auf Lautgeräuschen, Gesten, Gerüchen und Betasten. Hierbei spielt der Rüssel eine zentrale Rolle. Bei Gefahr oder großer Aufregung können Elefanten schrill trompeten, um ihre Aufregung zu signalisieren. In erster Linie sind Elefanten jedoch „Geruchstiere“ und nützen den Kontakt um sich gegenseitig mit dem Rüssel zu beschnuppern. Daher umschlingen sich die Elefanten bei der Paarung auch mit dem Rüssel.

Greift ein Elefant einen Feind an, spreizt er die Ohren weit ab und hebt den Rüssel, um den Feind zu riechen und wahrzunehmen. Danach rollt er den Rüssel ein, senkt den Kopf und rennt auf den Gegner zu, um ihn mit seiner Masse zu zermalmen. Bei den Kämpfen der männlichen Elefanten untereinander, heben sie den Rüssel und laufen aufeinander zu. Dabei stoßen sie heftig aufeinander und versuchen den anderen wegzuschieben. Diese Zusammenstöße können so heftig sein, dass einzelne Stoßzähne abbrechen.

Fortpflanzung
Die ausgewachsenen Tiere sind ganzjährig paarungsbereit. Es gibt keine ausgesprochene Brunftzeit. Hier spielt das Futterangebot eine größere Rolle. Die Tragzeit der Kühe beträgt fast 2 Jahre. Das Neugeborene wiegt über mehr 100 kg und misst bereits fast 1m Körperhöhe. Das Junge wird zunächst ausschließlich mit Milch der Mutterkuh versorgt und wird auch die folgenden 4 Jahre noch Muttermilch zu sich nehmen. Dabei saugt es mit dem Maul und nicht mit dem Rüssel. Die Stoßzähne entwickeln sich zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr und wachsen das ganze Leben mit ca. 10 cm je Jahr. Zwischen dem 12. und 20. Jahren ist ein Elefant ausgewachsen und erreicht Geschlechtsreife. Jedoch hält das Körperwachstum bis zum 15. Lebensjahr an, macht noch einmal einen großen Schub und endet auch dann nicht völlig. Er ist eines der ganz wenigen Tiere die so lange wachsen. 10 Geburten und mehr sind für eine Elefantenkuh in Wildnis nicht selten. Erstaunlicherweise endet die Fruchtbarkeit der Elefantenkühe mit ca. 40 Jahren. So dass noch ca. 20 unfruchtbare Jahre folgen. Dieses dem Menschen ähnliche Phänomen ist im Tierreich sehr selten und deutet auf eine lange entwickelte soziale Ordnung hin, in der auch ältere Tiere Aufgaben für die Herde übernehmen.

Gefangenschaft
In Gefangenschaft lässt sich der afrikanische Elefant nur sehr schwer züchten. Daher sind die überwiegende Mehrzahl der Zooelefanten asiatische Elefanten.



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